Gentechnik-Soja: EFSA hält wichtige Dokumente zurück

Testbiotech befürchtet Manipulation der Risikoprüfung.

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA gibt Testbiotech keinen Zugang zu Daten über Fütterungsversuche mit gentechnisch veränderten Sojabohnen. Testbiotech befürchtet, dass die gesundheitlichen Risiken des Verzehrs dieser Sojabohnen verschleiert werden sollen. Die Pflanzen der Firmen Bayer und Dow AgroSciences sind jeweils mit Resistenzen gegen drei verschiedene Herbizide ausgestattet, darunter auch Glyphosat.

Bei der Auswertung der Zulassungsdokumente stieß Testbiotech auf Auffälligkeiten bei Fütterungsversuchen der Firma Dow. Testbiotech beantragte deswegen schon vor Wochen Einblick in die Daten. Entgegen sonst üblicher Praxis wurde diesem Antrag bisher aber nicht stattgegeben. Stattdessen erhielt Testbiotech gestern einen Brief von der EU-Kommission, aus dem hervorgeht, dass die Zulassung jetzt erteilt werden soll.

„Wir haben Hinweise darauf, dass die Gentechnik-Soja, die für die Fütterungsversuche mit Ratten verwendet wurde, mit wesentlich weniger Glyphosat behandelt wurde, als dies in der Praxis üblich ist. Wir befürchten, dass die tatsächlichen gesundheitlichen Risiken verschleiert werden sollen“, warnt Christoph Then für Testbiotech.

Nach Ansicht der EU-Kommission sind die Risiken der Gentechnik-Pflanzen unabhängig von der Anwendung der Herbizide zu bewerten, gegen die sie resistent gemacht sind. Testbiotech weist diese Darstellung als unangemessen und irreführend zurück und verlangt, dass der Zulassungsprozess gestoppt wird.

„Man kann das Risiko der Gentechnik-Soja nicht isoliert von der Anwendung der Pestizide bewerten, gegen die diese Pflanzen resistent gemacht wurden. Auch die Prüfvorschriften der EU schreiben vor, dass diese Pflanzen für die Risikoprüfung mit den entsprechenden Herbiziden behandelt werden müssen. Wenn die Tests aber nicht unter realistischen Bedingungen stattfinden, ist die Risikoprüfung wertlos“, kritisiert Christoph Then.

Werden bei Versuchen wesentlich weniger Herbizide eingesetzt, als dies in der Praxis üblich ist, beeinflusst dies nicht nur die Menge der jeweiligen Rückstände. In Abhängigkeit von der Menge der Spritzmittel können sich auch die Inhaltsstoffe der Pflanzen verändern und so beispielsweise Allergien oder die Wirkung pflanzlicher Östrogene verstärkt werden. Diese Risiken wurden weder nach dem Gentechnikrecht noch nach dem Pestizidrecht geprüft.

Rückfragen:Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

Weitere Informationen:

Quelle: Testbiotech

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