Schluss mit Essverboten / Warum die Pharmaindustrie uns den Appetit verdirbt

Schluss mit Essverboten

Warum die Pharmaindustrie uns den Appetit verdirbt

Es ist eine vermeintliche Kausalkette, an die mittlerweile viele Menschen glauben: Zucker und mit Zucker zubereitete Le­bensmittel machen dick, krank und süchtig. Wissenschaftliche Fakten, die einen solchen Zusammenhang belegen, gibt es nicht, es zählt allein der Glaube. Aber warum ist ausgerechnet Zucker zum Sündenbock auserkoren worden? Weil dieser Nährstoff in vielen Lebensmitteln und fast allen wohlschme­ckenden Nahrungsmitteln steckt, ist er der ideale Hebel für die­jenigen, die gegen die heutige Ernährungswirtschaft zu Felde ziehen. Nur was den Menschen schmeckt, taugt schließlich für den ideologischen Kampf. Und für die Geschmacksnote süß haben Menschen eine angeborene Vorliebe, woraus sich dann ableiten lässt, dass Zucker angeblich süchtig macht. Korrekt ist, dass wohlschmeckende Speisen Freude machen und eine ge­wisse Lust auf Wiederholung des Genusses in sich bergen. Das ist aber genauso wenig verwerflich oder gar krankhaft wie das menschliche Bedürfnis nach Sonne und Licht.

Wer profitiert davon, uns so gründlich den Appetit zu verder­ben? Der Gesellschaftskritiker Detlef Brendel hat einen er­schreckenden Verdacht, den er mit schlüssigen Fakten unter­mauert: „Sowohl die sich als Verbraucherschützer gerierenden NGOs als auch die Medien, die ein solches Thema willig auf­greifen, machen sich zu Handlangern von Konzernen, die an neuen Märkten basteln“, so lautet seine Überzeugung in dem investigativen Buch „Schluss mit Essverboten“ (Plassen-Ver­lag).

Strategisch geschickt haben Pharmaunternehmen über viele Jahre durch die Schaffung eines passenden Meinungsklimas einen Milliardenmarkt für Schlankheits- und Entwöhnungspillen entwickelt, für den nach Brendels Recherche sogar die Weltge­sundheitsorganisation WHO mit ihren Empfehlungen instru­mentalisiert wurde. „Eigentlich muss es doch nachdenklich stimmen, dass alle wesentlichen Leiden der Wohlstandsgesell­schaft am Gewicht hängen sollen“, so Brendel. Zumal die Le­benserwartung der Menschen kontinuierlich steigt. Aber dieser Mix aus Übergewicht, Zucker und Sucht – kontinuierlich thema­tisiert und dramatisiert – bildet natürlich einen idealen Nährbo­den für pharmazeutische Cocktails. Neue Märkte brauchen neue Krankheiten. Man nehme die Übergewichtsproblematik, erkläre sie mit dem weit verbreiteten Zuckerkonsum, und erhält durch dieses Konstrukt ein gigantisches Absatzpotenzial. Bren­dels Buch liest sich wie ein Krimi und lässt die ganzen Diskus­sionen um Übergewicht und Ernährung in einem völlig neuen Licht erscheinen. „Schluss mit Essverboten“ sollte Pflichtlektüre für Politiker, NGOs sowie Medienvertreter sein und für jeden Konsumenten, der wieder ohne schlechtes Gewissen Freude an der täglichen Ernährung haben möchte.

Foto: Plassen-Verlag

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