Allergien: Wenn das Immunsystem verrückt spielt

Foto: Mallivan – stock.adobe.com / Nestlé Ernährungsstudio

Im Laufe seines Lebens leidet etwa jeder dritte Deutsche an mindestens einer allergischen Erkrankung. Bei einer Allergie ist die Immunabwehr des Körpers fehlgeleitet. Sie reagiert auf harmlose Stoffe aus der Umwelt wie Hausstaub, Blütenstaub oder bestimmte Eiweiße in Lebensmitteln.

„Der Körper wird gegen diese Stoffe, auch Antigene oder Allergene genannt, sensibilisiert und bildet entsprechende Antikörper“, erklärt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. „Bei erneutem Kontakt mit den spezifischen Allergenen kann es zu allergischen Reaktionen des Körpers kommen, die einen Hautauschlag, Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden oder Atemnot hervorrufen.“

Häufige Allergene und Kreuzallergien

Pollen, Blütenstaub, Hausstaub oder Tierhaare – diese Allergene machen vielen Menschen zu schaffen. Ebenso können allergische Reaktionen gegen bestimmte Lebensmittel beziehungsweise Lebensmittelbestandteile für Betroffene sehr belastend sein.

„Bei Erwachsenen gehören zum Beispiel Meeresfrüchte, Nüsse, Obst, Hülsenfrüchte und verschiedene Gewürze zu den allergieauslösenden Lebensmitteln. Viele Pollenallergene sind eng mit Allergenen in Lebensmitteln verwandt. Dadurch kann es zu sogenannten Kreuzallergien kommen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annette Neubert.

Baumpollen wie Birkenpollen kommen verstärkt zwischen Februar und Mai vor. Hier kann es unter anderem zu Kreuzreaktionen mit rohem Kern- und Steinobst, wie zum Beispiel Äpfeln, Kirschen oder Nektarinen, sowie Nüssen, etwa Hasel- oder Walnüssen, kommen.

Zudem sind allergische Reaktionen gegen Gemüse wie Sellerie oder Soja möglich. Bei Allergien gegen Gräser- und Getreidepollen, die sich besonders stark im Juni und Juli verbreiten, können Sensibilisierungen gegen Erdnüsse, Tomaten und Melonen auftreten.

Jedoch sind Kreuzreaktionen bei einer Gräser- und Getreidepollenallergie in Deutschland recht selten. Allergische Reaktionen beispielsweise gegen Kiwi, Sellerie, Kümmel, Koriander oder Anis kommen auch bei Allergien gegen Kräuterpollen vor. Ihre Hauptblütezeit ist im August und September.

Die Allergie erkennen

Den Auslöser einer Allergie eindeutig zu identifizieren, ist nicht immer einfach. Bei einem Verdacht sollte eine Diagnose schrittweise erfolgen. Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch zur Krankheitsgeschichte mit einem spezialisierten Arzt wie einem Allergologen.

„Bei einem Verdacht kann es hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen. Es dokumentiert über einen längeren Zeitraum, was gegessen wurde und welche Symptome nach dem Verzehr aufgetreten sind“, erläutert Dr. Annette Neubert.

Anschließend lässt sich mithilfe eines Haut- und Bluttests überprüfen, ob eine Sensibilisierung gegenüber potenziellen Allergenen vorliegt. Bei einer bestehenden Allergie reagiert der Körper mit Quaddeln auf der Haut oder Antikörpern im Blut. Außerdem kann unter ärztlicher Aufsicht eine Auslass-Diät mit darauffolgender Provokation einen Allergieverdacht bestätigen. Zu Beginn der Diät werden Allergene bewusst gemieden und die potenziellen Lebensmittelallergene im Anschluss gezielt getestet.

Mit einer Allergie leben

Bei einer diagnostizierten Allergie sollte das spezifische Allergen möglichst gemieden werden. Für Lebensmittelallergiker sind Allergene in verarbeiteten Lebensmitteln jedoch nicht immer auf Anhieb erkennbar. Beispielsweise werden Bestandteile aus dem Hühnerei oder Milcheiweiß häufig als Bindemittel und Emulgatoren eingesetzt.

Daher können diese auch in Suppen, Soßen, Eis, Pudding, Teigwaren oder Gebäck enthalten sein. Durch die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung müssen mögliche Allergene wie Krebs- und Schalentiere, Fisch, Eier, Erdnüsse, Soja, Milch, Nüsse, Sesamsamen und Sellerie im Zutatenverzeichnis angegeben werden.

Hier einige Tipps, die das Leben bei bestimmten Allergien etwas erleichtern können

Hausstaubmilbe: Teppichböden, Matratzen, Federdecken und -kissen gegen Allergikerprodukte austauschen sowie einen Staubsauger mit Milbenfilter verwenden.

Tierhaare: Den Kontakt mit der entsprechenden Tierart vermeiden. Nach einem zufälligen Kontakt Hände, Haare und Kleidung waschen.
Heuschnupfen: Auf die Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes achten.

Nüsse: Allergische Reaktionen auf Nüsse sind mitunter sehr heftig. Das Allergen sollte daher strengstens gemieden werden. Es empfiehlt sich außerdem, ein Notfallset mit Medikamenten wie Kortison, Antihistaminikum und adrenalinhaltigem Präparat mitzuführen.

Obst: Meist wird die entsprechende Obstsorte roh und ungeschält nicht vertragen. In Absprache mit dem behandelnden Arzt können Allergiker versuchen, ob ein Verzehr des geschälten oder gegarten Obsts möglich ist. Gelegentlich hilft auch die Wahl einer allergenarmen Sorte. Beim Apfel gelten Sorten wie Boskop, Jamba oder Gloster als allergenarm.

Quelle: Nestlé Ernährungsstudio

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