Was ist gesunde Ernährung?

Gemüse
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Heutzutage beschäftigen sich immer mehr Menschen mit gesunder Ernährung.

Früher hat man in der Mittagspause oft einfach schnell ein belegtes Brötchen oder irgendwas nebenbei gegessen. Heutzutage wird einem schon so gut wie überall eine ‘gesunde’ Alternative geboten. Doch was ist gesund? Diese Definition lässt ein breites Spektrum offen und scheidet auch in der Welt der Wissenschaft die Geister. So wissen wir zum Beispiel, dass gewisse Nahrungsmittel oder deren Bestandteile ungesund sind. Nur auf wenige Nahrungsmittel können sich die Wissenschaftler dabei einigen.

Ein Beispiel für ein Lebensmittel, bei dem sich die Geister scheiden, ist Kokosöl. Einige preisen es geradezu als Superfood an, während andere davor warnen. Das ist oft darauf zurückzuführen, dass Kokosöl hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren besteht. Diese Fettsäuren sind allerdings MCTs, welche schlechtes LDL Cholesterin im Körper bekämpfen sollen. Gleichzeitig produzieren anderen gesättigte Fettsäuren LDL Cholesterin und so ist die Meinung vieler Wissenschaftler, dass Kokosöl im besten Fall nicht ungesund, sondern neutral ist. Altbewährte Öle, wie zum Beispiel Olivenöl, sind aber höchstwahrscheinlich gesünder.

Dies sind aber nur Einzelbeispiele, um die Komplexität dieses Problems zu veranschaulichen. Um zu erklären, was gesunde Ernährung also beinhaltet, müssen wir einen Blick darauf werfen, was der Körper zum Überleben braucht.

Um alle Körperfunktionen aufrecht zu erhalten und das Immunsystem zu stärken, braucht der Körper Nährstoffe, die wir in Makro- und Mikronährstoffe unterteilen.

Mikronährstoffe

Unsere Mikronährstoffe sind Mineralien, Vitamine und Spurenelemente, die unser Körper zum Überleben und um gesund zu bleiben braucht. Ein Mangel an Vitamin C und anderen Antioxidantien kann fatale Folgen für die Gesundheit und Organfunktion haben. Für alle essentiellen Mineralien, Spurenelemente und Vitamine wird eine bestimmte Tagesdosis empfohlen, die für die Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen notwendig ist.

Makronährstoffe

Unsere Makronährstoffe sind die Nährstoffe, von denen unser Körper die größten Mengen benötigt um zu überleben. Diese Nährstoffe sind unsere Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Jeder dieser Makronährstoffe hat eine andere Aufgabe im Körper.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind wohl der am meisten verhasste Makronährstoff. Dieser Nährstoff ist, anders als Fett und Protein, nicht essentiell zum Überleben. Kohlenhydrate sind der Hauptenergielieferant des Körpers und werden in Form von Zucker aufgenommen. Der Zucker kann entweder als einfacher Zucker, oder als Stärke kommen. Im Körper werden Kohlenhydrate als Glykogen gespeichert und versorgen das Energiesystem. Wenn das Glykogen aufgebraucht ist, greift der Körper auf die zweitbeste Energiequelle zu ‘Fett’.

Wer, so wie viele Keto Fans, auf Kohlenhydrate verzichten will, der kann das tun ohne dabei sein Leben aufs Spiel zu setzen. Kohlenhydrate sind allerdings Hauptbestandteil vieler unserer gesündesten Lebensmittel, wie zum Beispiel der meisten Obst- und Gemüsesorten, die uns viele essentielle Vitamine und Mineralien liefern. Daher ist eine Ernährung ohne Kohlenhydrate oft Streitpunkt unter Ernährungswissenschaftlern.

