Emotionales Essverhalten: Mit Süßigkeiten durch den Valentinstag?

Aus Frust eine Tafel Schokolade, vor lauter Glück eine Hand Gummibärchen oder einsam auf der Couch mit Chips – Häufig nehmen unterschiedliche Gefühle Einfluss auf unser Essverhalten. Warum das nicht so sein muss und welche Bewältigungsstrategien es gibt, erklärt der Psychologe Dr Esben Strodl von der Queensland University of Technology in Australien.

Valentinstag – wie auch andere Feiertage – können das Phänomen des Frustessens hervorrufen, doch laut Dr Strodl muss das Essverhalten nicht zwangsläufig von unseren Gefühlen beeinflusst werden. Als Leiter des klinischen psychologischen Diensts an den QUT Health Clinics hat er innerhalb der letzten zehn Jahre gemeinsam mit seinen Studierenden das Essverhalten untersucht.

„Wie auch die Weihnachtsfeiertage kann der Valentinstag für einige Personen eine Zeit der Einsamkeit sein“, so Strodl. „Es ist wichtig zu erkennen, dass es auch mal okay ist, traurig zu sein und das negative wie auch positive Gefühle zum Leben gehören. Manchmal sind Menschen traurig und haben das Gefühl, dass sie dieses traurige Gefühl „reparieren“ müssen. Emotionales Essen ist eine gängige Strategie, um damit umzugehen.“

„Teilweise tendieren Menschen zum emotionalen Essen, weil sie ihre Gefühle als etwas Negatives ansehen. Wenn Sie davon ausgehen, dass ein Gefühl gefährlich oder unkontrollierbar ist, wollen Sie es natürlich schneller wieder loswerden und greifen dafür auch zu Bewältigungsstrategien wie Essen oder Trinken. Lebensmittel bieten sich dafür besonders an, da sie leicht zu erwerben und gesellschaftlich anerkannt sind. Wenn Sie sich von Ihrem Partner getrennt haben und sich deshalb am Valentinstag nicht gut fühlen, ist es wichtig zu verstehen, dass das in Ordnung ist. In dieser Situation würde es vielen Menschen schlecht gehen. Es ist entscheidend zu erkennen, dass diese Gefühle vorübergehen. Man muss sie in diesem Moment nicht unterdrücken.“

Im Rahmen seiner Untersuchungen kommt Dr Strodl zu den folgenden drei beliebtesten Trostessen:

1. Süße Nahrungsmittel wie Lutscher
2. Salzige Nahrungsmittel wie Chips
3. Süße und fettige Naschereien wie Donuts und Eiscreme

Es mag nicht überraschend sein, dass die am wenigsten Trostspendenden Nahrungsmittel scharfes Essen oder Essen aus der Konservendose waren.

Die Umfrage hat darüber hinaus die Top 5 der Gründe für gefühlsbedingtes Essverhalten aufgestellt:

1. Negative Gefühle wie Depression, Stress und Angstzustände
2. Positive Gefühle (beispielsweise Glücksgefühle)
3. Müdigkeit und Erschöpfung
4. Selbstverachtung und Ekel
5. Ablehnung und Aufgabe

Eine aktuelle Studie an der QUT belegt, dass ein effektiver Weg zur Bewältigung negativer Gefühle die Anerkennung der Gefühle ist. Durch sie soll erkannt werden, woher das negative Verhalten tatsächlich kommt.

„Klassische Verhaltensinterventionen zielen darauf ab, das Verhalten und die Gedanken der emotionalen Esser zu verändern. Unser Ziel war es jedoch, den Betroffenen beizubringen ihre Gefühle zu identifizieren und zu akzeptieren – das reichte schon, um ihr Essverhalten zu verbessern“, so Dr Strodl.

Kontakt:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle Friedrichstr. 95, 10117 Berlin
Email: berlin(at)ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593

oder

Rose Trapnell
QUT media team leader
media@qut.edu.au
Tel. +61 (0) 407 585 901

Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.

Weitere Informationen

Quelle: Sabine Ranke-Heinemann Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

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