Was hat unser Essen mit dem Klima zu tun?

Teil 1: Einkaufen – Wahl der Lebensmittel und Einkaufsverhalten

Das Klima wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Einer der Hauptfaktoren ist unsere Ernährung. Wir können täglich aus einer Vielfalt von Nahrungs- und Genussmitteln aus allen Kontinenten wählen. Dennoch bilden sowohl hohe Energieeinsätze als auch der Ausstoß klimarelevanter Treibhausgase entlang der Wertschöpfungskette die Kehrseite der Medaille.

Allein unsere Ernährung verursacht einen Anteil von 20% an den klimaschädlichen Treibhausgasen. Diese entstehen während Anbau, Verarbeitung und Transport der Lebensmittel und schließlich auch im eigenen Haushalt.

Durch überlegtes Ernährungs- und Einkaufsverhalten hat dennoch jeder die Möglichkeit, einen positiven Einfluss auf die Klimalast des Einkaufskorbs nehmen. Dazu sind nur wenige Grundsätze und kleine Änderungen beim Einkauf nötig.

Bevorzugen Sie möglichst saisonale und regionale Ware

Transportwege

Regional einzukaufen spart Transportkilometer und damit Treibhausgas-Emissionen und Energie. Besonders umweltbelastend ist der Luft-Versand. Greifen Sie daher öfter zu Produkten aus der näheren Umgebung und seltener zu weit gereisten Lebensmitteln.

Saisonale Lebensmittel gibt es in der jeweiligen Saison auch regional. Diese Kombination ist besser für das Klima, den Geschmack und den gesundheitlichen Nutzen. So vermeiden Sie durch den gezielten Kauf saisonaler und regionaler Produkte einen transportbedingt hohen Aroma- und Nährstoffverlust. Je kürzer die Transportwege und je passender zum saisonalen Angebot konsumiert wird, desto besser für Mensch und Umwelt.

Produktion

Auch die Art der Produktion hat einen großen Einfluss auf die Klimabilanz des Produktes. So kann sich die CO2-Bilanz einer Tomate beispielsweise vom regionalen Öko-Anbau hin zum konventionellen Anbau im Treibhaus um das 260-fache steigern. Der Energieverbrauch im Treibhaus ist bis zu 34-mal höher, als im Freiland. Achten Sie daher beim Einkauf auf Freiland-Anbau und saisonale Feldfrüchte aus der Region.

Bio-Lebensmittel bieten Vorteile für die Umwelt

Vergleicht man die Werte aus konventioneller mit ökologischer Landwirtschaft, so verursacht ein ökologisch angebautes Bio-Produkt die geringeren Emissionen an Treibhausgasen. Dieser Unterschied lässt sich vor allem auf den Verzicht auf energieintensive Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel zurückführen.

Mehr Informationen zu biologischem Landbau und Bio-Kennzeichnung finden Sie auf www.bio-aus-bw.de.

Frische und unverpackte Lebensmittel – lecker und umweltbewusst

Frische

Je natürlicher das Produkt, desto naturfreundlicher ist es. Entlang der Produktionskette werden große Mengen an Energie für Beheizungs-, Verarbeitungs- und Kühlprozesse verbraucht. Daher steigt mit dem Verarbeitungsgrad auch die Umweltlast eines Produkts.

Getrocknete Kartoffelprodukte besitzen durch den hohen Produktionsaufwand eine besonders negative Klimabilanz. Tiefkühlprodukte verursachen ebenfalls hohe CO2-Emissionen und erfordern selbst nach dem Einkauf weiterhin Energie für die Kühlung beim Lagern.

Frische Produkte hingegen haben weit weniger Verarbeitungsschritte hinter sich und tragen so nicht nur eine geringe Umweltlast sondern sind auch gesundheitlich wertvoller.

Verpackung

Nehmen Sie Ihre eigene Stofftasche mit, anstatt zuhause Plastiktüten und -verpackungen anzusammeln. 71 Kunststoff-Tüten verbraucht jeder Deutsche pro Jahr – mit weitreichenden Folgen. Teile der Tüten sind in den Ozeanen der Welt verteilt und belasten dort Tiere und Umwelt.

Greifen Sie daher zu loser Ware und mitgebrachtem Einkaufskorb oder -beutel. Einwegbecher vom Kaffee und Tee „to go“ lassen sich mittlerweile vielerorts durch mitgebrachte oder wiederverwendbare Trinkgefäße ersetzen. Schauen Sie doch zur Abwechslung einmal in einem verpackungsfreien Laden vorbei.

Erhöhen Sie den Anteil pflanzlicher Lebensmittel

Mit der Erhöhung des Anteils pflanzlicher Lebensmittel und Verminderung tierischer Lebensmittel hat jeder von uns die Möglichkeit, einen großen Beitrag zum Klimaschutz innerhalb der Ernährung zu leisten. 72% der Treibhausgasemissionen aus dem Bereich Ernährung werden von tierischen Produkten verursacht, ebenso groß ist der Anteil tierischer Produkte am Flächenbedarf von Acker- und Weideland. Ursachen der höheren Umweltlast verglichen mit pflanzlichen Lebensmitteln sind der Verbrauch an energieaufwändigem Futtermittel und die wenig effiziente Umwandlung von Energie („Veredelungsverluste“).

Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, werden große Mengen an Soja und anderen Futtermittelbestandteilen verbraucht. Der Anbau der Futtermittel benötigt Fläche und Wasser und erfordert einen Import mit hoher Umweltlast. Der Anbau von Pflanzen ist energieeffizienter und verbraucht weit weniger Wasser. Mehr zum Wasserverbrauch und der Thematik „virtuelles Wasser“ unter www.virtuelles-wasser.de. Bei Wiederkäuern werden zusätzlich klimawirksame Gase freigesetzt, das die Umweltlast von aus diesen gewonnenen Milchprodukten und Rindfleisch verglichen mit anderen Fleischsorten erheblich erhöht.

Optimieren Sie Ihren Konsum an Fleisch – essen Sie weniger, dafür hochwertiges Fleisch, bevorzugen Sie Weidehaltung und Bio-Erzeugung. Versuchen Sie vermehrt vegetarische Gerichte in Ihren Ernährungsplan einzubringen und lockern Sie so mit Genuss und Freude am Essen ganz einfach Ihre eigene Umweltlast. Ganz nebenbei tun Sie noch etwas Gutes für Ihre Gesundheit – denn auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Senkung des durchschnittlichen Fleischkonsums.

Autorin: Pia Scheufele

Quelle:
LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum
http://www.ernaehrung-bw.info

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