CBD-Produkte auf dem Prüfstand: Informatives über THC-Gehalt, Produktion und Inhaltsstoffe

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Produkte mit Cannabidiol (CBD) sind stark gefragt. Aufgrund der medizinischen Wirksamkeit von CBD boomen Nahrungsergänzungsmittel regelrecht. Beim Kauf ist allerdings Vorsicht geboten. Es gibt nicht nur erhebliche Qualitätsunterschiede, sondern auch gesetzliche Vorgaben, die Verbraucher kennen sollten. Ein Einblick in wesentliche Merkmale.

THC-Gehalt entscheidet über Legalität

Das Cannabinoid Cannabidiol (CBD) wirkt nicht-psychoaktiv. Stattdessen ist es für seine medizinische Wirksamkeit bekannt. Es wirkt angstlösend, entkrampfend und entzündungshemmend. Zudem hilft es bei Übelkeit. Wie die Substanz mit dem menschlichen Organismus agiert, wurde in diesem Beitrag über Nervennahrung bereits ausführlich beschrieben. Der Gehalt an psychoaktivem Tetrahydrocannabinol (THC) ist bei legalen CBD-Produkten so gering (unter 0,2 Prozent), dass sie nicht dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegen. Wie Experten des CVUA Karlsruhe auf der Internetseite der Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit in einer Meldung über Cannabidiol bestätigen, kam es bei elf von 49 Hanf- beziehungsweise CBD-Proben zu einer Überschreitung des THC-LOAEL, der niedrigsten „Dosis mit beobachtetem toxischen Effekt“. Darunter auch CBD-Öle (Nahrungsergänzungsmittel) und CBD Kaugummis. Angemerkt wurde dabei, dass bei manchen Produkten keine tägliche Verzehrmengenbeschränkung deklariert wurde und der LOAEL für THC bereits mit zwei Portionen pro Tag überschritten werden kann.

Weil sich der THC-Gehalt pro Einnahme bei CBD-Öl aufgrund seiner Darreichungsform nicht so exakt kontrollieren lässt, wie es bei Kapseln der Fall ist, greifen viele Verbraucher zum alternativen Nahrungsergänzungsmittel. Seriöse Hersteller halten die entsprechenden EU-Vorschriften ein und dürfen ihre CBD-Artikel legal vertreiben. Ob konkrete Produkte die Voraussetzungen erfüllen, kann der Verbraucher generell schlecht nachvollziehen. Eine Orientierung bieten Onlineportale, die über vertrauenswürdige Anbieter aufklären. Im Bereich CBD Kapseln liefert das Gesundheits- und Medizinportal fwiegleb.de entsprechende Hinweise über THC-arme Produkte.

Natur oder Chemie? Vorsicht bei synthetischen Cannabinoiden

Allerdings ist der THC-Gehalt nicht das einzige Kriterium, dass über Legalität beziehungsweise Qualität informiert. Wie das Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte zum Thema Betäubungsmittel bestätigt, wurden am 18. Juli 2019 Änderungen an der Betäubungsmittelgesetzgebung vorgenommen. Änderungen an Anlagen des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes lösten entsprechende Änderungen an den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes aus, um diese „an den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse“ anzupassen. Unter anderem wurden acht neue Stoffe in Anlage II aufgenommen. Darunter zwei synthetische Cannabinoide, die inzwischen als Stoffgruppe im Gesetz geregelt sind.

Anders als Cannabidiol, das der Cannabispflanze entnommen wird und somit natürlichen Ursprungs ist, sind synthetische Cannabinoide, auch Cannabinoidmimetika genannt, künstlich hergestellt. Ihre pharmakologische Wirkung im menschlichen Organismus ist dem der Cannabinoide ähnlich. Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz verbietet seit der Anpassung den Umgang mit Cannabinoidmimetika, die von Indol, Pyrazol und 4-Chinolon sowie von 3-Sulfonylamidobenzoesäure abgeleitet wurden.

Gut zu wissen: Ein hoher Gehalt an CBD in Vollspektrum-Produkten ist kein Hinweis darauf, dass synthetisches CBD verarbeitet wurde. Natürliche Vollspektrum CBD-Artikel sind vorteilhaft, weil sie nicht nur CBD liefern, sondern auch andere wertvolle Cannabinoide wie CBG, CBDa und CBC. Waren mit Konservierungs- und Farbstoffen sowie aromatischen Zusätzen sind zu meiden.

Pflanzenwissen: Hanfsorte und mehr

Seriöse Hersteller greifen bei der Produktion auf Hanfpflanzen zurück, dessen Anbau laut Sortenkatalog der Europäischen Union in Mitgliedsstaaten für gewerbliche Zwecke erlaubt ist. Pflanzenbestandteile aus Asien unterliegen beispielsweise weniger strengen Qualitätsstandards. Da bei Industriehanf für die Erzeugung von CBD-Produkten eine starke Verarbeitung nötig ist, gewinnen phyto-cannabinoid-reiche Cannabispflanzen an Bedeutung. PCR-Hanf enthält vergleichsweise viel Terpene, wodurch besonders vom Entourage-Effekt profitiert wird: Es kommt zu einer interaktiven Synergie verschiedener Cannabis-Substanzen. Terpene übernehmen eine besondere Aufgabe. Der Mix aus folgenden Vertretern kann beispielsweise Angstzustände lindern:

  • Mycren
  • Pinen
  • Caryophyllen

Dass sich in Sachen Cannabis-Forschung einiges tut, verdeutlicht das Deutsch-kanadische Netzwerk „Medizinisch phytocannabinoid-reiches (PCR) Cannabis“. Es hat 2019 mit seiner Forschungsarbeit begonnen, um die im Bereich der Heilpflanze vorherrschenden Wissenslücken zu schließen. Die Leiterin der Arbeitsgruppe Anbausysteme und Modellierung Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger wird in einer Pressemeldung der Universität Hohenheim zitiert: „Dass in der Cannabis-Pflanze viel Potenzial steckt, hat der Handel mittlerweile erkannt.“

Die Erfahrungswerte und das Wissen um die Pflanze seien in der Bundesrepublik allerdings relativ gering. Das Netzwerk möchte dies in den kommenden Jahren ändern. Im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

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