Was verstehen Menschen unter einem Risiko?

Maria-Sibylla-Merian-Fellowship des BfR für die Psychologin Daniëlle Timmermans.

Wie nehmen Menschen gesundheitliche Risiken wahr? Und wie wirken sich Informationen dazu auf das Verhalten aus? Zu diesen und vielen weiteren Fragen der Risikokommunikation forscht Professorin Dr. Daniëlle Timmermans von der Vrije Universiteit Amsterdam (VU). Für ihre wissenschaftliche Arbeit ist die Niederländerin mit dem Maria-Sibylla-Merian-Fellowship des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ausgezeichnet worden. Timmermans wird zwei Monate am BfR mitarbeiten und ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der VU entwickeln. Mit dem Fellowship ehrt das BfR Menschen, die sich durch außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen hervorgetan haben.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Daniëlle Timmermans, die sich in ihrer Forschung zum Umgang mit Unsicherheiten sehr profiliert hat“, sagt BfR-Präsident Profes sor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Mit dem Stipendium stärkt das Bundesinstitut seine internationale Vernetzung und Expertise im Bereich der Risikokommunikation.“

Weitere Informationen zum Maria-Sibylla-Merian-Stipendium

Daniëlle Timmermans ist seit 2008 Professorin am University Medical Center der VU und untersucht, wie Menschen mit Informationen zu gesundheitlichen Risiken umgehen. Ihr Fokus liegt auf Fragen der öffentlichen Gesundheit, beispielsweise im Bereich Pränatalscreening, Krebsvorsorge oder Umweltrisiken und Gefahrenstoffe. Mit ihrer Forschung, in die Theorien und Modelle aus Medizin und Psychologie einfließen, trägt sie dazu bei, die Risikokommunikation zu verbessern.

Zahlreiche Erfahrungen sammelte die Psychologin auch von 2013 bis 2019 am niederländischen Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM). Als verantwortliche Wissenschaftlerin für Risikokommunikation zählte es zu ihren Aufgaben, ein Forschungsnetzwerk zwischen dem RIVM und externen Forscherinnen und Forschern aufzubauen sowie die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktisches Handeln zu übertragen.

Das BfR zeichnet Timmermans für ihre wissenschaftlichen Leistungen mit dem Maria-Sibylla-Merian-Fellowship aus. Im Rahmen eines zweimonatigen Gastaufenthalts am BfR soll sie ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Risikokommunikation entwickeln und die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des BfR, der VU und des RIVM stärken.

Das BfR fördert mit dem Maria-Sibylla-Merian-Fellowship den Wissenstransfer zwischen international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Forschenden am Bundesinstitut. Mit der Namensgebung würdigt das BfR die Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian (1647-1717), die sich durch einen außergewöhnlichen Pioniergeist in der biowissenschaftlichen Forschung an der Wende zum 18. Jahrhundert auszeichnete. Merians unabhängige Leistungen sind Vorbild für die Arbeit des BfR im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes.

Frühere Senior-Fellows waren Professor Malcolm Macleod (Universität Edinburgh), Dr. Valérie Fessard (französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz und Arbeitsschutz, ANSES) sowie Professor Hans Schenkel (Universität Hohenheim).

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Quelle: BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung

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