Studie: Schwangere müssen auf Calcium und Magnesium achten

Schwangere nehmen häufig zu wenig Calcium und Magnesium auf. Das ergab eine gemeinsame Studie von Forschern aus Polen und der Medizinischen Hochschule Hannover. Eine adäquate Versorgung in der Schwangerschaft ist jedoch besonders wichtig, um den optimalen Verlauf der Schwangerschaft für den Fötus und die Mutter zu gewährleisten.

Zu wenig Calcium beispielsweise verringert die Knochendichte bei Mutter und Kind und erhöht das Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung. Ein Magnesiummangel begünstigt Bluthochdruck und Wadenkrämpfe sowie Migräne. Deshalb sollten Schwangere stets auf eine optimale Versorgung mit Calcium und Magnesium achten. Eine ideale und kalorienfreie Quelle sind calcium- und magnesiumreiche Heilwässer ab etwa 250 mg Calcium und 100 mg Magnesium pro Liter.

Gesundheitsrisiko durch zu wenig Nährstoffe in der Schwangerschaft

Die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen während der Schwangerschaft beeinflusst sowohl den funktionierenden Schwangerschaftsverlauf als auch die Entwicklung und Gesundheit des Fötus. In der Schwangerschaft besteht beispielsweise ein erhöhter Bedarf an Vitaminen wie Folsäure und Vitamin D. Aber auch ein Mangel an Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium kann negative Folgen für die Gesundheit des ungeborenen Kindes sowie für die Mutter haben. So führt eine Unterversorgung mit Calcium während der Schwangerschaft zu einer verringerten Knochendichte bei Mutter und Kind.

Außerdem erhöht eine niedrige Calciumzufuhr das Risiko für Präeklampsie, eine Schwangerschaftsvergiftung, die mit Bluthochdruck und Wassereinlagerungen einhergeht. Ein Magnesiummangel während der Schwangerschaft kann ebenfalls zu Bluthochdruck und Ödemen führen, aber auch die Ursache für schmerzhafte Wadenkrämpfe und Migräne sein.

Nach Daten der Nationalen Verzehrsstudie II erreichen in Deutschland  55% der Frauen die empfohlene Zufuhr an Calcium nicht. Und 29% der Frauen nehmen weniger als die empfohlene Menge an Magnesium auf. Hier stellt sich die Frage: Gilt dies auch für die Versorgungslage schwangerer Frauen mit den entscheidenden Nährstoffen?

Nehmen Schwangere genug Calcium und Magnesium auf?

Dieser Frage gingen Forscher aus Polen in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Sie untersuchten 108 schwangere Frauen im Alter von 18 bis 42 Jahren, von denen knapp die Hälfte (48%) zum ersten Mal schwanger waren. Die Frauen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Schwangerschaft, zwischen der 6. und 32. Schwangerschaftswoche in die Studie einbezogen.

Erfasst wurde die Aufnahme der für die Schwangerschaft entscheidenden Nährstoffe Folsäure, Vitamin D, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Kupfer aus der Nahrung und aus  Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu füllten die Frauen einen von den Forschern entwickelten, validierten Ernährungsfragebogen aus und führten zusätzlich ein Erinnerungsprotokoll über die Ernährung der letzten 24 Stunden. Die per Fragebogen erfassten Werte wurden mit dem aktuellen Mineralstoffstatus verglichen. Dieser wurde aus Haarproben analysiert  und repräsentiert den Körperbestand an Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Kupfer.

Viele Schwangere unzureichend mit Calcium und Magnesium versorgt

Die Ernährungserhebungen der Studie zeigten, dass die Probandinnen insgesamt weniger Calcium und Magnesium über die Ernährung aufnahmen als empfohlen wird. So erreichten die Schwangeren durchschnittlich nur 84% der empfohlenen Zufuhr an Calcium und 75% der empfohlenen Menge an Magnesium. Die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln erhöhte die Aufnahme an Calcium und Magnesium um jeweils etwa 50 mg pro Tag. Aber auch damit wurde die empfohlene Zufuhr oft nicht erreicht (89% der Empfehlung für Calcium und 91% der Empfehlung für Magnesium). Die Haaranalyse ergab einen signifikant niedrigeren Magnesiumstatus ab der 20. Schwangerschaftswoche im Vergleich zur ersten Hälfte der Schwangerschaft. Dies konnte ebenfalls für Calcium festgestellt werden, auch wenn die Unterschiede hierbei nicht signifikant waren.

Zusammenfassend zeigt diese Querschnittsstudie, dass schwangere Frauen zwischen 18 und 42 Jahren häufig unzureichend mit Nährstoffen versorgt sind. Die zusätzliche Zufuhr insbesondere von Calcium und Magnesium wird daher zur sicheren Entwicklung des Fötus sowie Aufrechterhaltung der Gesundheit der Frauen dringend empfohlen. Dabei ergibt sich aus den Daten der Studie, dass es insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte wichtig ist, auf ausreichend Magnesium und Calcium zu achten.

Heilwasser liefert kalorienfrei Calcium, Magnesium und Flüssigkeit

Die empfohlene Calcium-Menge für Schwangerere beträgt ebenso wie die für andere Erwachsene 1.000 mg Calcium pro Tag. Bei Magnesium liegt die Empfehlung für Schwangere leicht über der für gesunde Erwachsene, nämlich bei 310 mg Magnesium täglich. Um den Bedarf zu decken, empfehlen sich für Calcium Milch und Milchprodukte sowie für Magnesium Vollkornprodukte, Kleie und Nüsse. Besonders für Menschen mit Milchunverträglichkeiten und für Veganer, aber auch als kalorienfreie und gut verfügbare Calcium- und Magnesium-Quelle eignen sich Heilwässer ab etwa 250 mg Calcium pro Liter und 100 mg Magnesium pro Liter. Die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr ist gerade in der Schwangerschaft ebenfalls von Vorteil.

Kocyłowski et al., Assessment of dietary intake and mineral status in pregnant women. Arch Gynecol Obstet. 2018 Jun; 297(6):1433-1440. doi: 10.1007/s00404-018-4744-2. Epub 2018 Mar 14

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https://link.springer.com/article/10.1007/s00404-018-4744-2

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