Sehr niedrig mineralisiertes Mineralwasser gesundheitlich bewertet

Stellungnahme Nr. 041/2020 des BfR vom 14. September 2020.

Bei natürlichem Mineralwasser handelt es sich um Wasser, das u. a. seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen hat, von ursprünglicher Reinheit ist und durch seinen Gehalt an Mineralien, Spurenelementen sowie sonstigen Bestandteilen und gegebenenfalls durch bestimmte, insbesondere ernährungsphysiologische Wirkungen, gekennzeichnet ist (siehe § 2 Mineral- und Tafelwasserverordnung). Welche und wie viele Mineralien darin enthalten sind, hängt von der geologischen Beschaffenheit des Ortes ab, an dem es entnommen wird. Die Zusammensetzung variiert entsprechend sehr.

Erhältlich ist Mineralwasser mit hohen Gehalten einzelner oder mehrerer Mineralstoffe bis hin zu Mineralwasser mit besonders niedrigen Mineralstoffgehalten (Mineralwasser, dessen Mineralstoffgehalt, berechnet als fester Rückstand, nicht mehr als 50 mg/L beträgt.). Mineralwasser, das nicht mehr als 50 Milligramm Mineralstoffe pro Liter aufweist (berechnet als fester Rückstand), kann gemäß der Mineral- und Tafelwasserverordnung die Angabe „Mit sehr geringem Gehalt an Mineralien“ tragen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mögliche gesundheitliche Risiken von sehr niedrig-mineralisierten Mineralwässern bewertet. Anlass ist die Anfrage eines Landesuntersuchungsamts mit Verweis auf einen wissenschaftlichen Beitrag in einer Publikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2005. Es bittet um eine Bewertung, ob durch den Verzehr von sehr niedrig-mineralisiertem Mineralwasser gesundheitliche Risiken insbesondere für bestimme Verbrauchergruppen bestehen könnten.

Sehr niedrig-mineralisiertes Mineralwasser wird von der Bevölkerung schon seit langem als Getränk verwendet. Bei der Risikobewertung von sehr niedrig-mineralisierten Mineralwässern bestehen Wissenslücken, da hierzu derzeit nur wenige wissenschaftliche Studien vorliegen. Jedoch ist nach gegenwärtigem wissenschaftlichen Kenntnisstand davon auszugehen, dass sehr niedrig-mineralisiertes Mineral-, Quell- und Tafelwasser langfristig keine unerwünschten gesundheitlichen Folgen hat – eine ausgewogene Ernährung und übliche Trinkmengen vorausgesetzt. Schließlich nimmt der Mensch Mineralstoffe über die gesamte täglich verzehrte Nahrung auf, wobei Wasser bzw. Mineralwasser eine von mehreren täglichen Mineralstoffzufuhrquellen darstellt.

Einzelne Verbrauchergruppen – etwa Personen, die sich sehr unausgewogen ernähren, Personen, die bewusst auf bestimmte Lebensmittel verzichten (z. B. Veganer, Personen mit Laktoseintoleranz) oder Personen, die über einen längeren Zeitraum fasten, ebenso wie schwangere und stillende Frauen – sollten auf ihre tägliche Gesamtzufuhr an bestimmten essentiellen Mineralstoffen achten, wenn sie sehr niedrig-mineralisiertes Mineralwasser als wesentliche Flüssigkeitsquelle längerdauernd verwenden. Bei längeren, sportlichen oder körperlich anstrengenden Aktivitäten (länger als 1,5 Stunden) ist die Verwendung von sehr niedrig-mineralisiertem Mineralwasser als alleiniges oder hauptsächliches Getränk zum Flüssigkeitsersatz und zur Aufrechterhaltung der sportlichen bzw. körperlichen Leistungsfähigkeit nicht zu empfehlen.

Vollständiger Beitrag

Quelle: BfR

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