Landwirtschaft heute: Kernlose Tafeltrauben – ein „Kunstprodukt“?

Kernlose Tafeltrauben
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Tafeltrauben sind im Sommer ein beliebter Snack. Sie sind ganzjährig verfügbar und kommen ab Juli hauptsächlich aus Europa. Für Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Lieferant weltweit Italien. Noch wichtiger als die Herkunft ist aber für viele Verbraucher die Frage: Sind Kerne okay?

Gerade Kinder sind in diesem Punkt oft kritisch. Daher heißt es, beim Einkauf oft genauer hinzuschauen. Aber warum haben eigentlich manche Weintrauben Kerne und andere nicht? Gab es früher auch schon kernlose Sorten?

Tafeltrauben sind im Sommer ein beliebter Snack. Sie sind ganzjährig verfügbar und kommen ab Juli hauptsächlich aus Europa. Für Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Lieferant weltweit Italien. Noch wichtiger als die Herkunft ist aber für viele Verbraucher die Frage: Sind Kerne okay? Gerade Kinder sind in diesem Punkt oft kritisch. Daher heißt es, beim Einkauf oft genauer hinzuschauen. Aber warum haben eigentlich manche Weintrauben Kerne und andere nicht? Gab es früher auch schon kernlose Sorten?

In der Natur gibt es tatsächlich schon seit jeher Trauben, die kernlos sind. Einige Rebsorten haben einen höheren Anteil kernloser Weinbeeren als andere. In diesem Fall fand bei den Pflanzen keine vorherige Befruchtung zwischen männlichen und weiblichen Pflanzenteilen statt. Durch züchterische Bearbeitung konnte die Eigenschaft „Kernlosigkeit“ immer weiter verbessert werden.

Rosinen, Sultaninen oder Korinthen?

Bekannte kernlose Rebsorten sind zum Beispiel „Korinthiaki“ und „Sultana“. Letztere ist auch als „Thompson Seedless“ bekannt und weltweit die wichtigste kernlose Tafeltraube für den Frischverzehr. Aus ihnen werden die als „Sultaninen“ oder „Korinthen“ bezeichneten getrockneten Weinbeeren hergestellt, die als „Rosinen“ im Handel erhältlich sind.

Neben den vollkommen kernlosen Beeren gibt es aber auch solche, die nur ganz kleine und weiche Samen bilden, die beim Essen kaum zu spüren sind. Diese Trauben werden im Handel meist als „kernlos“ angeboten.

Kernlos und groß: Nur mit natürlichen Hormonen

Alle kernlosen Traubensorten bilden ohne spezielle Behandlung meist nur relativ kleine Beeren aus, weil ihnen ein für das Beerenwachstum benötigtes Pflanzenhormon fehlt, das in den Kernen gebildet wird. Sollen kernlose Rebsorten große Beeren ausbilden, können sie in der Wachstumsphase mit Pflanzenhormonen, in der Regel Gibberellinen und Auxinen, besprüht werden.

Diese völlig unbedenklichen Pflanzenhormone kommen natürlicherweise in der Pflanze vor und sind wesentlich am Wachstumsprozess beteiligt. Weitere Effekte: die Stiele wachsen stärker, die Beeren hängen nicht so eng aufeinander und werden seltener von Pilzkrankheiten befallen.

Quelle: BLE

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