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Kleines Glossar deutscher Rebsorten

Weinflasche
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Nach Angaben des Deutschen Weininstituts werden bei uns fast 140 verschiedene Rebsorten angebaut. Eine größere Marktbedeutung haben davon jedoch lediglich rund 24 Weine, wobei Riesling, Müller-Thurgau sowie Rivaner eine führende Rolle einnehmen.

Grob unterschieden wird zwischen Rot- und Weißweinen. Die Weinanbaufläche wird in Deutschland zu 66% für den Anbau von Weißwein und zu 34% für Rotwein genutzt. Die bedeutendsten Weißweingebiete liegen an Mosel, Saar und Ruwer. Südliche Regionen wie Württemberg und Baden haben vorrangig eine Rotweintradition. Die größten Anbaugebiete liegen in Rheinhessen und in der Pfalz.

Bei den roten Rebsorten sind Burgunder sehr beliebt – hier besonders der Spätburgunder. Aber auch klassische Sorten wie Portugieser, Schwarzriesling, Lemberger oder Saint Laurent spielen weiterhin eine große Rolle.

Wichtige in Deutschland angebaute rote Rebsorten und ihre geschmacklichen Charakteristika

Spätburgunder (auch: Pinot Noir) ist der qualitativ hochstehende Wein für den feinen Gaumen des Weinkenners. Er hat den Stellenwert, den der Riesling bei den Weißweinen innehat. Er macht 12% an der Gesamtrebfläche in Deutschland aus und wird sein Anfang der 90er Jahre immer beliebter. Der Anbau erfolgt vornehmlich in Baden mit einem Schwerpunkt am Kaiserstuhl.
Geschmack: vollmundig, samtig mit fruchtigem Aroma und Nuancen von Mandel. Leicht süßlicher Duft nach roten Früchten wie Erdbeere oder Kirsche.

Dornfelder wurde vor mehr als 60 Jahren neu gezüchtet und ist längst zu einem Klassiker unter deutschen Rotweinen mit großer Nachfrage geworden. Fruchtiger Geschmack. Passt ausgezeichnet zu kräftigem Braten, Wild oder Käse.

Portugieser ist ein unkomplizierter, süffiger, vollmundiger und frischer Schoppenwein mit einer belebenden Säure. Der leichte Duft erinnert an Beerenfrüchte wie rote Johannisbeere.

Trollinger gilt als schwäbisches Nationalgetränk, wird fast täglich getrunken und ist sehr bekömmlich. Wird zur Brotzeit genommen und gerne auch zu hellem Fleisch oder Frischkäse.

Der Schwarzriesling ist Favorit bei den Württembergern und ist beliebt als Dämmerschoppen. Seine geschmacklich kräftigeren Varianten passen gut zu Fleischgerichten vom Schwein oder vom Lamm.

Blauer Lemberger ist eine württembergische Spezialität, die sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit erfreut. Er zeigt sich zumeist intensiv schwarzrot und bietet im Geruch ein verhaltenes bis kräftiges Aroma. Geschmacklich zeigt er sich häufig fruchtig oder gerbstoffbetont mit einem langanhaltenden Nachklang.

Wichtige in Deutschland angebaute weiße Rebsorten und ihre geschmacklichen Charakteristika

Der Riesling wächst in allen deutschen Anbaugebieten und repräsentiert die deutsche Weinkultur wie kein anderer. Er zeigt typischerweise eine blassgelbe bis grünlich-gelbe Färbung. Er duftet nach Pfirsich oder Apfel und bietet geschmacklich eine rassige Säure. Auf Schieferböden angebaute Rieslinge weisen eine mineralische Note auf.

Der Müller-Thurgau (auch: Rivaner) gilt als unkomplizierter Wein. Er ist süffig und kommt jugendlich, frisch und leicht daher und wird zu den unterschiedlichsten Anlässen gerne getrunken. Die Farbe ist blassgelb bis hellgelb. Mit der Bezeichnung „Rivaner“ handelt es sich um eine trockene Variante.

Der Silvaner ist ein neutraler Weißwein mit milder Säure, gerne als Sommerwein genommen. Er ist sehr variantenreich und kommt mal als geschmeidiger, cremiger Barriquewein daher, mal als eleganter und intensiver, lang anhaltender Edelsüßer.

Kerner ist eine Rebsortenzüchtung, die durch eine Kreuzung von rotem Trollinger und weißem Riesling entstanden ist. Er ist ein saftiger Schoppenwein, der gerne als Durstlöscher genommen wird – auch für Schorle wegen seiner Säure gut geeignet. Trockene oder halbtrockene Varianten in guter Qualität passen zu Vorspeisen, wie Fisch- oder Gemüseterrinen, zu sommerlichen Salaten, zu Fisch, Geflügel und Kalbfleisch, zu Spargelgerichten, zu mildem Schnittkäse und Frischkäse.

Weißburgunder eignen sich in den trockenen Varianten mit ihrer angenehm frischen Säure und feinen Frucht hervorragend als Menü- oder auch leichte Weine im Sommer. Das leichte Aroma erinnert an Obst, von Apfel über Birne und Quitte bis hin zu frischer Ananas. Weißburgunder passen sehr gut zu Meeresfrüchten, Fisch, Kalb- und Schweinefleisch sowie Geflügel.

Grauburgunder werden im Handel meist als trockene und mittelkräftige Weine mit leichter Säure angeboten. Es gibt sie auch unter der Bezeichnung „Ruländer“ als gehaltvolle Weine mit betonter Süße. Gereift wird der Grauburgunder im Stahltank, im großen Holzfass oder im Barrique und zeigt sich dementsprechend mal blassgelb, goldgelb oder auch bernsteinfarben. Die Duftaromen reichen von grünen Nüssen, Mandeln oder frischer Butter bis hin zu obstigen Auftritten.

Die ganze breite Angebotspalette an roten wie weißen Weinen in allen Sorten und Varianten erhält man im Internet bei Weingütern mit eigenem Shop und Vertrieb wie beispielsweise dem Weingut Reichsgraf von Ingelheim aus Rheinhessen.

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