Wie Amazon den Lebensmitteleinkauf revolutioniert

Der Lebensmitteleinkauf ist nicht mehr das, was er einmal war. Schon lange ist der Gang zum nächsten Supermarkt keine Voraussetzung mehr, um frische Lebensmittel ins Haus zu bekommen.

Der Onlinehandel Amazon, der früher lediglich Non-Food-Artikel verkaufte, hat bereits seit 2014 einen eigenen Versand für Lebensmittel, der immer weiter expandiert und zunehmend Anklang findet. Prime Now nennt sich der neue Service, der bereits in sieben Ländern weltweit verfügbar ist.

Neben den USA bietet dieses Segment in Indien immenses Potenzial, hier soll das Lebensmittel-Segment nun im Zuge eines Rebrandings weiter ausgebaut werden. Bei einem globalen E-Commerce-Umsatz von über 1.000 Milliarden Euro und über 1,6 Milliarden E-Commerce-Nutzern kann die Wichtigkeit des Onlinehandels nicht verleugnet werden. Während diese Zahlen sich in erster Linie auf Gebrauchsartikel beziehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Lebensmittel auf der Überholspur befinden. Hier legt Amazon nun vor.

Die „Amazonisierung“ des Online-Handels

Amazon ist bereits seit Langem E-Commerce-Platzhirsch in Deutschland, rund 44 Millionen Menschen bestellen hierzulande regelmäßig beim Onlinegiganten, jeder zehnte Onlinekäufer kauft segmentübergreifend ausschließlich bei Amazon ein. Der Kopf, der hinter dem immensen Erfolg Amazons steckt, ist Jeff Bezos. Mit Mut zur Innovation, ohne Scheu vor großen Wagnissen und vor allem einer ordentlichen Portion an Daten wird er gerne auch als allwissender Geschäftsmann bezeichnet, der seinen Kunden gibt, was sie wollen – bevor sie es selbst überhaupt wissen.

In der digitalen Welt steht er gleichauf mit Apple-Gründer Steve Jobs und ist mit seinem Erfolgskonzept laut einer Studie von Betway Casino und Forbes inzwischen der reichste Mensch der Welt. Ihm gelang der Sprung vom Millionär zum Milliardär in nur zwei Jahren, was einzig und allein von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg überboten wird, dem das Kunststück innerhalb eines einzigen Jahres gelungen ist. Auf ganze 90 Milliarden US-Dollar wird das Vermögen von Bezos geschätzt, der Weiterverfolgung seines Erfolgskonzepts tut dies keinerlei Abbruch – im Gegenteil.

Amazon mit Rebranding auf Überholspur in Indien

Nachdem Amazon in USA die High-End-Lebensmittelhandelskette Whole Foods übernommen hat, ist der Online-Gigant auch in Indien auf Erfolgskurs. Hier hat erst im Mai 2018 der Einzelhändler Walmart für 15 Milliarden US-Dollar ganze 75% des indischen Online-Marktplatzes Flipkart übernommen. Grund hierfür war mitunter, mit dem Konkurrenten Amazon auf dem indischen Subkontinent mithalten zu können.

Dieser hat nun ein Rebranding gestartet und baut seinen Lebensmittellieferservice in Indien mit verbessertem Service und einer größeren Produktauswahl mit Prime Now weiter aus. Mit rund 1,3 Milliarden möglichen Kunden bietet der Markt in Indien für die Händler ein enormes Potenzial. Durch das Rebranding von Amazon Now zu Prime Now will Amazon den indischen Platzhirschen Flipkart und BigBasket Paroli bieten. Prime-Kunden erhalten mit dem neuen Service von 6 Uhr bis 24 Uhr Lebensmittel innerhalb von zwei Stunden geliefert. Zu den 10.000 Produkten, die durch Prime Now lieferbar sind, gehören auch 1.500 der meistverkauften Produkte auf Amazon, die nun am selben Tag verfügbar sein können.

