Baum des Lebens in Afrika: Affenbrotbaum vielseitiger nutzen

Baobab - Affenbrotbaum
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Einer der wichtigsten Obstbäume Afrikas ist der „Affenbrotbaum“ Baobab. Aus dem Baum werden Nahrung, Futter, Öl, Arzneimittel und Fasern gewonnen. Der Baobab-Baum hat seine Heimat in Afrika südlich der Sahara. Er kann bis zu 25 Meter hoch werden und einen Umfang von 30 Metern entwickeln. Der dicke Stamm speichert das Wasser, so dass er auch lange Dürreperioden problemlos überlebt. Manche Exemplare sind über 1.000 Jahre alt. Häufig werden Baobabs auch „upside down trees“ genannt, was so viel wie „umgekehrter Baum“ bedeutet. Denn sie sehen so aus, als hätte man sie umgekehrt in den Boden gesteckt.

Für die Einheimischen ist der „Baum des Lebens“ ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Aber auch in anderen Regionen der Welt schätzen immer mehr Menschen die Früchte der knorrigen Baumriesen.

Es dauert 20 bis 25 Jahre, bis die wild wachsenden Bäume das erste Mal Früchte tragen. Diese sind rundlich-oval mit einer dicken und harten Schale. Im Innern befindet sich eine Fruchtpulpe, die die Samen schützend umhüllt. Beim Reifeprozess entzieht der Baum das Wasser, sodass die Schale verholzt und die Pulpe trocken und staubig wird. Dann fallen die Früchte zu Boden und werden traditionell von den Frauen eingesammelt und weiterverkauft.

Seit 2016 arbeiten Wissenschaftler in einer aus zehn Partnern bestehenden internationalen Projektgruppe im Projekt „BAOFOOD“ daran, zu erforschen, wie das Potenzial des Baobab-Baumes noch besser genutzt werden kann. Es geht vor allem darum, die Produkte in vielfältigerer Form als bisher für die menschliche Ernährung weiterzuentwickeln. In Kenia befindet sich eine Pilot-Verarbeitungsanlage im Aufbau, in der aus der Fruchtpulpe nährstoffreiche Lebensmittel für den kenianischen Markt hergestellt werden sollen.

Nach Untersuchungen der Hochschule Rhein-Waal sind in 100 Gramm Fruchtpulpe bis zu 300 Milligramm Vitamin C enthalten. Damit liegt der Gehalt sechs Mal höher als bei Orangen. Die Früchte sind reich an Ballaststoffen, wertvollen Antioxidanzien und Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor. Je nach Standort kann der Anteil der Inhaltsstoffe allerdings schwanken. Neben den nahrhaften Früchten sind auch die zu Gemüse gekochten Blätter geeignet, den Mikronährstoffmangel in der Region zu bekämpfen.

Als Pulver kann die Fruchtpulpe in zahlreichen Speisen und Milchprodukten verarbeitet werden. Das Öl ist für die Seifenproduktion und der übrigbleibenden Öl-Presskuchen als Tierfutter geeignet.

Baobab schmeckt fruchtig-herb und leicht süßlich, aber überwiegend säuerlich. Das Aroma erinnert etwas an eine süße Grapefruit. Baobab ist seit dem Jahr 2009 in Europa als „neuartiges Lebensmittel“ zugelassen. Das Pulver ist gut wasserlöslich und kann für Shakes, Smoothies und Säfte verwendet oder mit Joghurt und Müsli gegessen werden. Es ist auch ein gutes Backtriebmittel für Gebäck und Kuchen. Aufgrund des natürlichen Pektingehalts lässt sich Baobab auch zum Binden von Fruchtgelees, Soßen und Suppen einsetzen. Das Pulver ist im Online-Handel, aber auch in gut sortierten Reformhäusern, Bio-Läden und Supermärkten zu finden.

Hintergrund

Weltweit leiden laut FAO über 820 Millionen Menschen an Hunger. Um die Versorgung zu verbessern und dem Hunger entgegenzuwirken, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Aufbau von internationalen Forschungskooperationen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) agiert dabei als Projektträger.

Das Forschungsprojekt BAOFOOD in Ostafrika hat einen partizipativen Forschungsansatz, bei dem Forschungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisation und Kleinunternehmen gemeinsam mit lokalen Bauern die gesamte Wertschöpfungskette analysieren und erforschen – von der Produktion und Vermarktung bis hin zu gesundheitlichen Auswirkungen durch den Konsum von Baobab-Lebensmitteln. Die BLE stellte das Projekt anlässlich des Welternährungstages 2018 vor.

Weitere Informationen:

  • Forschungskooperationen-Welternährung
  • Hochschule Rhein-Waal

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de

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