Kater Cook – ein Vorbild in Sachen Klimaschutz

Wir brauchen inspirierende Vorbilder und viele positive Erfahrungen, um zu lernen. Diese Erkenntnisse gehen zurück auf Albert Bandura, der in den 1980er Jahren über Lerntheorien forschte. Daher zählen beide Faktoren auch zu den stärksten Motoren, wenn wir unser Verhalten in puncto Essen und Klima verändern wollen.

Das Bundeszentrum für Ernährung verbindet schon seit vielen Jahren Unterrichtsthemen zur schulischen Ernährungs- und Verbraucherbildung mit Aspekten für eine nachhaltige Entwicklung. So sind bereits seit der ersten Auflage „Der Ernährungsführerschein“ aus dem Jahr 2007 die Rezepte klimafreundlich. In der Neuauflage des Unterrichtskonzeptes als Ringordner werden explizit die Verknüpfungen zum nachhaltigen Handeln hervorgehoben. Sie finden sich in Infokästen, den Ideenbörsen und in der Reflexion mit den Kindern. In jeder Stunde wird an vielen Stellen deutlich: Die Kinder werden fit für die Küche und erwerben Küchenfertigkeiten, die gesund sind für Mensch und Umwelt.

Die Comic-Figur „Kater Cook“ ist das große Vorbild der Kinder. Er kennt sich in der Küche aus und ist überzeugter Umweltschützer. Daher bringt er ausschließlich Rezepte für klimafreundliche Speisen mit: lustige Brotgesichter, den knackigen Gemüsespaß, die kunterbunten Nudelsalate und den fruchtigen Schlemmerquark. Mit Kater Cook machen sich die Kinder startklar, räumen am Ende auf und verpacken Essensreste, um sie später zu essen. Von Kater Cook lernen sie einkaufen, rühren, schnippeln, unnötige Schneidabfälle vermeiden, achtsam mit Lebensmitteln umgehen und anderes Küchen-Knowhow, um künftig selbst kleine Speisen zubereiten zu können.

Im Tun der Kinder sind viele wichtige Klimatipps verborgen und umgesetzt, wie: Esst viel frisches Gemüse und Obst, denn es belastet das Klima weniger als Fleisch. Kauft ein, was in der Nähe wächst, wegen der kurzen Wege. Vermeidet Einweg-Plastik, weil es die CO2-Bilanz verschlechtert und die Meere verschmutzt. Reste gehören nicht in die Tonne – lieber die Mengen klug wählen.

Im Ringordner finden Lehrende immer wieder konkrete Hinweise, die versteckten Botschaften aufzudecken. Hervorlocken und erklären können sie die komplexen Zusammenhänge durch Fragen wie: Woher kommt diese Möhre? Aus der Einkaufstasche. Aber was war davor, wie sehen Produktions- und Wertschöpfungskette aus? Es tun und darüber reden fördert das Verstehen und regt die Reflexion an.

Noch wichtiger als große Vorbilder wie Kater Cook sind Erfolgserlebnisse und positive, sinnstiftende Esserfahrungen. Diese haben die Kinder beim Ernährungsführerschein in jeder Praxisstunde. Sie probieren aus, sie schnippeln, schmecken ab wie Chefköche, helfen sich gegenseitig und werden von Stunde zu Stunde selbstständiger. Bevor sie in fröhlicher Runde ihre Speisen mit allen Sinnen genießen, begutachten und wertschätzen sie ihr Essen gegenseitig. Diese gemeinsame Reflexion am Speisenbüffet ist eine weitere Möglichkeit, die Erkenntnisse über umweltfreundliches Essen und Trinken zu festigen.

So können sie in ihrer Lebenswelt dazu beitragen, das Klimaschutzziel zu erreichen und Lebensmittelabfälle zu verringern. Da im Unterrichtskonzept „Der Ernährungsführerschein“ Essen und Klima miteinander verknüpft sind, hat das Unterrichtskonzept das Potenzial, Kinder gleichzeitig für ein gesundheitsförderliches und klimafreundliches Essverhalten zu begeistern.

Weitere Informationen:

Unterrichtskonzept „Der Ernährungsführerschein“

Ringordner „Der Ernährungsführerschein“

Fritten for future? Klimaschutz mit Messer, Gabel und Einkaufsbeutel:

Quelle: Dr. Ingrid Brüggemann, BZfE

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