Effektiv und langfristig Gewicht reduzieren ohne Magenoperation

Lohnt sich der Einsatz? Neue Studie belegt Wirksamkeit eines interdisziplinären Behandlungskonzeptes bei Adipositas.

Was tun, wenn der BMI weit über 40 kg/m² ist? Gibt es effektive Alternativen zur Magen-OP? Wie nachhaltig sind die Erfolge? Diese Fragen stellte sich Prof. Stephan C. Bischoff, Leiter des Lehrstuhls für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim. Eine aktuelle Studie an adipösen Teilnehmern zeigt nun: Patienten mit krankhafter Adipositas kann mit einem intensivierten, nicht-operativen multidisziplinären Behandlungsprogramm geholfen werden.

Insgesamt nahmen 206 Patienten an einem zwölf Monate dauernden Therapiekonzept teil, welches sich aus Ernährungsberatung, kognitivem Verhaltenstraining und Bewegungstraining zusammensetzte. Zu Beginn der Studie betrug der durchschnittliche BMI der Patienten 49 kg/m² (morbide Adipositas). In Kleingruppen wurde dem hohen Gewicht der Kampf angesagt.

81 Prozent beendeten die Behandlung und verloren dabei durchschnittlich 28,8 kg (Frauen) und 33,7 kg (Männer). Dies entsprach 21,9 Prozent ihres ursprünglichen Körpergewichts und etwa die Hälfte ihres überschüssigen Körperfetts.  Auch die Blutzucker- und Blutdruckwerte sowie die Lebensqualität der Patienten verbesserten sich wesentlich.

Wie nachhaltig sind diese Erfolg? Dreiviertel der Teilnehmer nahmen an der dreijährigen Nachbeobachtung teil. Die Mehrheit von ihnen konnte eine Reduktion von mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichtes über die drei Jahre halten. 44 Prozent waren in der Lage, mehr als 30 Prozent ihres ursprünglichen Übergewichtes auch dauerhaft nicht wieder zuzunehmen.

Hintergründe zur Adipositas-Therapie

Die Wissenschaft ist sich mittlerweile einig, dass es sich bei Adipositas um eine multifaktoriell bedingte, lebenslange Erkrankung handelt. Herkömmliche ernährungs- und medizinbasierte Maßnahmen liefern häufig enttäuschende Ergebnisse, weshalb sich die bariatrische Chirurgie mittlerweile fest in der Adipositastherapie etabliert hat. Abnehmerfolge und die positive Auswirkung  auf vorhandene Begleiterkrankungen sind wissenschaftlich belegt. Auch die Daten zur Nachhaltigkeit sind vielversprechend.

Allerdings möchte nicht jeder Patient so eine Operation über sich ergehen lassen. Ungeklärte Langzeiteffekte, eine mögliche veränderte Lebensqualität und die eventuell lebenslang notwendige Supplementation von Vitaminen und Spurenelementen sind nur wenige der vielen möglichen Gründe, warum sich Patienten gegen eine Operation entscheiden.

Effektive konservative Behandlungsansätze ohne Magen-OP werden benötigt. Interdisziplinäre Therapieprogramme mit kognitiver Verhaltenstherapie, Bewegung und Sport bieten erwiesenermaßen gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Gewichtsverlust und ein langfristig stabiles Gewicht.

Informationen zur Studie:
Weimann A., Fischer M., Oberänder N., Prodehl G., Weber N., Andrä M., Krug J., Wallstabel I., Schiefke I., Bischoff SC. Willing to go the extra mile: Prospective evaluation of an intensified non-surgical treatment for patients with morbid obesity, Clin Nutr. 2018 Aug 1., https://doi.org/10.1016/j.clnu.2018.07.027

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Quelle: ZKeS

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