Best-Practice-Beispiele für eine nachhaltige Landwirtschaft

Ein gesunder Boden sichert gesunde Lebensmittel.

Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte kümmern sich heute konsequent um ihren Boden. Denn ein gesunder Boden ist neben sauberem Wasser die wichtigste Grundlage für etwa 90 Prozent unserer Lebensmittel. „Wir haben mittlerweile eine regelrechte Bewegung der Bodenpraktiker, die Wissen und Erfahrung miteinander teilen“, so Christoph Felgentreu von der Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V.. Warum dies nicht nur für Pflanzen, Tiere und Menschen, sondern für die gesamte Erde so wichtig ist, erklärte der Agraringenieur in seinem Workshop „Landwirtschaft für die Planetary Health Diet – Gut auf dem Teller und gut für den Boden“ auf dem 4. BZfE-Forum .

„Die Bodenerosion ist eine der größten aktuellen Herausforderung für die Landwirtschaft im Zeichen des Klimawandels“, so Felgentreu und illustrierte das durch abschreckende Bilder zur Erosion des Bodens durch Wasser und Wind. „In der Regel ist das die Folge einer nicht immer sachgerechten Bodenbewirtschaftung und das muss in Zukunft unbedingt verändert werden.“ Negativ auf die Bodenfruchtbarkeit wirkt sich auch der Rückgang an Mikroorganismen und Insekten aus. Setzt sich diese Entwicklung durch den ungebremsten Klimawandel und die intensive Landnutzung weiter fort, könnte sich zum Beispiel die Insekten-Biomasse nach bisherigen Forschungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums in Bad Lauchstädt bis zu den Jahren 2070 bis 2100 halbieren.

Wie eine nachhaltige Landwirtschaft gegensteuern kann, beweisen viele Bio- Betriebe: Durch eine ständige Bedeckung des Bodens mit Zwischenfrüchten, ganz ohne Chemie und ohne Pflügen schützen sie den Boden. Gleichzeitig bauen sie Humus auf und erzielen gute Erträge. Doch auch konventionelle Betriebe, die (noch) nicht auf eine ökologische Erzeugung umstellen wollen oder können, gehen neue Wege. Dazu stellte Felgentreu die Arbeitsweise eines innovativen Landwirts vor, der sein Vorgehen als „konventionell organisch“ bezeichnet. Faszinierend sei, so Felgentreu, dass sich dieser Betrieb bewusst nicht wie die meisten Betriebe über seinen Ertrag, sondern über seine Bodenfruchtbarkeit definiert. Die verbessert er durch ein ganzes Bündel an Einzelmaßnahmen. Statt auf einige wenige Kulturen setzt er auf Vielfalt und betreibt eine neungliedrige Fruchtfolge. Das ist heute leider noch die Ausnahme, aber in puncto Humusaufbau hoch effizient.

Tatsächlich verbessert ein gesunder, lebendiger und humusreicher Boden alle Bereiche unseres Lebens und unserer Umwelt: Von der Qualität der Lebensmittel und des Trinkwassers bis zum Hochwasserschutz. Nicht zuletzt hat der Boden als CO2-Speicher ein riesiges Potenzial, die Erderwärmung auf 2 Grad oder sogar 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.


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Quelle: Britta Klein, BZfE

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