Lupinenmehl statt Fischmehl: Alternatives Futtermittel für Aquakultur

In der Aquakultur werden Raubfische bisher mit Futtermitteln auf Basis von Fischmehl oder Soja ernährt. Eine Alternative könnten heimische Eiweißpflanzen wie Lupinen sein. Lupinen sind fast ebenso proteinreich wie Soja und haben von allen heimischen Körnerleguminosen den höchsten Eiweißgehalt.

Im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft untersuchten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und des ttz Bremerhaven den Nutzen der Lupinen für die Fischaufzucht. In Fütterungsversuchen mit Wolfsbarschen (/Dicentrarchus labrax/) testeten sie Futtermittel-Mischungen mit unterschiedlich hohen Anteilen an Lupinenmehl. Um den Gehalt an antinutritiven Substanzen im Futter zu verringern, fermentierten sie einen Teil der Lupinenmehlproben mit ausgewählten Enzymen.

Das Ergebnis: Die Raubfische konnten das heimische Futter hervorragend verwerten und wuchsen genauso schnell wie die mit Fischmehl gefütterte Vergleichsgruppe. Die Fische nahmen die Lupinen-Futtermittel durchweg sehr gut an. Selbst nachdem die Fische drei Monate mit bis zu 50 Prozent Lupinenmehl gefüttert wurden, blieb das Wachstum gleich gut: Weder die spezifische Wachstumsrate noch die Futterverwertungsrate der Fische verschlechterten sich. Ab einem Lupinenanteil von 50 Prozent kam es zu einer Beeinträchtigung der Lebergesundheit. Eine Fermentation erwies sich als überflüssig. Der Nährwert verbesserte sich für die Wolfsbarsche nicht. Ein weiterer Pluspunkt: Die Fütterung mit Lupinenmehl wirkte sich nicht auf den Geschmack der Fische aus. Sie schmeckten genauso gut wie die mit Fischmehl gefütterten Tiere.

Aus Sicht der Wissenschaftler bieten Lupinen eine nachhaltige und deutlich kostengünstigere Alternative zu Fischmehl. Insgesamt sehen sie ein großes Potenzial für die Verwendung von Lupinenmehl in der Aquakultur. „Eine Fischfutterindustrie mit Lupinenmehl als Eiweißbasis kann die Agrobiodiversität auf europäischen Feldern erhöhen, die regionale Beschaffung von Rohstoffen fördern und eine nachhaltige Alternative zu Fischmehl bieten“, so das Fazit von Dr. Matt Slater, Leiter der Gruppe Aquakulturforschung am Alfred-Wegener-Institut.

Weitere Informationen:

Quelle: Nina Weiler, www.aid.de

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