Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schlägt neuen gesundheitlichen Richtwert für Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle vor

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen neuen gesundheitsbezogenen Richtwert für Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) abgeleitet. Die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (Tolerable Weekly Intake, TWI) für Dioxine und dl-PCB wurde von 14 Pikogramm (14 x 10 -12 Gramm) auf zwei Pikogramm pro Kilogramm Körpergewicht abgesenkt. Der TWI-Wert bezeichnet die Stoffmenge, bei der bei einer lebenslangen wöchentlichen Aufnahme gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Menschen nicht zu erwarten sind.

Die EFSA hat mit ihrer Stellungnahme eine umfassende, neue wissenschaftliche Grundlage geschaffen. Bei der Auswahl der Studie zur Ermittlung des kritischen Endpunktes für die Abtleitung eines gesundheitlichen Richtwertes bestehen aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) noch offene Fragen. Die EFSA weist in ihrer Mitteilung auch darauf hin, dass die Toxizität des dioxinähnlichen PCBs mit dem höchsten Gefährdungspotential (PCB 126) möglicherweise überschätzt werde.

Am 13. November 2018 hatte die EFSA Risikobewertungsbehörden zu einem wissenschaftlichen Austausch eingeladen. Die EFSA plant die Ergebnisse des Fachgesprächs zu veröffentlichen.

Dioxine und dioxinähnliche PCB sind, gesundheitlich betrachtet, unerwünschte Stoffe, kommen aber überall in der Umwelt vor. Somit lässt sich ein Übergang in die Nahrungskette nicht vermeiden. Eine akute Gesundheitsgefahr durch die Aufnahme von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB über die Nahrung ist praktisch ausgeschlossen. Ob es bei einer längerfristigen Aufnahme zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen kann, ist mit zahlreichen, wissenschaftlichen Unsicherheiten verbunden. Grundsätzlich gilt, dass die Belastung der Menschen in Deutschland mit Dioxinen und dioxinähnlichen PCB in den letzten 30 Jahren deutlich zurückgegangen ist.

Das BfR begrüßt die Empfehlung der EFSA, Forschungsaktivitäten zu Dioxinen und PCB zu verstärken, um die Bewertung weiter zu optimieren. So sind beispielsweise weitere Kenntnisse zum Wirkungsmechanismus der Substanzen notwendig. Zudem soll durch geeignete Untersuchungen die Datenbasis erweitert werden. Das BfR wird sich weiterhin intensiv wissenschaftlich mit Dioxinen und dioxinähnlichen PCB befassen.

Dioxine und PCB sind ähnlich strukturierte chlorhaltige Kohlenwasserstoffe. Dioxine entstehen unter bestimmten Bedingungen bei Verbrennungsprozessen, PCB wurden für verschiedene Anwendungen hergestellt, etwa als Kunststoff, Weichmacher und Hydraulikflüssigkeit.

Seit den 1980er Jahren werden PCB nicht mehr produziert. Aufgrund ihrer Langlebigkeit kommen sie immer noch in der Umwelt vor. Sowohl die Stoffgruppe der Dioxine als auch die der PCB umfassen Substanzen mit gesundheitsschädigendem Potenzial. Durch Managementmaßnahmen ist die Belastung in den letzten 30 Jahren jedoch deutlich zurückgegangen.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-018-2764-5

Vollständiger Beitrag

Quelle: BfR

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