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Magnesiumhaltige Präparate: Weniger ist oft mehr

food-monitor | Rubrik(en): Ernährung und Gesundheit | 17. Juli 2017, 10:11 Uhr |
 

Viele Menschen achten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und greifen auch zu Nahrungsergänzungsmitteln, um einer scheinbaren Unterversorgung vorzubeugen. Als Beispiel nennt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer, frei verkäufliche magnesiumhaltige Präparate in Tabletten- oder Pulverform. Eine zusätzliche Zufuhr ist allerdings meist weder notwendig noch sinnvoll, eine Überdosierung kann sogar zu gesundheitlichen Problemen führen, warnt die Expertin.

Appetitlosigkeit, Schwindel, Müdigkeit, aber auch Nervosität, Muskelkrämpfe und Vergesslichkeit gelten als Hinweise für einen möglichen Magnesiummangel. Viele greifen bei diesen Symptomen schnell und ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker zu den leicht erhältlichen Magnesium-Brausetabletten, um dem Körper etwas vermeintlich Gutes zu tun.

Da der durchschnittliche Bundesbürger mit seinen üblichen Ess- und Lebensgewohnheiten aber meist nicht unter einem Magnesiummangel leidet, ist eine zusätzliche Zufuhr von Magnesium im besten Fall unnötig – im schlechtesten schadet sie sogar. „Es stimmt, dass der Körper Magnesium nicht selber herstellen kann und dieser wichtige Mineralstoff daher zugeführt werden muss. Allerdings geschieht das in der Regel und in ausreichendem Maße über die Nahrung, denn Fleisch, Fisch, Beeren, aber auch Milch, Tee, Kaffee und Vollkornprodukte enthalten Magnesium.“

Anders sieht das bei Menschen aus, die unter Hashimoto Thyreoiditis, Diabetes Typ 2 oder Asthma leiden oder Alkoholiker sind. Bei ihnen kann eine zusätzliche Zufuhr von Magnesium durchaus sinnvoll sein. Das gilt auch für Menschen, die viel Sport treiben, oder Patienten, die Corticosteroide oder Diuretika einnehmen. Betroffene sollten in diesen Fällen mit ihrem Arzt besprechen, ob ein magnesiumhaltiges Nahrungsergänzungsmittel notwendig ist.

Magnesiumtabletten meist zu hoch dosiert

Der Griff zu magnesiumhaltigen Präparaten füllt also meist kein Defizit auf, sondern führt eher zu einer Überversorgung. Für einen gesunden Körper ist das meist kein Problem, wenn sich die Dosis im Rahmen hält. Die überschüssige Menge wird dann problemlos über die Nieren wieder ausgeschieden. Eine zusätzliche tägliche Zufuhr von maximal 250 Milligramm gilt als tolerierbare Höchstmenge, bei der keine negativen gesundheitlichen Probleme zu erwarten sind.

Allerdings enthalten einer Stichprobe der Verbraucherzentralen zufolge sechs von zehn getesteten magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln eine zu hohe Magnesiumdosierung, die zu Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen führen kann. „Bei Menschen mit Nierenerkrankungen kann eine Überdosierung mit Magnesium sogar lebensgefährlich werden“, warnt Günther.

Wer dennoch Magnesium zuführen möchte, sollte auch auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln achten. Durch die Einnahme von magnesiumhaltigen Präparaten kann beispielsweise die Wirkung von Antibiotika beeinflusst oder auch die Aufnahme von Calcium, Zink und Eisen gestört werden. Auch hier sind Arzt und Apotheker die richtigen Ansprechpartner.

Quelle und Pressekontakt Barmer

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