Erkältungen den Kampf ansagen: Vitamin D unterstützt das Immunsystem

Der nächste Winter kommt bestimmt. Spätestens dann machen uns auch Erkältungen wieder zu schaffen. Was häufig als harmloser Schnupfen abgetan wird, ist in Wahrheit ein global ernstzunehmendes Problem. So waren in Deutschland im Jahr 2016 rund 30 Prozent der Arbeitsunfähigkeitsfälle auf Atemwegsinfekte zurückzuführen. (1) Eine wirtschaftliche Belastung, der durch neue Therapien und vorbeugende Maßnahmen entgegengewirkt werden muss. Einer der Hoffnungsträger der Wissenschaft ist dabei das Vitamin D.

Die Grundvoraussetzung für eine effektive Abwehr von Viren und Bakterien ist ein gut funktionierendes Immunsystem. Das komplexe Konstrukt aus Zellen, Proteinen und Botenstoffen sorgt dafür, dass Krankheitserreger nicht eindringen können oder rechtzeitig wieder beseitigt werden. Dabei spielen unzählige Faktoren präzise zusammen. Einer davon ist nach neueren Erkenntnissen das Vitamin D. Verschiedene Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Risiko für Atemwegserkrankungen bestehen könnte. (2) Daraufhin wurde die Rolle des Vitamins im menschlichen Immunsystem genau untersucht und festgestellt, dass das Vitamin verschiedene Vorgänge der Immunantwort unterstützt.

Vitamin D schützt vor Infekten der Atemwege

In mehreren Vorher-Nachher-Studien wurde der Frage auf den Grund gegangen, ob Vitamin D zum Schutz vor Husten, Schnupfen und anderen Erkrankungen der Atemwege beitragen könnte. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse von 25 großangelegten Studien der letzten acht Jahre zeigt: Insbesondere bei Personen, die einen Mangel aufweisen, kann die Einnahme von Vitamin-D-Supplementen helfen, Atemwegsinfekten vorzubeugen. (2) Doch auch bei Studienteilnehmern, die zu Beginn der Untersuchungen ausreichend mit Vitamin D versorgt waren, konnte durch die zusätzliche Vitamin-D-Einnahme ein schützender Effekt beobachtet werden. Da Vitamin D als sehr sicher gilt – in keiner der Studien konnten Nebenwirkungen festgestellt werden – könnten Supplemente in Mangelgebieten wie Deutschland zum Schutz vor Erkältungen beitragen.

Asthma: Verschlimmerung der Symptome könnte aufgehalten werden

Doch nicht nur Erkältungsgeplagte, auch chronisch Erkrankte könnten von Vitamin D profitieren. Bei Asthmatikern führen Infekte der Atemwege zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion und können ernstzunehmende Folgen haben: Schwere akute Asthmaanfälle enden für Patienten nicht selten im Krankenhaus. In verschiedenen Studien konnte das Risiko für solche Anfälle durch die Einnahme von Vitamin-D-Supplementen um die Hälfte reduziert werden. (3) Daneben kamen die häufig in der Asthmatherapie verordneten Steroide seltener zum Einsatz, wenn die Patienten Vitamin D einnahmen. Zwar fehlen bislang groß angelegte Studien mit Asthmapatienten – aufgrund der Unbedenklichkeit der  Maßnahme spricht jedoch nichts gegen die vorbeugende Einnahme von Vitamin D.

[1] Andreas Storm (Hrsg.) (2017); Gesundheitsreport 2017, Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten. Hamburg.

[2] Martineau AR, Jolliffe DA, Hooper RL et al.; Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data. BMJ 2017; 356:i6583.

[3] Whitehead L; Vitamin D for the management of asthma: A Cochrane Review Summary; Int J Nurs Stud. 2017 Apr 8. pii: S0020-7489(17)30089-5.

Quelle und Pressekontakt GIVE e.V.

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