Gesunde Ernährung vorangebracht: Ernährungspolitischer Bericht im Parlament vorgestellt

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat heute den Ernährungspolitischen Bericht der Bundesregierung in den Bundestag eingebracht.

Für den Zeitraum von Juni 2016 bis März 2020 zeigt dieser die Grundlagen, Ziele und Maßnahmen im Bereich der Ernährung und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes auf.

Dabei verdeutlichte die Bundesministerin zwei Leitlinien: Erstens, dass eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung überall möglich sein muss. Und zweitens, dass diese für die Verbraucher im Alltag auch machbar ist. In diesem Sinne konnte die Ministerin wichtige Vorhaben umsetzen:

  • Beim Kauf von Fertigprodukten wird es einfacher, die gesunde Wahl zu treffen. Im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie (NRI) hat sich die Lebensmittelwirtschaft erstmalig verpflichtet, Zucker, Salz und Kalorien in ihren Produkten zu reduzieren. Kürzlich hat eine erste Zwischenbilanz des Max Rubner-Instituts die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt. Im Vergleich zur Basiserhebung 2016 wurden folgende Erfolge erzielt:
    • 17 Prozent weniger Zucker in Knusper-Schoko-Cerealien für Kinder
    • 20 Prozent weniger Zucker in Quarkzubereitungen für Kinder
    • 15 Prozent weniger Zucker in Kinderjoghurts und gleichzeitige Abnahme des Energiegehalts dieser Produkte um 18 Prozent
    • Tendenziell weniger Salz in Tiefkühl-Pizzen
    • Im Vergleich zu 2018: 35 Prozent weniger Zucker in Erfrischungsgetränken für Kinder
  • Als wichtiger Baustein der NRI wurde ein Verbot des Zusatzes von Zucker und anderen süßenden Zutaten in Säuglings- oder Kleinkindertees durchgesetzt.
  • Die Ministerin hat den Nutri-Score als erweiterte Nährwertkennzeichnung eingeführt: Damit können Verbraucher auf der Vorderseite der Verpackung auf einen Blick den Gesamtnährwert erkennen und so Lebensmittel einer Produktgruppe leichter miteinander vergleichen. Das bietet bessere Orientierung.
    • Bereits 93 aus Deutschland stammende Unternehmen haben sich für eine Verwendung des Nutri-Score bei der zuständigen Markeninhaberin registriert.
  • Mit sieben Dachverbänden der Land- und Ernährungswirtschaft, des Handels, des Lebensmittelhandwerks und der Gastronomie konnte erstmalig eine Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschlossen werden. Diese bildet die Grundlage für die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung des Ministeriums. Es gibt erste Erfolge:
    • In der Außer-Haus-Verpflegung konnten in Modellbetrieben im Schnitt schon 25 Prozent der Abfälle eingespart werden.
  • Auch in Europa hat die Bundesministerin Pflöcke eingeschlagen: In der deutschen Ratspräsidentschaft hat sie ein europäisches Tierwohlkennzeichen und eine einheitliche europäische Nährwertkennzeichnung auf den Weg gebracht.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: „Gerade jetzt, wo Kantinen geschlossen sind, beschäftigen sich viel mehr als vorher mit der Zubereitung von Mahlzeiten zuhause. Mein Anliegen ist, dass die wissen können, was sie essen. Mit dem Mehr an Information wollen wir den Verbrauchern die Kaufentscheidung und damit eine gesündere Ernährung erleichtern. Zudem fordere ich die Bundesländer auf, die Zeit jetzt zu nutzen, und die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Schulen und Kitas zur Verpflichtung zu machen.“

Ein wichtiges Anliegen ist zudem die Stärkung der Ernährungskompetenz in allen Lebensphasen:

  • Gründung des Instituts für Kinderernährung im Februar 2019 zur Stärkung der Ernährungsforschung in diesem Bereich. Schwerpunkt der Arbeit ist die Erforschung von Risikofaktoren, die bereits in der Schwangerschaft und frühen Kindheit eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielen können.
  • Verdoppelung der Förderung für die Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung. Die Einrichtungen unterstützen die Schulen und Kitas bei der Gestaltung eines gesunden Verpflegungsangebotes. Sie bieten umfassende Informationen zum Thema Verpflegung an, organisieren Fortbildungsveranstaltungen und vermitteln kompetente Fachkräfte für die Beratung.
  • Verbesserung der Ernährung von Senioren durch Gründung von Vernetzungsstellen in den Bundesländern. Denn gerade in dieser Altersgruppe spielt das Essen hinsichtlich der sozialen Teilhabe eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen:

Quelle: BMEL

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