Pflanzenbasierter Markt wächst in Deutschland um 97 % innerhalb der letzten 2 Jahre

Foto: Deborah Breen Whiting auf Pixabay

In ganz Europa werden immer mehr Lebensmittel auf pflanzlicher Basis konsumiert. Dies geht aus einem heute veröffentlichten Bericht des Smart-Protein-Projekts hervor.

Basierend auf Daten von Nielsen wurden in Kooperation mit ProVeg Supermarktdaten aus 11 europäischen Ländern ausgewertet, die von Oktober 2017 bis September 2020 in insgesamt 3 Perioden* erhoben wurden (jede Periode umfasst dabei 12 Monate). Diese Datengrundlage liefert den bisher umfangreichsten Überblick über die Verbrauchergewohnheiten im pflanzenbasierten Sektor. Ausnahmslos jedes der europäischen Länder verzeichnet einen Anstieg im Konsum pflanzlicher Produkte – europaweit ergibt sich ein Rekordwachstum von 49 % basierend auf dem Umsatz in den letzten 2 Perioden*. In den meisten Ländern ist der absolute Umsatz bei Pflanzenmilch, besonders Hafermilch, am größten. Platz 2 belegen in den meisten Fällen pflanzliche Fleischalternativen.

Deutschland ist Vorreiter

Mit einem Umsatzplus von 97 % (817 Millionen Euro) in den letzten 2 Jahren* liegt Deutschland im europäischen Vergleich ziemlich weit vorn, was die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen betrifft. In Discountern ist der Anstieg mit 114 % besonders groß. Hier wird deutlich, dass pflanzenbasierte Lebensmittel keine Nischenprodukte mehr sind, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. „Endlich haben wir schwarz auf weiß, was wir schon lange vermuten: Die Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln ist riesig. Der Smart-Protein-Bericht zeigt der Lebensmittelindustrie, dass es sich lohnt, auf pflanzliche Optionen zu setzen“, so Dr. Kai-Brit Bechtold, Senior Consumer Research Scientist bei ProVeg.

Die Deutschen lieben Pflanzenmilch

Den mit Abstand größten Marktanteil im pflanzenbasierten Sektor in Deutschland nimmt pflanzliche Milch ein (396 Millionen Euro zwischen Oktober 2019 und September 2020). Hafermilch ist der Verkaufsschlager, gefolgt von Mandel- und Sojamilch. Neben Milchalternativen werden auch Naturjoghurtalternativen, vor allem auf Sojabasis, immer häufiger nachgefragt und erzielen in Discountern ein Umsatzplus von 168 % innerhalb von 2 Jahren*.

Auch die Nachfrage nach Fleischalternativen wächst stetig: „Frische Fleischalternativen“ wie Burgerpattys, Nuggets oder Hackfleisch sind die am stärksten nachgefragte Produktgruppe, gefolgt von Aufschnitten oder Brotaufstrichen. Obwohl die Entwicklung von Fisch- und Käsealternativen noch in den Kinderschuhen steckt, wächst der Umsatz um ein Vielfaches. Bei Fischalternativen sogar um mehr als 600 %, was auch daran liegt, dass Verbraucher in der Periode Oktober 2019 bis September 2020 zum ersten Mal Fisch auf pflanzlicher Basis in Discountern finden konnten.

Welche pflanzlichen Produkte sind in anderen europäischen Ländern gefragt?

In Belgien, Italien und dem Vereinigten Königreich verzeichnen Fleischalternativen den größten Umsatz in der letzten Periode*. In Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, Österreich und Spanien ist der Umsatz von Milchalternativen, allen voran Hafermilch, am größten. In Frankreich wird der Pflanzenmilchsektor von Mandelmilch dominiert. In Belgien hingegen ist vor allem Joghurt auf pflanzlicher Basis gefragt, dessen Umsatz in den vergangenen 2 Jahren* in Discountern um 497 % gestiegen ist. Die Niederlande stechen besonders durch den starken Umsatzzuwachs im Bereich Käse auf pflanzlicher Basis hervor (400 % in den letzten 2 Jahren*). Auch im Vereinigten Königreich ist der Umsatz in dem Segment stark gestiegen.

Der ausführliche Bericht des Smart-Protein-Projekts zum pflanzenbasierten Nahrungsmittelsektor in Europa kann hier in englischer Sprache heruntergeladen werden.

Über den Smart-Protein-Market-Sizing-Report

Diese Analyse basiert auf Scan-Daten aus 11 Ländern und deckt, je nach Verfügbarkeit, in jedem Land 6 verschiedene Kategorien pflanzlicher Produkte ab. Die Länder sind Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen, Rumänien, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Der Bericht zeigt Verkaufswerte in Euro und Verkaufsmengen in Kilogramm oder Liter für den Gesamtmarkt inklusive Discounter sowie für Discounter separat. Die Daten umfassen gleitende Jahressummen für September/Oktober (je nach Land zwischen Kalenderwoche 39 und 42) 2018 versus 2019 versus 2020. Das heißt, es werden die Gesamtumsatzwerte von Oktober 2017 bis September 2018 versus Oktober 2018 bis September 2019 versus Oktober 2019 bis September 2020 dargestellt.

Die Daten stammen von Nielsen MarketTrack und wurden von ProVeg zusammengestellt. Der Report ist zu finden unter:

Plant-based foods in Europe: How big is the market? Smart Protein Plant-based Food Sector Report by Smart Protein Project, European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme (No 862957) (2021). https://smartproteinproject.eu/plant-based-food-sector-report

Über das Smart-Protein-Projekt

Smart Protein ist ein von der EU mit 10 Millionen Euro gefördertes Projekt, das die Entwicklung einer nächsten Generation von Lebensmitteln zum Ziel hat, die kostengünstig, ressourceneffizient und nährstoffreich sind. Aus alternativen Proteinquellen wie Hülsenfrüchten und Beiprodukten der Bier- und Nudelproduktion werden unter anderem Fleisch, Meerestiere, Milchprodukte und Backwaren auf pflanzlicher Basis entwickelt. Weitere Informationen unter www.smartproteinproject.eu

Quelle: ProVeg

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