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Forum der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern zur Herkunftskennzeichnung

food-monitor | Rubrik(en): Kommunikation | 13. November 2017, 15:27 Uhr |
 

Woher kommen unsere Lebensmittel?

Viele Verbraucher wollen beim Einkauf wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Dies zu erkennen, ist häufig nicht einfach. Auf dem verbraucherpolitischen Forum der Verbraucherzentrale MV „Woher kommen unsere Lebensmittel?“ am 13.11.2017 in Rostock wurde an zahlreichen Beispielen erklärt, wo Verbrauchern eine transparente Herkunftskennzeichnung verwehrt wird.

Die gesetzlich verpflichtenden Vorgaben zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sind umfangreich, kompliziert und uneinheitlich. So müssen auf verpackten Lebensmitteln nur Name oder Firma und Anschrift des Herstellers, des Verpackers oder des Verkäufers angegeben werden. Für Verbraucher und Verbraucherinnen, die sich für die Herkunft des Lebensmittels – egal ob Herkunft der einzelnen Zutaten oder Herkunft des verarbeiteten Produktes – interessieren, ist diese Angabe oft wertlos. Bei einem „Gemüseeintopf aus Mecklenburg-Vorpommern“ hergestellt für … bleibt die Frage: Sind es die Rohstoffe, ist es der Verarbeitungsort oder das Rezept?

Noch schwieriger wird es für die Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn sie regionale Produkte kaufen. Dass sie verstärkt zu diesen Produkten greifen wollen, hat die nicht repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale MV auf der MeLa 2017 bestätigt. Nähe, Frische, Umwelt, Arbeitsplätze – alles Schlagworte, die wichtige Gründe benennen, regionale Produkte zu bevorzugen.

Die Lebensmittelindustrie und der Lebensmittelhandel haben in den letzten Jahren schnell auf diesen Trend reagiert. Regionalmarken in den Supermärkten heißen „von Hier“, „aus unserer Region“ oder „unser Norden“. Zudem sind solche Worte wie „Heimat“, „unser Land“, „Gutes aus…“ hoch emotional besetzt. Daneben finden Verbraucherinnen und Verbraucher zahlreiche Siegel, Bilder bzw. Logos, die regionale Herkunft versprechen oder den Eindruck vermitteln. Regionalität ist eine für Konsumenten schwer nachprüfbare Vertrauenseigenschaft.

Die Verbraucherzentrale hat den regionalen Einkauf einem kleinen, nicht repräsentativen Praxistest in Rostock unterzogen. Wie alltagstauglich sind der Wunsch und die Empfehlung, regionale Produkte einzukaufen? Die Ergebnisse haben die Erfahrungen der Verbraucherinnen und Verbraucher bestätigt: Wenig Informationen in den Werbeflyern, unkonkrete Angaben auf den Internetseiten. Der Begriff „Region“ wird nicht einheitlich verwendet  bzw. es ist oft nicht transparent erkennbar, worauf sich die Regionalangaben in Flyern, auf Plakaten, an den Regalen und auf den Produkten beziehen.

In den Gesprächsrunden wurden mit dem Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, mit Landtagsabgeordneten, Landwirten, Vertretern der Ernährungswirtschaft, des Handels, der Forschung, der Verbraucherzentrale und Gästen diskutiert, wie es gemeinsam gelingen kann, die Herkunftskennzeichnung insgesamt zu verbessern und regionale Produkte mit Emotion und Information transparent und ehrlich zu verkaufen.

Verbraucher erwarten für die Zukunft, dass bei regionalen Versprechen verpflichtend klar und deutlich angegeben wird, wie groß die Region ist, ob aus dieser Region die Rohstoffe kommen und/oder ob hier die Verarbeitung stattgefunden hat oder ob nur das Rezept aus der Region stammt.

Im Anhang sind Beispiele aufgezeigt, die belegen wie schwierig es für Verbraucherinnen und Verbraucher ist, die Herkunft von Lebensmitteln zu erkennen. Die Ergebnisse der Verbraucherbefragung in MV sind zusammengefasst und der Praxistest des Einkaufs regionaler Produkte ist beschrieben.

Quelle: Verbraucherzentrale MV

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