Bio-Böden: Die Klima-Könner

Fruchtbare Bio-Böden, die gut Wasser speichern, sind Grundlage für den Ökolandbau. Und sie haben einen willkommenen Nebeneffekt – sie binden besonders gut CO₂ und senken damit klimaschädliche Emissionen.

Der am Montag erschienene Bericht des Weltklimarats (IPCC) lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Es ist höchste Zeit. Höchste Zeit, wirkungsvoll gegen das Artensterben und die Umweltzerstörung vorzugehen und höchste Zeit, klimaschädliche Emissionen deutlich zu reduzieren. Dabei helfen wird auch der Ausbau des Ökolandbaus mit seinen gesunden und fruchtbaren Böden, die positive Effekte auf Klima und Umwelt haben.

„Wir brauchen dringend ein viel höheres Tempo beim klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und Gesellschaft. Der dramatische IPCC-Bericht zeigt das nochmals in aller Deutlichkeit“, betont Bioland-Präsident Jan Plagge. „Dazu gehört ein massiver Umbau unserer Agrar- und Ernährungswirtschaft, die künftig Rücksicht nehmen muss auf unsere Lebensgrundlagen, statt sie zu zerstören.“ Vor diesem Hintergrund seien die aktuellen Bemühungen Einzelner, die Transformation auszubremsen, kaum erträglich. „Jetzt den Angriffskrieg gegen die Ukraine für Forderungen nach einem Rollback der Landwirtschaft zu nutzen, halte ich für verantwortungslos. Durch Wegsehen und Nichtstun ist noch keine Krise in den Griff bekommen worden“, so der Bioland-Präsident.

Und die Situation lässt ein Aussetzen des Umbaus auch gar nicht zu. Dem Ökolandbau kommt als umweltschonendes, bereits bestehendes und gut erprobtes System eine zentrale Rolle bei der Lösung der Krisen zu. Seine Leistungen für Umwelt und Klima sind wissenschaftlich belegt und sie werden auch von der Politik anerkannt und honoriert: auf EU-Ebene mit dem EU Green Deal sowie der Farm-to-Fork-Strategie und in Deutschland mit dem 30-Prozent-Bio-Ziel.

Was Bio-Böden für Klima und Umwelt leisten

„Einen guten Boden erkennt man unter anderem daran, dass er sehr krümelig und locker ist“, erklärt Bioland-Landwirt Armin Meitzler aus Spiesheim, Rheinland-Pfalz. Ein wichtiges Anzeichen ist auch ein intaktes Bodenleben – bis zu zehn Tonnen Bodenbewohner leben auf einem Hektar, der ökologisch bewirtschaftet wird. Auf konventionellen Flächen sind es deutlich weniger. Das kommt daher, dass der einseitige Einsatz chemisch-synthetischer Stickstoff-Dünger und Pestiziden langfristig dazu führt, dass das Bodenleben verkümmert und abstirbt. Ein Problem, das Bio-Landwirt*innen nicht haben – denn im ökologischen Landbau dürfen diese Mittel nicht eingesetzt werden.

Besonders der Regenwurm, der in Bio-Böden im Schnitt 78 bis 94 Prozent häufiger vorkommt, ist ein Gradmesser für gesunden Boden: Denn er zerlegt abgestorbene Pflanzen und verteilt ihre Nährstoffe großflächig. Durch seine ständigen Bewegungen durch die Erde, bei denen er Gänge hinterlässt, lockert er zudem den Boden auf und sorgt für eine gute Durchlüftung. Das alles kommt dem Bio-Boden zugute, der damit zu einem wahren Alleskönner im Kampf gegen Klima- und Umweltkrisen wird:

  1. Ein Biohektar enthält im Schnitt 10 Prozent mehr Kohlenstoff als ein konventioneller Acker und erbringt jährlich eine Klimaleistung von rund 1.000 kg CO₂-Äquivalenten.
  2. Bio-Boden nimmt durch seine gute Struktur 137 Prozent mehr Wasser auf als konventioneller Boden und puffert so extreme Niederschläge oder Trockenperioden ab. Mehr Ökolandbau ist daher angewandter Hochwasserschutz.
  3. Feinporiger, locker bewachsener Bio-Boden schützt 22 Prozent besser vor Erosion, also dem Wegschwemmen von Erdmasse, als konventioneller Boden – auch bei Starkregen.

Mehr zum Thema hier und mehr Infos zu den Klima- und Umweltleistungen des Biolands hier.

Quelle: Bioland

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