Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zeichnet Gewinner des fünften Zu gut für die Tonne!­ – Bundespreises aus

Vorbilder im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat heute herausragende Projekte mit dem Zu gut für die Tonne! – Bundespreis ausgezeichnet. Dabei würdigte sie die Initiatorinnen und Initiatoren, die mit ihren konkreten Ideen, Pioniergeist und großem Engagement dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Mit dem Bundespreis will das Ministerium dafür motivieren und sensibilisieren. Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste die diesjährige Preisverleihung digital stattfinden – über die Social-Media-Kanäle des Bundesministeriums.

Julia Klöckner: „Es sind tolle, innovative Projekte, die wir auch dieses Jahr wieder auszeichnen. Sie sind Vorbilder, schaffen Bewusstsein. Noch genießbare Lebensmittel nicht wegzuwerfen, das ist für mich eine ökonomische, ökologische, aber auch ethische Verpflichtung – es geht hier auch um Wertschätzung. Bis 2030 will ich Lebensmittelabfälle im Handel und bei Verbrauchern deshalb halbieren. Entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette gehen wird dieses Problem an. Erstmals haben sich alle Beteiligten auf konkrete und überprüfbare Reduktionsziele verpflichtet!“

Insgesamt 131 Ideen wurden für den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis eingereicht. Daraus hat die Jury unter Vorsitz von Frau Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe e.V., 14 Projekte als Finalisten ausgewählt. Der Preis wurde in den Kategorien Produktion & Landwirtschaft, Handel, Gastronomie, Gesellschaft & Bildung sowie Digitalisierung verliehen. Zwei Förderpreise mit einem Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro wurden unter den in den Kategorien Nominierten vergeben.

Die Preisträger des Zu gut für die Tonne! – Bundespreises 2020

Kategorie Landwirtschaft und Produktion

Landratsamt Esslingen für „Gelbes Band: Ernteprojekt auf Streuobstwiesen im Landkreis Esslingen“ (Esslingen am Neckar, Baden-Württemberg)
Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ unterstützt der Landkreis die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen. Ein gelbes Band am Stamm signalisiert: Dieser Baum darf gratis und ohne Rücksprache abgeerntet werden. Das „Gelbe Band“ lädt dazu ein, Obst zu ernten und sorgt dafür, dass weniger Obst ungenutzt auf den Wiesen verdirbt.

Kategorie Handel

EasyFill GmbH für „Nachhaltiges Regalsystem“ (Köln, Nordrhein-Westfalen)
Die EasyFill GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Regalsysteme mit einem sogenannten „First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip“: Das sorgt dafür, dass zuerst die Produkte mit der kürzesten Mindesthaltbarkeit verkauft werden und so Produkte, die dringender verbraucht werden müssen, nicht in der Tonne landen.

Kategorie Gastronomie

Betriebsgastronomie der MAN Energy Solutions Societas Europea (SE) für „Foodversity“ (Augsburg, Bayern)
Mit „Foodversity“ unterstützt das Unternehmen seine Betriebsgastronomie an den verschiedenen Standorten gezielt bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Verpackungsmüll und macht die Initiativen sichtbarer. Ein tolles Beispiel dafür, wie man auch in großen Betrieben Lebensmittelabfälle reduzieren und mehr auf das Thema Lebensmittelwertschätzung aufmerksam machen kann.

Kategorie Gesellschaft und Bildung

Johann Heinrich August Duncker Oberschule für „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ (Rathenow, Brandenburg)
Im Rahmen des Projekts „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ vermittelt die Johann Heinrich August Duncker Oberschule in Rathenow mit einem engagierten Kollegium durch zahlreiche Aktivitäten die Wertschätzung von Lebensmitteln an ihre Schülerinnen und Schüler und setzt dabei auf praktische Ernährungsbildung im regulären Schulunterricht.

Kategorie Digitalisierung

Delicious Data GmbH und fünf Studenten- / Studierendenwerke für „Gemeinsam gegen Überproduktion in Mensen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz“ (München, Bayern)
Mensen und Cafeterien müssen Lebensmittel oft entsorgen, weil sie zu viel produzieren. Das Start-up Delicious Data hat ein Prognosesystem entwickelt, das die Anzahl benötigter Portionen vorausberechnet und dadurch die Überproduktion reduziert. Es basiert auf künstlicher Intelligenz, die Erfahrungsdaten mit standortspezifischen und tagesaktuellen Faktoren zusammenbringt. Dadurch lassen sich Lebensmittelmengen passgenauer abschätzen und bedarfsgerechter produzieren.

Mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurden:

  • Johann Heinrich August Duncker Oberschule für „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ (Rathenow, Brandenburg)
    In Zukunft ist das Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler über die bisherigen Aktivitäten hinaus lernen, Lebensmittel für eine gesunde Ernährung im eigenen Garten anzubauen. Mit den Förderpreismitteln kommt die Johann Heinrich August Duncker Oberschule Rathenow der Erschließung eines entsprechenden Gartens ein Stück näher.
  • Kinderleicht e. V für das Schülerprojekt „Gib‘ Lebensmittelverschwendung keine Chance!“ (München, Bayern)
    Das Schülerprojekt „Gib‘ Lebensmittelverschwendung keine Chance!“ sensibilisiert Heranwachsende für die Ursachen und Folgen der Lebensmittelverschwendung. Künftig will der Verein vermehrt auch an nicht-gymnasialen Schulformen arbeiten – dabei kann der gewonnene Förderpreis sicherlich helfen!

Die mit dem Förderpreis ausgezeichneten Projekte erhalten Fördermittel in Höhe von je 7.500 Euro.

Weitere Informationen zu den Gewinnerprojekten finden Sie auf der Homepage www.zugutfuerdietonne.de

Zum Bundespreis

Um die verschiedenen Ansätze und vorbildlichen Beispiele zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung bekannter zu machen und entsprechend zu würdigen, verleiht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jährlich den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis. Der Preis wird in diesem Jahr bereits zum fünften Mal an kreative Lebensmittelretterinnen und -retter vergeben, die sich mit ihren Ideen und viel Herzblut dafür einsetzen, die täglich entstehenden Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Dieses Jahr achtete die Jury insbesondere darauf, ob die eingereichten Ideen eine Vorbildwirkung haben und auch in ähnlichen Kontexten angewendet werden können.
Denn es gilt, die Ideen aus der Nische in die breite Umsetzung zu bringen. Die Projekte dienen zudem als Anregung für Maßnahmen, die die jeweiligen Akteure in den Dialogforen für Primärproduktion, Verarbeitung, Handel, Außer-Haus-Verpflegung sowie private Haushalte im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ergreifen.

Hintergrund – Zu gut für die Tonne!

Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, sechs Millionen davon allein in Privathaushalten. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012.

Unter www.zugutfuerdietonne.de finden Interessierte Fakten zur Lebensmittelverschwendung, Tipps für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln sowie kreative Rezepte für beste Reste.

Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Mit der in 2019 beschlossenen Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung rückt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft neben den Privathaushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung stärker in den Fokus. Ziel ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren. Auch ist es erstmals gelungen, die Sektoren der gesamten Produktions- und Lieferkette auf konkrete und überprüfbare Reduktionsziele zu verpflichten.

Quelle: BMEL

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