Beispiele für Kohlenhydrate in der Ernährung sind:

Protein

Protein ist ein essentieller Makronährstoff, den der Körper nicht speichern kann. Das heisst, Protein muss täglich frisch aufgenommen werden und alles was der Körper nicht verwerten kann, wird ausgeschieden. Protein ist der Grundbaustein unseres Körpers. Unsere Haare, Nägel, Haut, Nervenzellen, Blut und  Muskel bestehen hauptsächlich aus Protein.

Auch Hormone und Enzyme können nur mit Hilfe von Protein produziert werden. Ohne Protein wären wir also ganz schön schlecht dran. Protein besteht weiters aus einer Vielzahl an Aminosäuren. Wir unterscheiden zwischen essentiellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und nicht essentiellen Aminosäuren, die der Körper selbst erzeugen kann. Die Essentiellen müssen also durch die Ernährung aufgenommen werden.

Wir unterscheiden zwischen kompletten und nicht kompletten Proteinquellen.

Komplette Proteinquellen versorgen uns mit allen essentiellen Aminosäuren, wohingegen unkomplette Proteinquellen uns nur einige davon liefern. Das ist aber normalerweise nicht problematisch, weil andere Quellen die Aminosäuren ergänzen.

Beispiele für Proteinquellen:

Fett

Fett ist ein anderer unentbehrlicher Bestandteil unserer Ernährung. Wir unterscheiden dabei zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, welche unterschiedliche Effekte auf den Körper haben.

Der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren ist sehr wichtig. Ungesättigte Fettsäuren sind gut für uns und bekämpfen schädliches LDL Cholesterin (indem sie die Produktion von dem guten HDL Cholesterin fördern), wohingegen gesättigte Fettsäuren die Produktion von LDL Cholesterin fördern.

Fett ist im Körper für den Schutz der Organe und Zellen zuständig, hilft mit der Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (E,K, D und A, z.B. frischgepresster Karottensaft soll immer mit einem Tropfen Öl konsumiert werden) und ist der zweitwichtigste Energieversorger. Wie oben schon erwähnt, greift der Körper auf Fett als Energieversorger zurück, wenn er kein Glykogen zur Verfügung hat.

Man kann also sehen, warum Fett für den menschlichen Körper unerlässlich ist.

Gesättigte Fettsäuren:

  • Butter
  • Kokosöl (Fett das bei Kälte hart wird)
  • Tierische Fette
  • Käse
  • Vollfett Milchprodukte

Ungesättigte Fettsäuren:

Fazit

Der Begriff ‘gesunde Ernährung’ ist, wie oben schon erwähnt, relativ. Wie man hier sehen kann, sollte man aber immer darauf achten, alle der hier genannten Nährstoffe abzudecken, um ein reibungsloses Funktionieren des Organismus zu sichern.

Dieses Thema wird wohl ein ewiges Streitthema bleiben, da jeder eine andere Meinung vertritt. Veganer denken nur eine Ernährung ohne Tierprodukte ist gesund. Die Anhänger von Paleo denken, man sollte hauptsächlich Fleisch und Gemüse essen, die Low Carb Anhänger essen viel Fett und keine Kohlenhydrate und IIFYM Anhänger essen alles was sie wollen, solange es in ihre Mikronährstoffe passt.

Wer darauf achtet, seine unbedingt notwendigen Nährstoffe abzudecken und dabei nicht zu viele Schadstoffe aufzunehmen, der stellt meist sicher, dass er sich gesund ernährt.

Es kommt immer auf die Dosis der Nahrungsmittel an! Sogar Obst und Gemüse kann bei übermäßigem Verzehr schädlich sein (Fruchtzucker und Säure). Wie sagt man so schön? Die Dosis macht das Gift.

Wer sich also ausgewogen ernährt, der kann sich auch hin und wieder etwas ‘Ungesundes’, wie Schokolade oder Pizza gönnen.

Also, einfach darauf achten die Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Makronährstoffe abzudecken, dann bleibt auch noch Platz für eine kleine Nascherei.

Mehr Informationen zu Gesundheits- und Ernährungstipps gibt es auf healthyhappy.de.