Welche Lebensmittel machen uns glücklich?

Gemüsechips
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Essen macht glücklich, das wissen viele von uns aus eigener Erfahrung. Dabei ist das Glücksgefühl nach dem Verzehr einiger Lebensmittel größer und hält länger an als bei anderen.

Während unser Körper uns beispielsweise bei fettigen und kohlenhydratreichen Speisen Zufriedenheit sofort signalisiert, ist das Glück bei gesunder Ernährung langfristiger. Diese hält uns fit und gesund, was unsere Lebensqualität steigert. Das bedeutet jedoch nicht, dass immer auf kleine Sünden und das sofortige Serotonin-Hoch verzichtet werden muss.

Süße Sachen machen Naschkatzen glücklich

Wer kennt nicht dieses Gefühl: Nach einem anstrengenden Tag gönnt man sich ein Stückchen Schokolade und die Welt ist wieder in Ordnung. Auch andere Süßwaren wie Bonbons, Kuchen oder Kekse können für Glückshormone in unserem Körper sorgen. Durch den Verzehr gelangt Zucker in unseren Blutkreislauf und die Insulinproduktion wird angekurbelt. Das Gehirn setzt in der Folge den Botenstoff Serotonin frei. Dieser führt zu einem Gefühl von Entspannung und Zufriedenheit.

Das Glücksgefühl kann durch eine positive Erwartungshaltung noch gesteigert werden. Wir freuen uns auf Schokolade, Kuchen und Co. Daher gönnen wir uns die süßen Sachen in besonders schönen oder besonders belastenden Situationen. Sie sind uns Belohnung und Seelentröster in einem. Sobald wir dem Naschdrang nachgeben, reagiert im Gehirn das Belohnungszentrum und Dopamin wird ausgeschüttet. Das Hormon sorgt für einen kurzen Moment für ein Stimmungshoch. Dieses ist oftmals so prägnant, dass wir es immer wieder erleben möchten. Es verwundert daher nicht, dass der Pro-Kopf-Konsum von Süßwaren in Deutschland stetig ansteigt.

Neben den chemischen Prozessen im Körper sorgt ein weiterer Effekt für das Wohlgefühl beim Naschen. Viele Süßigkeiten erinnern uns an die unbeschwerten Momente in der Kindheit. Diese Erinnerungen rufen ein Glücksgefühl, das bereits lange zurückliegt, wieder hervor. Das erklärt, warum wir mit Vorliebe Süßigkeiten bestellen, die wir bereits in jungen Jahren gern genossen haben.

Welche Lebensmittel dienen noch als Glückslieferanten?

Nicht nur der Verzehr von Süßigkeiten löst in unserem Gehirn Glücksgefühle aus. Das Belohnungssystem reagiert auf alle Lebensmittel, die wir gernhaben. Daher können wir uns auch mit leckeren Nudeln, Pizza oder einem gesunden Salat glücklich machen. Je mehr Kohlenhydrate und Fette im Essen sind, desto intensiver nehmen wir einen sofortigen Glücksrausch wahr. Dieser ist nicht nur emotional bedingt, sondern evolutionär wichtig. Unser Vorfahre, der Urmensch, genoss nur bedingt Zugriff auf energiereiche Nahrung. Wenn er sie in die Finger bekam und damit für mehrere Stunden oder sogar Tage „Energie tanken“ konnte, löste das ein Glücksgefühl aus. Dieser Effekt ist bis heute in unserem Gehirn abgespeichert.

Was für unser Gehirn ein kleines Hoch bedeutet, kann sich bei mangelnder Disziplin jedoch zu einem Problem entwickeln. Die Kombination aus Kohlenhydraten und Fetten ist für unseren Alltag inzwischen zu energiereich. Während wir am Schreibtisch oder vor dem Fernseher sitzen, können wir die aufgenommenen Kalorien nicht wieder verbrennen. Die lästige Folge nicht Gewichtszunahme und lästige Pölsterchen, die sich auf die Dauer negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

Neben einem hohen Energiegehalt können auch andere Inhaltsstoffe von Lebensmitteln für einen Glücksrausch in unserem Körper sorgen. Bausteine wie Tryptophan oder die Vitamine B6 und B12 heben beispielsweise unsere Laune. Auch Schärfe wie Capsaicin aus der Chilischote oder Gingeröl aus dem Ingwer tragen zu einem Stimmungshoch bei. Gleiches gilt für:

Speziell Tryptophan, eine Aminosäure, kurbelt die Bildung von Serotonin an. Sie befindet sich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern, Käse (Parmesan, Emmentaler oder Edamer) und Fisch. Auch in Hülsenfrüchten, Nüssen (Erdnüsse oder Walnüsse) und Getreide begegnet sie uns. Wer weitere Tryptophan-Quellen sucht, wird auch hier fündig:

Jedoch reicht es nicht, entsprechende Lebensmittel zu verzehren, um den eigenen Serotoninspiegel zu erhöhen. Unsere Blut-Hirn-Schranke, eine natürliche Barriere zwischen Blutkreislauf und Zentralnervensystem, ist ein Hindernis. Dieses kann überwunden werden, wenn wir Tryptophan in Kombination mit Kohlenhydraten konsumieren.

Ein Manko gibt es jedoch: Die Menge an Serotonin, die wir durch den gemeinsamen Verzehr dieser Speisen produzieren, ist verschwindend gering. Daher bemerken wir das Glücksgefühl kaum bis gar nicht. Um ein wirkliches Stimmungshoch zu erleben, müssten wir große Mengen an Tryptophan-haltigen Lebensmitteln zu uns nehmen. Zum Glück geht es auch einfacher. Die Kohlenhydrate, die wir beim Essen konsumieren, wandelt unser Organismus in Glucose um. Wiederrum wird dadurch die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse angeregt. Das erhöht den Tryptophanspiegel in unserem Gehirn, sodass der Botenstoff Serotonin gebildet werden kann.

Wer diesen Effekt testen möchte, greift zu Lebensmitteln, in denen sich von Natur aus Kohlenhydrate und Tryptophan befinden. Beispiele bestehen in Naturreis oder Vollkornprodukten.

Darum sind diese beliebten Lebensmittel „Glücksbringer“

Neben süßen Sachen haben viele andere Nahrungsmittel den Ruf, uns glücklich zu machen. Hauptsächlich liegt das an ihrer Kombination an Inhaltsstoffen. Schauen wir uns beispielsweise eine Banane an, finden wir in ihr Vitamin B, Kalium und eine geringe Menge Tryptophan. Spargel enthält eine ganze Reihe Vitamine, darunter:

Streichen wir uns eine Avocado aufs Brot, führen wir unserem Körper neben ungesättigten Fettsäuren wieder Folsäure, Vitamin B6 und Tryptophan zu. Allerdings spielt bei der Wahl unserer Ernährung nicht nur der Glücksfaktor eine Rolle. Der richtige Gehalt an Nährstoffen, Mineralien, Vitaminen und Energie ist wichtig, um unseren Körper lange Zeit gesund zu halten und uns damit glücklich zu machen.

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