Europäische Fischereiminister beschließen Fangquoten für 2019

Deutsche Fischer müssen teilweise empfindliche Kürzungen verkraften, See­lachs weiter im Aufwind.

Zum Abschluss der Verhandlungen der Europäischen Fischereiminister in Brüssel über die Fangquoten für das kommende Jahr erklärte der Staatssekretär im Bundesernährungs­ministerium Dr. Hermann Onko Aeikens: „Nach mehreren guten Jahren müssen die deut­schen Fischer im kommenden Jahr teilweise empfindliche Kürzungen ihrer Quoten verkraf­ten. Das gilt insbesondere für Hering und Kabeljau in der Nordsee. Bei Seelachs setzt sich der positive Trend hingegen fort.

Diese harten Schnitte sind notwendig, damit wir auf Nach­haltigkeitskurs bleiben. Denn unser Ziel ist es, spätestens 2020 alle Bestände nachhaltig zu bewirtschaften. Das erreichen wir nur, wenn wir den natürlichen Schwankungen der Fisch­bestände mit unseren Beschlüssen angemessen Rechnung tragen. Damit sichern wir nicht nur unsere lebenden Meeresschätze, sondern auch die Zukunft unserer Fischer.“

Beim Aal einigte sich der Rat darauf, die Schonzeit von drei Monaten 2019 in Nordostatlan­tik, Nord- und Ostsee fortzusetzen und im Mittelmeer einzuführen. Aeikens begrüßte in diesem Zusammenhang, dass jetzt auch der Jungaal (Glasaal) in diese Maßnahme einbezo­gen wird: „Beim Aal besteht schon seit längerem dringender Handlungsbedarf. Deshalb freue ich mich, dass es jetzt gelungen ist, den Schutz dieser gefährdeten Art, insbesondere am Beginn ihres Lebenszyklus‘, weiter zu verbessern.“ Die Schutzmaßnahmen erstrecken sich nicht auf die Binnengewässer, wo bereits die Aalmanagementpläne greifen.

Die Fangmengen für 2019 wurden auf Basis der wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) festgelegt. Dieser hatte insbesondere für Hering und Kabeljau in Nordsee eine drastische Kürzung der Fangmengen empfohlen, um eine nachhaltige Bewirtschaftung sicher zu stellen.

„Die Fischereiminister haben mit ihren Beschlüssen angesichts des rückläufigen Elterntier­bestandes bei wichtigen Fischbeständen Augenmaß bewiesen und bleiben gleichzeitig weiter auf Nachhaltigkeitskurs. Der rechtzeitige Abschluss der Fischereiverhandlungen mit Norwegen schafft zusätzliche Planungssicherheit zu Beginn der neuen Fangsaison“, betonte Aeikens und fügte hinzu: „Nachhaltige Fischereipolitik nützt der Natur, den Fischern und den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Es besteht kein Anlass, auf den Genuss von frischem Meeresfisch aus Nordsee und Nordostatlantik zu verzichten.“

Nähere Informationen über die genaue Situation der einzelnen Fischbestände sind über die Website „Fischbestände online“ abrufbar: http://fischbestaende.portal-fischerei.de/

EU- und deutsche Quoten 2019 bei wichtigen Nordseebeständen und Makrele

Bestände EU-Quote
in Tonnen
Deutsche Quote
in Tonnen
Veränderung
deutsche Quoten 2019/2018
Hering* 230.782 39.404 – 40 %
Seelachs 58.524 12.768 + 16 %
Scholle 92.531 5.338 – 12 %
Kabeljau 23.211 3.010 – 35 %
Schellfisch 22.591 1.048 – 1 %
Makrele
(Nordostatlantik)
260.813 16.594 – 20 %

*) Nördliche Nordsee (Gebiete 4a und 4b)

Weitere Informationen: www.bmel.de/Fischerei

Pressekontakt:
Referat MK1 – Pressestelle
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin
Telefon: +49 30 / 18 529-3174
Fax: +49 30 / 18 529-3179
Pressestelle@bmel.bund.de

Quelle: BMEL

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