Warum betriebliche Gesundheitsförderung so wichtig ist

Ab dem mittleren Erwachsenenalter steigt das Risiko einer chronischen Erkrankung an. Die Folge: höheres Fehlzeitenrisiko bzw. eingeschränkte Erwerbsfähigkeit. Die Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten im Betrieb liegen vor allem an Muskel-Skelett-Erkrankungen (ca. 25 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage), gefolgt von Atemwegserkrankungen (ca. 15 Prozent) und in steigendem Maße an psychischen und Verhaltensstörungen (ca. 15 Prozent).

Für Arbeitgeber werden Maßnahmen zum Erhalt und zur Stärkung von Gesundheit, Arbeits- und Leistungsfähigkeit angesichts der demografischen Entwicklung über die gesamte Spanne des Erwerbslebens bedeutsamer. Hier kommt die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ins Spiel.

“Betriebliche Gesundheitsförderung stellt eine Win-Win-Win-Situation für Beschäftigte, Unternehmen und die Gesellschaft dar”, sagt Dr. Annegret Flothow, Professorin für Gesundheitspsychologie am Department Ökotrophologie der HAW Hamburg. In einem Interview von IN FORM erläutert sie, warum Betriebliche Gesundheitsförderung so wichtig ist und dass Betriebliche Gesundheitsförderung als Querschnittaufgabe fest in den Strukturen und Prozessen der (Arbeits-)Organisation verankert werden sollte.

Flothow sieht dabei auch im Bereich Ernährung vielfältige Handlungsfelder. Angefangen beim Verpflegungsangebot, wie z. B. im Betriebsrestaurant, in der Cafeteria oder in den Snack- und Getränkeautomaten über die Einrichtung und Gestaltung von Pausenräumen bis hin zu Möglichkeiten des Nudging, um Beschäftigte zum gesundheitsförderlichen Verhalten „anzustubsen“.

Hingewiesen wird außerdem auf Beratungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen. Das Gesetz zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung (Präventionsgesetz – PrävG) sieht in § 20b Abs. 3 SGB V die Einrichtung regionaler BGF-Koordinierungsstellen durch die Krankenkassen vor. Seit 2017 können sich insbesondere kleine und mittlere Betriebe bei der Umsetzung von Betrieblicher Gesundheitsförderung beraten lassen. Immerhin arbeiten hier etwa 60 Prozent aller Beschäftigten und der Handlungsbedarf ist entsprechend hoch.

Weitere Informationen:

Quelle: BZfE

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