Wie viel Wirkstoff kommt in den Trog und auf den Teller?

Fragen zur Veränderung von Stoffkonzentrationen bei der Lebens- und Futtermittelherstellung stehen im Fokus eines BfR-Workshops.

Rückstände und Kontaminanten in Lebens- und Futtermitteln können sich unter den Bedingungen der Weiterverarbeitung in Industrie und Haushalt in Art und Menge verändern. „Genaue Kenntnis darüber, ob und in welchem Umfang diese Veränderungen erfolgen, ist wichtig, um die Exposition gegenüber diesen Stoffen über die Nahrung und damit das gesundheitliche Risiko für Verbraucher oder Nutztiere realistisch einschätzen zu können“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel anlässlich des Workshops „Bewertung von Rückständen und Kontaminanten in verarbeiteten Lebens- und Futtermitteln“, den das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin vom 25. bis 26. Oktober 2018 ausrichtet.

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bundes – und Landesbehörden, aus der Lebens- und Futtermittel verarbeitenden Industrie sowie aus der interessierten Öffentlichkeit werden erwartet. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Anwendung von Verarbeitungsfaktoren.

Lebensmittelunternehmer sind verpflichtet, die Einhaltung von Rückstandshöchstgehalten oder maximal tolerablen Konzentrationen in den Lebensmitteln zu gewährleisten. Dies gilt auch für verarbeitete Lebensmittel. Die amtliche Lebensmittelüberwachung überprüft, ob die Lebensmittelunternehmer dieser Verpflichtung nachkommen.

Für Kontaminanten in verarbeiteten Lebens- oder Futtermitteln werden Höchstgehalte häufig direkt für die verarbeiteten Produkte festgesetzt und deren Einhaltung kann einfach überprüft werden. Sofern aber verarbeitete Lebensmittel auf Stoffe untersucht werden, deren Höchstgehalte für die unverarbeiteten Ausgangsprodukte festgesetzt sind, wie beispielsweise bei Pflanzenschutzmitteln, muss eine Rückrechnung mit Hilfe von Verarbeitungsfaktoren erfolgen.

Als Verarbeitungsfaktor wird das Verhältnis des Rückstands im verarbeiteten Produkt zu dem Rückstand im entsprechenden unv erarbeiteten Erzeugnis bezeichnet. Er gibt an, ob Rückstände bei dem entsprechenden Verarbeitungsprozess angereichert oder verringert werden. Derzeit besteht häufig Rechtsunsicherheit, wenn die Verkehrsfähigkeit von Produkten unter Verwendung von Verarbeitungsfaktoren beurteilt wird. Der Workshop soll zu einem einheitlichen Vorgehen bei der Anwendung und Ableitung von Verarbeitungsfaktoren beitragen.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Pressekontakt:
Bundesinstitut für Risikobewertung
Max-Dohrn-Str. 8-10, D-10589 Berlin
Dr. Suzan Fiack
Tel.: 030 1 8412-4300
Fax.: 030 1 8412-4970
pressestelle@bfr.bund.de
http://www.bfr.bund.de

Quelle: BfR

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