Rekord-Anstieg der letzten 15 Jahre:  Deutsche kaufen wieder mehr Bier im Lebensmitteleinzelhandel 

Nielsen-Analyse: Deutsche kauften im ersten Halbjahr 2020 rund 38,6 Liter Bier und Biermixgetränke pro Kopf im Handel und damit rund sieben Flaschen mehr als im ersten Halbjahr 2019.

  • Hellbier auf Erfolgsspur: Helles legt um 18 Prozent im Absatz zu.
  • Getränkeabholmärkte werden während Corona zur beliebten Adresse: Deutsche kaufen dort acht Prozent mehr Bier und Biermixgetränke als im Vorjahr.

Rund 38,6 Liter pro Kopf: So viel Bier und Biermixgetränke kauften die Deutschen im ersten Halbjahr 2020 im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten. Das sind pro Kopf fast acht Flaschen à 0,33 Liter mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt kauften die Verbraucher hierzulande im ersten Halbjahr 2020 rund 3 Mrd. Liter und damit gut 4,6 Prozent mehr Bier und Biermixgetränke (Gesamtabsatz 1. HJ 2019, LEH+GAM: ca. 2,9 Mrd. Liter). Gleichzeitig gaben die Deutschen mit etwa 52,12 Euro pro Kopf mehr für Bier und Biermixgetränke aus. Der Gesamtumsatz von gut 4,2 Mrd. Euro ist um fast sieben Prozent gestiegen (Gesamtumsatz 1. HJ 2019, LEH+GAM: ca. 3,9 Mrd. Euro).

Das zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen, einem globalen Mess- und Datenanalyse-Unternehmen, das die umfassendste und verlässlichste Sicht auf Verbraucher und Märkte weltweit liefert.

„Während der Corona-Pandemie haben die Deutschen deutlich mehr Bier und Biermixgetränke gekauft. Aktuell beobachten wir den stärksten Anstieg des Verkaufs von Bier und Biermixgetränken in den letzten 15 Jahren. Ein Grund dafür ist die Schließung der Gaststätten, Bars und Kneipen im Frühjahr. Die Deutschen haben ihr Bier zuhause genossen, statt auswärts“, sagt Marcus Strobl, Experte für Bier und Biermixgetränke bei Nielsen.

Hellbier weiter auf der Erfolgsspur

Dabei immer beliebter: Hellbier. Auch wenn Pils die meistgekaufte Biersorte im Lebensmitteleinzelhandel und den Getränkeabholmärkten bleibt (Absatz 1. HJ 2020: 1,5 Mrd. Liter; +2,7%; Marktanteil: 50,4%), setzt sich der Hellbier-Trend weiter fort. So kauften die Deutschen im Lebensmitteleinzelhandel und den Getränkeabholmärkten im ersten Halbjahr 2020 rund 18 Prozent mehr Helles als noch im Vorjahreszeitraum. Während dort im ersten Halbjahr 2019 gut 206 Mio. Liter Hellbier im Einkaufswagen landeten, waren es im gleichen Zeitraum 2020 fast 240 Mio. Liter. Insgesamt hat Hellbier nun einen Marktanteil von 7,8 Prozent.

„Das Angebot rund um Hellbier wird immer größer. Helles wird längst nicht mehr nur in Süddeutschland getrunken, sondern setzt sich bundesweit durch – auch bei jungen Leuten. Ein Grund dafür: Es ist gut verträglich“, sagt Marcus Strobl.

Alkoholfreies Bier erfindet sich neu

Hinter Pils und Hellbier belegen Biermixgetränke den dritten Platz auf der Beliebheitsskala der Biersorten (Absatz 1. HJ 2020, LEH+GAM: 217 Mio. Liter; +6,5%; Marktanteil: 7%). Gleich dahinter: alkoholfreies Bier. Rund 209 Mio. Liter Bier ohne Alkohol haben die Deutschen im ersten Halbjahr 2020 im Lebensmitteleinzelhandel und in den Getränkeabholmärkten gekauft. Das sind fast sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Absatz 1. HJ 2019, LEH+GAM: 196 Mio. Liter).

„Seit 2007 ist alkoholfreies Bier die einzige Biersorte, die im Absatz stetig wächst. Während der Marktanteil 2007 bei gerade einmal 2,7 Prozent lag, sind es nun schon fast sieben Prozent Marktanteil“, sagt Marcus Strobl. „Alkoholfreies Bier ist etabliert und erfindet sich gerade neu. So beobachten wir, dass auch Biermixgetränke wie Naturradler in der alkoholfreien Variante immer beliebter bei den Deutschen werden. Es zeichnet sich ab, dass Bier ohne Alkohol kein Kurzzeit-Trend ist und sich langfristig etabliert.“

Getränkeabholmärkte sind in der Corona-Krise eine beliebte Adresse

Um Pils, Hellbier und Co. zu kaufen, steuern die Deutschen im ersten Halbjahr 2020 – sprich zu Beginn der Corona-Pandemie – vor allem wieder die Getränkeabholmärkte an. 898 Mio. Liter Bier und Biermixgetränke gingen in diesem Zeitraum dort über die Ladentheken. Das sind fast acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Betrachtet man nur die Monate März, April, Mai und Juni 2020 sind es sogar elf Prozent mehr als in den gleichen Monaten 2019.

„Die Getränkeabholmärkte haben bisher von der Pandemie profitiert. Während wir zuvor beobachtet haben, dass immer weniger Deutsche Bier und Biermixgetränke dort einkaufen, sind die Getränkeabholmärkte nun wieder eine beliebte Adresse“, sagt Marcus Strobl. „In Getränkeabholmärkten können Verbraucher die Besucherströme in Supermarkt und Co. vermeiden und sich nur kurz für den Getränkekauf dort aufhalten.“

Dazu kommt: Die Deutschen greifen wieder verstärkt zu Kisten mit Bier oder Biermixgetränken. „Dafür sind Getränkeabholmärkte eine beliebte Anlaufstelle. Ein Grund dafür, dass der Bierkasten bei den Deutschen wieder mehr Anklang findet, ist sicher auch das Thema Bevorratung“, ergänzt Marcus Strobl. Im ersten Halbjahr 2020 kauften die Deutschen im Lebensmitteleinzelhandel und in den Getränkeabholmärkten bis zu acht Prozent mehr Bier und Biermixgetränke in Kästen mit 20 Flaschen à 0,5 Liter oder à 0,33 Liter als noch im Vorjahreszeitraum.

Quelle: Presse Nielsen: nielsen@edelman.com / Nielsen

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