Verbraucher sind bereit, mehr zu zahlen für eine Eierproduktion ohne Tötung männlicher Küken

Eier stammen von anderen Hühnerrassen als die Hähnchen auf dem Grill oder die Hühnchen in der Pfanne. Da männliche Küken von Legerassen zur Mast von Hühnerfleisch schlecht geeignet sind, werden bundesweit jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet, um die Kosten für die Aufzucht zu sparen.

Diese Praxis finden die Verbraucherzentrale NRW und Vertreter der Landwirtschaft, des Handels sowie Tierschützer problematisch. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, männliche Eintagsküken aus der Legehennenhaltung am Leben zu lassen. Damit dies gelingt, müssten aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW alternative Produktions- und Vermarktungsformen etabliert und gefördert werden.

Den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern ist die Problematik des Tötens männlicher Küken aus wirtschaftlichen Gründen bekannt. Verbraucher sind außerdem bereit, mehr für Hühnereier zu bezahlen, wenn mit Hilfe der Mehreinnahmen männliche Küken nicht mehr nach dem Schlüpfen geschreddert, sondern aufgezogen und anschließend vermarktet werden könnten. Dies geht aus einer Forsa-Umfrage hervor, die im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW in der zweiten Januarhälfte landesweit mit rund 1000 Befragten durchgeführt wurde.

Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage, ob Verbraucher bereit wären, für den Verzicht aufs Töten männlicher Küken einen Preisaufschlag bei Eiern hinzunehmen. Neun von zehn Befragten votierten dafür, männliche Küken am Leben zu lassen, auch wenn sie im Gegenzug für deren Lebenserhaltung einen höheren Eierpreis bezahlen müssten. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) sprachen sich dafür aus, 6 Cent und mehr für ein Ei aus Betrieben zu zahlen für den Fall, dass auch die männlichen Küken aufgezogen werden. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) wäre bereit, 4 bis 6 Cent mehr pro Ei zu berappen.

Die Bereitschaft der befragten Verbraucher, den Verzicht aufs Kükentöten mit einem höheren Eierpreis zu erkaufen, muss im Handel noch mit einem flächendeckenden Angebot unterstützt werden. Bislang sind Bio-Produzenten Vorreiter bei diesem Marktsegment. Konventionelle Legehennenhalter haben hierbei noch Nachholbedarf.

Welche Wege für eine Abkehr vom Töten männlicher Küken für Produzenten, Händler und Verbraucher denkbar wären, diese Fragen sind Thema eines Fachgesprächs in Düsseldorf. Die Verbraucherzentrale NRW bringt hierbei Akteure und Experten aus der Verbraucherarbeit, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Austausch an einen Tisch, um Lösungen gegen die Kükentötung in der Eierproduktion sowie verschiedene Ansätze zur Vermarktung zu erörtern.

Weitere Hintergrundinformationen zum Töten von Eintagsküken und eine Übersicht zu Bezugsquellen von Eiern aus konventioneller und ökologischer Produktion in Nordrhein-Westfalen gibt’s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/eintagskueken.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

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