Reden ist Silber, Suppen sind Gold

Erbseneintopf
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Der französische Dichter und Schauspieler Jean-Baptiste Molière (1622 bis 1673) verstand es, eine Vielzahl an Weisheiten preiszugeben. Darunter befinden sich auch kluge Sätze, die sich mit der Suppe befassen:

„Ich lebe von guter Suppe und nicht von schöner Rede.“

„Eine Rose riecht besser als ein Kohlkopf, gibt aber keine bessere Suppe ab.“

Über derartige Weisheiten lässt sich so wenig streiten wie über Kunst. Sie geben jedoch einen sinnlichen Einstieg in die Beantwortung der Frage, warum Suppen so beliebt und auch gesund sind – vor allem in der Winterzeit.

An apple a day …

Auch dies zählt zu den vielzitierten Weisheiten: „An apple a day keeps the doctor away.“ Und ist auch wissenschaftliche begründet. Äpfel enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und stärken somit unser Immunsystem. So werden wir gerade in der Erkältungszeit wirkungsvoll vor Viren und Bakterien geschützt. Außerdem sind Äpfel reich an natürlichem Pektin. Dieser Ballaststoff steigert die Feuchtigkeitsaufnahme der Haut.

Apfelsuppen? Gibt es wirklich!

Das Grundrezept: Ein halbes Kilo Äpfel schälen, vierteln, würfeln und in Butter in einem Topf anschwitzen. Das Ganze wird mit einem knappen halben Liter Apfelsaft und etwas Wasser abgelöscht. Je nach Geschmack kommen Lorbeerblatt, Nelken und Zimtstange hinzu. Dann köcheln lassen für etwa eine Viertelstunde bis die Äpfel weich sind, Gewürze herausnehmen und die Suppe pürieren sowie mit Zitrone, Zucker und Salz abschmecken.

Apfelsuppen können besonders im Winter mit vielen Gemüsen wie Pastinaken, Sellerie oder Karotten aus regionalem Anbau ergänzt werden. Denkbar sind Varianten mit Kürbis und Ingwer, Speck und Majoran, Kartoffeln und Sauerkraut, Schinken und Meerrettich, Maronen und Salbei oder Lauch und Curry.

Suppengeschmäcker regional verschieden

Nahezu jede Region in Deutschland hat in Sachen Suppe ihre Spezialitäten und Vorlieben aufzuweisen. In Hamburg wird gerne „Aalsuppe“ oder „Saure Suppe“ gegessen. Dabei steht das plattdeutsche „aal“ für „alles“. Die Suppe muss also nicht Aal enthalten, sondern die Norddeutschen packen da einfach alles rein, was ihnen schmeckt. Ausgekochter Schinkenknochen ist ein Muss. Und dann werden gerne gepökeltes Rindfleisch, Suppengemüse, Erbsen, Kräuter, Essig oder Backpflaumen für den typischen süßsäuerlichen Geschmack hineingegeben.

Nahe am Wasser gelegen macht es Sinn, in Hamburg eine Krebssuppe zu kochen – mit Kräutern, Tomaten und einem Schuss Cognac. Nicht nach jedem Geschmack ist eine fruchtige Suppe aus Fliederbeeren, wie der Holunder dort genannt wird. Sie wird mit Zimt und Nelken gewürzt und mit Grießklößchen serviert.

Die Bayern lieben ihre Leberknödelsuppe oder eine Schwammerlsuppe mit Steinpilzen, Maronen und Pfifferlingen. Für eine Kartoffelsuppe werden die Knollen mit Möhren, Lauch und Zwiebeln angedünstet, mit Suppenbrühe abgelöscht und eine halbe Stunde gekocht. Hinzu kommen Gewürze, Kräuter und ein Löffel saure Sahne. Wer hätte es gedacht? Bayern scheuen auch nicht vor einer Biersuppe zurück. Sie wird traditionell mit dunklem Bockbier gekocht.

In Rheinhessen wird weniger Bier gebraut, sondern Wein angebaut. Also wird hier Weinsuppe gekocht oder auch gerne eine Riebelesuppe, der Favorit der Schwaben. Basis ist eine Rinderbrühe, in der kleine Teigbrösel gegart werden.

Die Westfalen lieben es dagegen klassisch: Erbsensuppe wird mit Möhren, Kartoffeln, Lauch und Mettwurst zubereitet. Obwohl es in allen Regionen Deutschlands Milchkühe gibt, hat man es nur in Pommern soweit gebracht, mit Milch die sogenannte Kliebensuppe mit Zimt und Zitronenschale gewürzt und mit Mehlklößen kombiniert zu kochen.

Im Winter der Klassiker: die gesunde Hühnersuppe

Bereits mit den ersten kühleren und nassen Herbsttagen steigt die Nachfrage nach Geflügelfleisch und Hähnchenfleisch. Insbesondere steht nun das Suppenhuhn bei vielen Verbrauchern auf dem Einkaufszettel.

Gewürze wie Lorbeer und Pfeffer sowie ein Bund Suppengemüse, bestehend aus Möhren, Sellerie und Lauch kommen zusammen mit dem Hähnchen ins kochende Wasser. Die Vitamine gehen in die Suppe über und das nach einiger Zeit weichgekochte Gemüse wird entnommen.

Warum eine Hühnersuppe erwiesenermaßen gegen eine Erkältung hilft sowie ein Rezept erfahren Sie hier.

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