Weltbienentag: Bienenschutz muss höchste Priorität haben

Bienenkönigin
Fotolia #104993826 © Heinz-Waldukat – Lizenznehmer: food-monitor

Slow Food Deutschland nimmt den Weltbienentag am 20. Mai zum Anlass, um auf das gravierende Ausmaß des Bienen- und Insektensterbens hinzuweisen, denn Bienen und andere Bestäuber spielen für unsere Lebensmittelproduktion, Umwelt und Biodiversität eine zentrale Rolle. Ein politischer Richtungswechsel hin zu einem weitgreifenden Bienen- und Insektenschutz ist deshalb unabdingbar.

Verbraucher*innen lädt Slow Food am Weltbienentag zu einer Online-Honigsprechstunde ein, bei der sie neben einem Input von Demeter-Imkermeistern zur Honigherstellung und wesensgemäßen Bienenhaltung all das erfragen können, was sie schon immer über Bienen und Honig wissen wollten.

75% unserer Nutzpflanzen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig, doch aktuell geraten Ernährungssicherheit und -souveränität sowie die biokulturelle Vielfalt zunehmend ins Schwanken durch den anhaltenden Verlust dieser bedeutenden Tiere. Laut Insektenatlas der Heinrich-Böll Stiftung (2020) ist die Menge der eingesetzten Pestizide weltweit seit 1950 um das Fünfzigfache gestiegen. Während der ökologische Anbau weitestgehend ohne sie auskommt, werden in der konventionellen Landwirtschaft weltweit pro Jahr etwa vier Millionen Tonnen chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die Zahlen verdeutlichen, dass der von der industriellen Landwirtschaft verfolgte Weg keineswegs im Sinne des Bienenschutzes ist, dass es aber eine zukunftsfähige Alternative gibt.

Dazu die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Ursula Hudson: „Statt viel heißer Luft ist auf politischer Ebene die Umsetzung wirksamer Maßnahmen und das Schließen von Schlupflöchern für bienenschädliche Insektizide gefragt, denn vom Bundeslandwirtschaftsministerium und der EU verkündete Handlungspunkte zum Bienenschutz stellen sich meist als unzureichend heraus. So hatte die EU zum Beispiel im Herbst 2019 entschlossen, das Neonikotinoid Thiacloprid zu verbieten.

Die in Deutschland gebräuchlichen Mittel, Biscaya und Calypso, sind aber deshalb nicht sofort vom Markt verschwunden und es wurde geduldet, dass diese trotz ausgelaufener Genehmigung noch fast ein Jahr lang verwendet werden. So etwas darf es nicht geben! Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ließ 2019, entgegen ihrer Behauptung die Bienen schützen zu wollen, weitere bienenschädliche Ackergifte zu“. Zum Erreichen einer bienenfreundlichen Landwirtschaft und zukunftsfähigen Lebensmittelpolitik ist die Reduktion und ein schrittweiser Ausstieg aus synthetischen Pestiziden und Maßnahmen zur Erholung der Biodiversität Voraussetzung.

Neben dem politisch forcierten Bienenschutz ist es auch grundlegend wichtig, dass Verbraucher*innen dem Lebensmittel Honig wieder mit mehr Wertschätzung und Wissen um dessen Qualitätsunterschiede begegnen. Gerade beim Honig ist es wichtig, Genuss und Verantwortung zusammenzubringen, denn eine gute, saubere und faire Produktion wirkt sich nicht nur positiv auf die Umwelt, den Bestand der Bienenvölker und die faire Entlohnung von Imker*innen aus, sondern auch auf den Geschmack des Produkts, was das Genuss-Erlebnis beim Honig erhöht. Um Verbraucher*innen den Wert von Honig näherzubringen und ihnen Hilfestellung für den Honig-Einkauf zu geben sowie über die unterschiedlichen Qualitäten von Honig zu informieren, organisiert Slow Food zum Weltbienentag die Honigsprechstunde.

EU-Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“

Die EU-Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ wurde Ende 2019 ins Leben gerufen, um die EU-Kommission zum schrittweisen Ausstieg der EU-Länder aus synthetischen Pestiziden bis 2035, zur Erholung der Biodiversität und der Unterstützung von Bäuer*innen aufzufordern. Slow Food unterstützt diese aktiv und ruft Verbraucher*innen auf, die Petition zu unterschreiben.

Weltbienentag: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 20. Mai als World Bee Day ausgerufen. Mit dem UN-Weltbienentag unterstreicht die Weltgemeinschaft den dringenden Schutz der Bienen. Jeder kann dabei mitmachen.

Pressekontakt:
Sarah Niehaus, Tel: (0 30) 2 00 04 75-13
Sharon Sheets, Tel: (0 30) 2 00 04 75-20
presse@slowfood.de
Slow Food Deutschland e.V. – Luisenstr. 45 – 10117 Berlin

Quelle: Slow Food Deutschland

FavoriteLoadingSeite in meine Favoritenliste legen | Seite drucken Seite drucken | Hinweis Copyright |
Medienkontakte dieser Meldung: 809

Mehr zum Thema