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Online Lebensmittel einkaufen in Deutschland

Auch Deutschland ist unter den sieben Ländern dabei, die bereits mit Prime Now bedient werden, wenn auch aktuell nur in den Städten Berlin und München. Das Einkaufen online ist hierzulande bereits mit einem Umsatz im Onlinehandel in Höhe von insgesamt fast 50 Milliarden Euro gang und gäbe. Lebensmitteln kommt mit einem Online-Umsatz von etwa 970 Millionen Euro allerdings ein eher geringer Marktanteil zu. Laut einer Umfrage durch Statista bevorzugen 93 Prozent der Deutschen, Lebensmittel im klassischen Einzelhandel zu erwerben. Dennoch besteht ein Trend zum Lebensmitteleinkauf im Internet, eine Studie durch W3B hat bereits 2014 das Potenzial der Lebensmittelkäufer online auf 40 Prozent geschätzt. Schon hier wurde Amazon für den Lebensmitteleinkauf bevorzugt.

Bereits im Mai 2017 ging Amazon erstmalig in Deutschland mit frischen Lebensmittel im Onlineversand auf den Markt. Amazon Fresh heißt der Service, der frische Lebensmittel am selben oder nächsten Tag an die Haustür liefert – in einer wiederverwendbaren Frischetasche. Gegen eine zusätzliche monatliche Gebühr ist dieser Service in Berlin, Potsdam und Hamburg für Prime-Kunden verfügbar. Prime Now bietet nun einen ähnlichen, jedoch deutlich weitergefassten Dienst, der zudem für Prime-Kunden kostenlos ist. Über kurz oder lang stellt sich die Frage, ob das neue Prime Now in Zukunft Amazon Fresh ablösen wird.

Einkauf revolutioniert: Kassenlos einkaufen im Amazon Go Geschäft

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Wie bereits erwähnt, wird Amazon-Chef Jeff Bezos nachgesagt, er würde Wünsche erfüllen, bevor sich Kunden derer überhaupt bewusst sind. Um nicht nur den Online-Markt im Lebensmittelhandel abzudecken, hat er sich nun ein ganz neues Konzept ausgedacht. Was mögen die Menschen am Einkaufen am wenigsten? Das Anstehen an der Kasse.

Amazon hat Anfang 2018 in seinem ersten Amazon Go Geschäft in Seattle, USA, das Bezahlen an der Kasse aus dem Konzept genommen. Ohne Kassen gibt es hier auch keine Schlangen, stattdessen checken sich die Kunden mit der Amazon Go App beim Betreten ein. Anhand von Kameras und Sensoren wird direkt registriert, wenn ein Produkt aus dem Regal genommen wird – und auch wenn es wieder zurückgestellt wird. Dieses erscheint direkt auf der Rechnung in der App, die automatisch der hinterlegten Kreditkarte belastet wird. Das Geschäft kann so direkt verlassen werden, ganz ohne Kasse, ganz ohne Schlangen. Aktuell bietet Amazon dieses Konzept lediglich in Seattle an. Der Erfolg und die Fehleranfälligkeit des Konzepts werden noch beobachtet, bevor mehr Amazon Go Supermärkte an weiteren Standorten die Türen öffnen.

Die Technologien von heute verändern den Alltag der Nutzer zunehmend. Amazon hat es sich zur Mission gemacht, Menschen das Leben in sämtlichen Bereichen zu vereinfachen. Der Onlinehändler hat bereits den Online-Einkauf von Gebrauchsmitteln übernommen, nun ist er auch in Amerika, Indien, Deutschland und in vielen weiteren Ländern auf dem Vormarsch, um den Lebensmitteleinkauf zu revolutionieren – sowohl digital, als auch im Ladengeschäft. Es bleibt spannend zu beobachten, was Jeff Bezos zukünftig noch alles aus dem Hut zaubert.

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