NES Wohlfühl-Trend 2018 – Regionale Lebensmittel sind beliebt

Fast 96 Prozent der Menschen in Deutschland entscheiden sich dafür – besonders mit zunehmendem Alter.

Regionale Produkte sind sehr gefragt. Lediglich 4,1 Prozent der Menschen in Deutschland kaufen nie regionale Lebensmittel. 47,6 Prozent geben sogar an, häufig zu Produkten aus der Region zu greifen. 41,0 Prozent tun dies ab und zu. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Wohlfühl-Trends 2018, einer repräsentativen Umfrage des Nestlé Ernährungsstudios (1). Für die Erhebung des Wohlfühl-Trends befragte das Marktforschungsinstitut GfK – Gesellschaft für Konsumforschung 1004 Frauen und Männer ab 18 Jahren in Deutschland.

Die Umfrage macht zudem deutlich: Wer häufig regionale Lebensmittel kauft, ist tendenziell zufriedener mit seinem körperlichen Wohlbefinden. Insbesondere ältere Menschen ab 60 Jahren greifen häufig zu regionalen Produkten und sind nach den Ergebnissen des diesjährigen Wohlfühl-Trends zufriedener mit ihrem körperlichen Wohlbefinden als jüngere Altersgruppen. Was aber nicht heißt, dass Jüngere auf regionale Produkte verzichten.

„Regionale Lebensmittel können den Verbrauchern ganz allgemein dabei helfen, wieder eine Idee von der Wertschöpfungskette und der Herstellung von Lebensmitteln zu bekommen. Denn viele Menschen haben den Bezug dazu verloren“, erklärt der Ernährungspsychologe Professor Christoph Klotter von der Hochschule Fulda. „Indem sich die Verbraucher wieder mehr mit der Herkunft und der saisonalen Verfügbarkeit von Lebensmitteln beschäftigen, erwerben sie auch automatisch mehr Ernährungskompetenz.“

Regionale Lebensmittel scheinen einen positiven Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden zu haben. Zumindest legen das die Ergebnisse des diesjährigen Wohlfühl-Trends nahe. 74,7 Prozent der Verbraucher, die häufig regionale Lebensmittel kaufen, sind mit ihrem körperlichen Wohlbefinden eher zufrieden bis sehr zufrieden. Das sind signifikant mehr Verbraucher als solche, die nur ab und zu (65,7 Prozent) oder nie (52,2 Prozent) zu Produkten aus der Region greifen.

Ältere kaufen häufiger regional als Jüngere und sind zufriedener

In der erwachsenen Bevölkerung stehen praktisch in jedem Alter regionale Lebensmittel auf dem Speiseplan. Ein signifikanter Unterschied besteht jedoch bei der Häufigkeit. Spitzenreiter ist die Altersgruppe 60 Jahre und älter. 65 Prozent der über 60-Jährigen kaufen häufig regionale Produkte, 23,1 Prozent kaufen ab und zu von lokalen Erzeugern. Die über 60-Jährigen stellen der Umfrage entsprechend mit 73,2 Prozent auch die Altersgruppe mit der höchsten Zufriedenheit hinsichtlich des körperlichen Wohlbefindens dar. Bei den Jüngeren ist das Verhältnis zwischen dem häufigen und gelegentlichen Kauf nahezu gleichverteilt.

Durchschnittlich 43,4 Prozent der 18- bis 59-Jährigen kaufen häufig regionale Produkte, 45,4 Prozent ab und zu. Tendenziell legen Menschen ab 60 bei ihrer Kaufentscheidung somit häufiger Wert auf Regionalität als ihre jüngeren Mitmenschen. Entsprechend sind es bei ihnen auch nur 1,9 Prozent, die nie zu regionalen Lebensmitteln greifen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 6,9 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 5,2 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen 3,0 Prozent und bei den 50- bis 59-Jährigen 3,6 Prozent. Professor Klotter erläutert, warum mit steigendem Alter mehr regionale Lebensmittel gekauft werden: „Mit zunehmenden Alter gewinnt die regionale Verbundenheit sowie die Identifikation mit der Region immer mehr an Bedeutung. Zudem nehmen sich ältere Menschen mehr Zeit, sich um ihre Ernährung zu kümmern und entdecken das Nahrungsangebot ihrer Region neu.“

Warum regionale Produkte gekauft werden

Der häufigste Grund für den Kauf regionaler Produkte über fast alle Altersgruppen hinweg ist mit insgesamt 62,1 Prozent der Wunsch, regionale Landwirte und lebensmittelproduzierende Betriebe zu unterstützen und die Wirtschaft in der Region zu stärken. 56,7 Prozent der Befragten möchten frische Lebensmittel kaufen. Auf dem dritten Platz folgt die Ökobilanz. Sie ist 43,2 Prozent der Verbraucher wichtig. 41,4 Prozent geben darüber hinaus an, dass sie bei regionalen Produkten besser deren Herkunft nachvollziehen können. Die Naturbelassenheit der Produkte und das Vertrauen in die Qualität der Lebensmittel von bekannten regionalen Erzeugern spielen mit 27,6 Prozent und 22,4 Prozent eine geringere Rolle bei der Kaufentscheidung.

