ProVeg veröffentlicht große europäische Ernährungsstudie

Pflanzliche Alternativen zu Käse, Fisch, Meeresfrüchten, Eiern und Fertiggerichten gehören zu den Produkten mit den größten Wachstumschancen auf dem Markt für Veggie-Alternativen.

Die europaweiten Befragung der internationalen Ernährungsorganisation ProVeg, an der 6.221 Verbraucher aus 9 europäischen Ländern teilnahmen, vermittelt Einblicke in das aktuelle Konsumverhalten und zeigt das Nachfragepotenzial für pflanzliche Produktalternativen auf. Darüber hinaus bietet sie Akteuren der Lebensmittelindustrie und dem Handel die Chance, neue nachfragegerechte Angebote erfolgreich im Markt zu platzieren und bereits vorhandene Produkte zu optimieren. Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Rangliste der am stärksten nachgefragten Produkte

Auf Platz 1 der Produkte, die sich sowohl Vegetarier und Veganer als auch Flexitarier wünschen, steht pflanzlicher Käse. Rein pflanzliche Fertiggerichte belegen den 2. Platz der Wunschliste der Flexitarier. Bei den befragten Vegetariern und Veganern liegen sie auf Platz 3. Während Flexitarier nach mehr pflanzlichen Fleisch- und Wurstprodukten fragen, die wie das tierische Original schmecken, sehnen sich Vegetarier und Veganer vor allem nach einem größeren Angebot an veganen Backwaren und Schokolade. Insgesamt hat ProVeg 14 Produktkategorien abgefragt, auf die auch der Bericht detailliert eingeht.

Den Käsecode knacken

„Sowohl veganer Käse wie auch Fertiggerichte auf rein pflanzlicher Basis bieten enorme Wachstumschancen“, so Verena Wiederkehr, Leiterin des Fachbereichs Lebensmittelindustrie und Handel bei ProVeg. Wiederkehr empfiehlt Lebensmittelherstellern, ihr Sortiment in diesen Kategorien auszubauen. Ein besonderes Augenmerk sollte – wie auch beim Käse – auf Geschmack, Textur und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis liegen. Bereits im Markt positionierte Käsealternativen böten diesbezüglich noch Raum zur Optimierung. „Wer den Käsecode bei Geschmack und Textur knackt, dem winken Zuwachsraten im zwei- bis dreistelligen Bereich“, so Wiederkehr.

Mehrstellige Wachstumsraten möglich – Flexitarier im Fokus

Der Blick auf das Marktpotenzial für pflanzliche Fleischalternativen verweist auch auf Wachstumschancen für andere pflanzliche Produktkategorien. Allein der Markt für vegane Fleischalternativen wird sich in den kommenden 5 Jahren laut MarketsandMarkets verdoppeln. Das Marktforschungsunternehmen schätzt den globalen Markt für pflanzliche Fleischalternativen aktuell auf 12,1 Milliarden US-Dollar. Bis 2025 rechnet es mit jährlichen Zuwachsraten von 15 Prozent und einem Volumen von dann rund 28 Milliarden US-Dollar. Für den globalen Fleischmarkt prophezeit die Unternehmensberatung Kearney im Vergleichszeitraum dagegen nur ein Wachstum von 3 Prozent pro Jahr.

Besonders groß ist das Potenzial bei den sogenannten Flexitariern. Das sind diejenigen, die angeben, ihren Konsum an Fleisch- und weiteren tierischen Produkten reduzieren zu wollen.  Je nach Land stellen sie 30 bis 70 Prozent der Bevölkerung dar. In Deutschland liegt ihre Zahl nach einer aktuellen Forsa-Umfrage bei 55 Prozent und damit rund 45 Millionen Verbrauchern.

Große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auch bei Fisch und Ei

Große Wachstumschancen bergen auch die Kategorien für pflanzlichen Fisch, Meeresfrüchte und Ei-Alternativen. Bisher haben nur 16 Prozent der Flexitarier pflanzliche Fischalternativen gekauft und probiert. „Der Markt für Fischalternativen befindet sich derzeit noch in den Kinderschuhen. Bisher agieren hier wenige Hersteller, der Wettbewerb ist gering. Die Bedeutung dieses Marktes ist jedoch angesichts leergefischter Meere und dem steigenden Bedarf durch eine stark wachsende Weltbevölkerung enorm“, so ProVeg-Managerin Wiederkehr.

Bei Ei-Alternativen liegt die ermittelte Konsumrate sogar nur bei 11 Prozent. Auch hier klafft eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. „Es gibt sehr wenige Alternativen zu klassischen Eierspeisen wie Spiegel- und Rührei im Markt. Wenn man sich zudem noch näher anschaut, wie vielseitig Eier grundsätzlich eingesetzt werden, welche Funktionen sie bei verarbeiteten Lebensmitteln übernehmen und wie häufig sie konsumiert werden, dann wird deutlich, dass der Markt für Ei-Alternativen eine riesige Chance darstellt“, so Verena Wiederkehr.

Weitere Schlüsselergebnisse

In fast jeder Lebensmittelkategorie gibt es zu wenig pflanzliche Alternativen. Die befragten Verbraucher wünschen sich zudem mehr Vielfalt in Bezug auf Produktarten, Zutaten, Textur und Geschmacksrichtungen.

Auf die Frage nach den Gründen für den Kauf von pflanzlichen Produktalternativen werden am häufigsten Neugierde, Gesundheit und Geschmack genannt. „Aus weiteren Studien wissen wir, dass auch die Themen Klima und Tierwohl immer wichtiger werden, zumal der Zusammenhang zwischen Ernährung und der Emission von Treibhausgasen immer deutlicher sowie der Einblick in die Massentierhaltung immer größer wird“, so Wiederkehr.

Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit 7 Produktattributen wie Convenience, Textur, Geschmack, Aussehen, Natürlichkeit, Nährwerte und Preis war in allen Produktkategorien der Preis der Hauptgrund für Unzufriedenheit.

Der vollständige Bericht in englischer Sprache kann hier heruntergeladen werden.

Die Studie der Ernährungsorganisation ProVeg basiert auf Befragungen von 6.221 Konsumenten aus 9 europäischen Märkten darunter Deutschland, Großbritannien, Österreich, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark und der Tschechischen Republik. Befragt wurde die Zielgruppe der besonders informierten Verbraucher, darunter die Gruppe der Verbraucher, die sich entweder überwiegend oder ausschließlich pflanzlich ernähren (Vegetarier und Veganer) und die Gruppe der Flexitarier. Das sind die Personen, die angaben, den Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten zu reduzieren oder reduzieren zu wollen.

Beide Verbrauchergruppen haben bereits verschiedene Produkte auf pflanzlicher Basis gekauft und können so deren Angebot in den Regalen der Supermärkte besser beurteilen. Lebensmittelhersteller und Einzelhändler können bei der Gestaltung ihres Produktportfolios von den Erfahrungen der sich bereits im pflanzlichen Bereich bewegenden Konsumenten profitieren.

Alles über die neue Studie

Pressekontakt:
Patricia Witkowski
Communications
ProVeg Deutschland
patricia.witkowski@proveg.com

Quelle: ProVeg

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