Klimawandel und Weizenproduktion: sinkende Erträge mit steigender Temperatur

Ein internationales, wissenschaftliches Konsortium hat kürzlich eine Studie über den Zusammenhang von Weizenproduktion und Klimawandel im Fachjournal Nature Climate Change veröffentlicht. Die Wissenschaftler, unter ihnen Prof. Dr. Eckart Priesack vom Institut für Biochemische Pflanzenpathologie (BIOP) des Helmholtz Zentrums München, kommen zu dem Schluss, dass die Weizenerträge mit steigender Temperatur abnehmen werden. Die Studie geht dabei von drei verschiedenen Ansätzen aus. Jeder kam zu dem Ergebnis, dass mit Zunahme der Temperatur um ein Grad Celsius mit einer Ertragseinbuße zwischen 4,1 und 6,4 Prozent zu rechnen sei. Dies ist laut den Autoren hinsichtlich der steigenden Nachfrage an Grundnahrungsmittel durch die Zunahme der Weltbevölkerung ein Problem.

„Wir haben drei verschiedene Ansätze etabliert, um möglichst allen Bedingungen der Hauptanbaustaaten USA, China, Indien, Russland und Frankreich gerecht zu werden“, erklärt Prof. Dr. Eckart Priesack, Leiter der Arbeitsgruppe ‚Modelling Plant-Soil Systems‘ am BIOP. Berücksichtigt sind dabei Simulationen, die sich an Längen- und Breitengrad sowie an punktbasierten Standorten orientierten und statistisch wiederkehrende Missernten. Jeder der drei Ansätze des internationalen Wissenschaftlerteams führten zu einem Rückgang der Weizenproduktion von im Schnitt 5,7 bis 5,9 Prozent. Der Einfluss durch das wachstumsfördernde Gas CO2  ist nicht berücksichtigt.

Die Studie enthüllte auch, dass Länder mit höheren Durchschnittstemperaturen eine höhere Ernteeinbuße erwarten müssen, als Länder mit niedrigeren Temperaturen. „So wird in Russland der Rückgang der Ernteerträge geringer ausfallen als in Indien“, sagt Priesack. „Der negative Einfluss durch die Klimaerwärmung wird sich in gleicher Weise auch auf andere Anbauprodukte wie Mais, Soja und Baumwolle auswirken“. Durch Nutzen des dreifachen Ansatzes war es möglich relative Unsicherheiten zu quantifizieren. „Das verbessert definitiv das Vertrauen in die Einschätzungen der Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Versorgung der Weltbevölkerung“, so Priesack.

Weitere Informationen

Original-Publikation: Bing Liu et al. Similar estimates of temperature impacts on global wheat yield by three independent methods. Nature Climate Change DOI: 10.1038/NCLIMATE3115

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Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit des Instituts für Biochemische Pflanzenpathologie (BIOP) liegt auf der Untersuchung molekularer Mechanismen, die Pflanzen nutzen, um sich an ihre Umgebung anzupassen. Dazu gehören genetische und biochemische Prozesse, die Wachstum, physiologischen Zustand und Abwehrmechanismen der Pflanzen steuern. Ziel der Forschung ist es, die Grundlagen und Mechanismen der Interaktion zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt besser zu verstehen und nachhaltige Strategien für den Anbau und die Nutzung von Pflanzen zum Schutz der natürlichen Ressourcen zu entwickeln. BIOP gehört dem Department of Environmental Sciences an.

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Quelle: Helmholtz Zentrum München

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