Lokale Verbundenheit dominiert

Altersabhängig kann die Kaufmotivation aber durchaus variieren. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Fokus eher auf der Produktfrische. Sie ist für 57,6 Prozent der Hauptgrund für den Kauf regionaler Lebensmittel. Auch vertrauen sie mit 35,4 Prozent signifikant häufiger als andere Altersgruppen darauf, dass Produkte aus ihrer Region naturbelassen sind. Bei allen älteren Altersgruppen dominiert dagegen die lokale Verbundenheit. Die Unterstützung von Erzeugern und Betrieben mit Nähe zum Wohnort ist für 63,0 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, für 59,6 Prozent der 40- bis 49-Jährigen, für 67,3 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und für 67,5 Prozent der Ab-60-Jährigen die Hauptmotivation, regionale Produkte zu kaufen.

„Geht es der Region gut, geht es mir gut! Diese Assoziation bringt viele Verbraucher dazu, beim Einkauf auf regionale Lebensmittel zu achten. Dabei spielen besonders Aspekte wie die Identifikation, das Vertrauen und der Wunsch nach Zusammenhalt in der Region eine große Rolle. Diese Regionalität stellt zudem einen Gegenpol zur oft als komplex und unkontrollierbar empfundenen Globalisierung der Welt dar“, sagt Ernährungspsychologe Professor Klotter.

Regionale Produkte in einer abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl

„Regionale Lebensmittel sind, besonders wenn sie während ihrer Saison direkt und frisch auf den Tisch kommen, wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. „Im Alltag ist eine breite Nahrungspalette mit vielen Lebensmitteln für eine ausgewogene Ernährung verfügbar. So gehören unter anderem Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, hochwertige pflanzliche Öle, Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch und Geflügel sowie Vollkornerzeugnisse zu einer abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl. Prinzipiell ist jedes Lebensmittel erlaubt und kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Entscheidend sind die Menge, die Portionsgröße sowie die Auswahl und Zusammenstellung der Lebensmittel“, so Dr. Annette Neubert weiter.

Tipps für den Einkauf regionaler Lebensmittel

Hier einige Tipps von Professor Christoph Klotter, worauf Verbraucher beim Einkaufen regionaler Lebensmittel achten können:

  • Heimische saisonale Produkte bevorzugen: Dies gilt vor allem für Obst und Gemüse. Wer besonders auf bekannte heimische Sorten achtet und deren Saison kennt, hat gute Chancen, regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu bekommen. Hierbei können Saisonkalender 2 für Obst und Gemüse dem Verbraucher helfen. Ein Saisonkalender lässt leicht erkennen, welches Obst und Gemüse gerade geerntet wird und auf dem heimischen Markt verfügbar ist.
  • Gütezeichen und Siegel beachten: Es gibt eine Vielzahl an freiwilligen Kennzeichen und Siegeln verschiedener Lebensmitteleinzelhändler, Verbände, Vereine und Organisationen mit unterschiedlichen Kriterien. Dazu zählt zum Beispiel das „Regionalfenster“. Neben diesen Kennzeichen gibt es auch unterschiedliche EU-Gütezeichen, wie das Gütezeichen „geschützte Ursprungsbezeichnung“ oder das Gütezeichen „geschützte geografische Angabe“. Jedoch gelten unterschiedliche Richtlinien hinsichtlich der Produktionsschritte und des Ursprungs der Zutaten, sodass nicht zwangsläufig der gesamte Herstellungsprozess in der Region erfolgen muss.
  • Regionale Wochenmärkte, Hofläden und kleine regionale Verkaufsstände nutzen: In vielen Städten und in Stadtteilen gibt es Wochenmärkte oder kleine Verkaufsstände, an denen Landwirte und lebensmittelproduzierende Betriebe aus der Region ihre Erzeugnisse und Produkte anbieten. Bei diesen Einkaufsmöglichkeiten kann, durch eine kurze Nachfrage und vielerorts durch den persönlichen Kontakt zum Erzeuger, einiges über das Produkt in Erfahrungen gebracht werden. Eine weitere gute Möglichkeit regionale Lebensmittel zu kaufen, bieten Hofläden.

Saisonkalender Gemüse als PDF

Saisonkalender Obst als PDF

Quellen:
1) Im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios befragte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) 1.004 Männer und Frauen im Alter ab 18 Jahren in Deutschland. Erhebungszeitraum März 2018.
2) Saisonkalender Nestlé Ernährungsstudio: https://ernaehrungsstudio.nestle.de/ernaehrungwissen/basiswissen/saisonkalender.htm

Quelle: Nestlé Ernährungsstudio

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