Modellprojekt „Smart Moving“: Das KErn „stupst“ für mehr Bewegung im Hochschulalltag

Nach drei Jahren endete im April 2021 das Modellprojekt „Smart Moving“ am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn). Seit 2018 untersuchte das KErn dabei, inwiefern sich das Prinzip des Nudgings in der Praxis umsetzen lässt, um die Bewegung zu fördern und Sitzzeiten zu reduzieren.

Das Ziel des Projektes war es, attraktive Anreize zu schaffen, um die Studierenden zu mehr Bewegung im Hoch-schullalltag zu motivieren. Dabei ließ sich die Wirksamkeit dieses niederschwelligen Ansatzes aufzeigen, gewohnte Muster und etablierte Standards aufzubrechen. Das Projekt ist nun in Zusammenarbeit mit den Modelluniversitäten Bayreuth und Regensburg erfolgreich abgeschlossen.

In die richtige Richtung stupsen

Der Begriff „Nudging“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „stupsen“. Dabei sollen subtile Anreize die Handlungen von Menschen insofern beeinflussen, dass sie einen positiven und gesunden Effekt erzielen – und zwar durch einen sanften Stupser in die richtige Richtung. Diese Anreize sind dabei einfach, attraktiv und gut getimt. Beim Nudging geht es in erster Linie darum, eine bessere Alternative zu den bis dato gewohnten Handlungsmustern zu bieten. In unserem Alltag begegnen uns schon an vielen Orten „Nudges“ aus verschiedensten Bereichen – zum Beispiel auf der Straße: lachende Smileys auf Geschwindigkeitskontrollen an Ortseingängen sollen uns dazu motivieren, die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten. Ganz nach dem Motto: wer langsamer fährt, bekommt ein Lächeln geschenkt. Die Stupser in die richtige Richtung haben dabei ein enormes Potenzial: sie können nicht nur die Verkehrssicherheit steigern, sondern unser Verhalten auch in eine gesündere Richtung lenken.

Gesundheit ist mehr als eine gute Ernährung

Dieses Potenzial griff auch das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) auf. Zusammen mit der Techniker Krankenkasse (TK) startete es 2016 das Projekt „Ernährungsverhalten in Bayern und seine Folgekosten“. In drei Arbeitspaketen untersuchten sie, welche Faktoren ein gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten beeinflussen. Das dritte Arbeitspaket befasste sich dabei zuerst mit dem Potenzial der Nudging-Methode in der Gemeinschaftsverpflegung: Wie lässt sich erreichen, dass in der Kantine eher zum Obst, statt zu den Süßigkeiten gegriffen wird? Das Projekt „Smarter Lunchrooms“ befasste sich dabei mit der Praxistauglichkeit von Nudging und testete, welche Faktoren die Menschen dazu veranlassen, zu einer gesünderen Essensalternative zu greifen.

Die erfolgreichen Resultate von „Smarter Lunchrooms“ legten schließlich den Grundstein für das Modellprojekt „Smart Moving“, das 2019 am KErn startete. Gesundheit ist weitaus mehr als eine gute Ernährung – denn Bewegung ist für einen gesunden Lebensstil genauso unverzichtbar. Wenn sich der Weg hin zu einer gesünderen Ernährung verändern lässt, wieso nicht auch zu mehr Bewegung im Alltag? Diesen Gedanken baute das KErn zusammen mit der TK und den Universitäten Bayreuth und Regensburg weiter aus und folgte dabei einer partizipativen Vorgehensweise, um verschiedene Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Getestet wurde die Wirksamkeit der Nudging-Methode für mehr Bewegung dies-mal an zwei Modell-Hochschulen, der Universität Bayreuth und der Universität Regensburg. Ziel war es, für die Studentinnen und Studenten attraktive Anreiz zu entwickeln, um sich im Hochschulalltag mehr zu bewegen.

Smart Moving – Start Moving

Smart ist das dreijährige Modellprojekt gerade deswegen, weil es die gewohnten Denkmuster aufbricht, ohne die bisherigen gewohnten Gegebenheiten radikal zu verändern. Durch attraktive Alternativen soll die Bewegung im Unialltag angeregt und die langen Sitzzeiten dadurch reduziert werden. Denn: „Nudging kann Menschen in Bewegung bringen“, erklärt Guido Winter, Leiter des KErn. Studierende, Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung sowie Mitglieder des Hochschulsports entwickelten an den beiden Hochschulen Maßnahmen, die sowohl bedarfsgerecht als auch umsetzbar sind. Nach drei Jahren endet nun das Modellprojekt „Smart Moving“ erfolgreich: an den Universitäten startete durch Nudging ein nachhaltiger Umdenk- und Umsetzungsprozess.

An vielen Stellen gestalteten die Unis die Lernumgebung bewegungsfreundlicher, was sich förderlich auf die Gesundheit der Studierenden auswirkt. Ob Bodenmarkierungen und Aufkleber in der Nähe von Aufzügen, Angeboten mit Trainer oder per Video, höhen-verstellbare Tische in der Bibliothek oder flüsterleise Laufbandarbeitsplätze, die durch die eigenen Schritte angetrieben werden: die Projektgruppen an den beiden Hochschulen haben mit viel Kreativität bewiesen, dass sich die Nudging-Methode sehr wohl in der Praxis anwenden lässt – und dabei mehr Bewegung in den Hochschullalltag bringen kann.

Smart Moving – Nudging zur Förderung von Bewegung im Studienalltag

Quelle: KErn

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