Empfehlungen zur hygienischen Zubereitung pulverförmiger Säuglingsnahrung

Aktualisierte Stellungnahme Nr. 009/2022 des BfR vom 29. März 2022.

Die hygienischen Anforderungen an Säuglingsnahrung sind sehr hoch. Entsprechend selten treten Infektionen mit krankmachenden Keimen auf. Dennoch können einzelne Keimarten den Herstellungsprozess für pulverförmige Nahrung überleben und sich dann in der zubereiteten Nahrung vermehren. Zudem können Keime bei der Zubereitung über Löffel, Sauger oder Trinkfläschchen in die Nahrung gelangen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), pulverförmige Säuglingsnahrung erst kurz vor dem Verzehr zuzubereiten.

Für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sollte möglichst abgekochtes Wasser zur Zubereitung der Nahrung verwendet werden. Zum Anschütteln des Pulvers sind Wassertemperaturen von ungefähr 20°C bis zu 50 °C (Grad Celsius) für reif geborene, gesunde Säuglinge ausreichend. Lange Standzeiten der zubereiteten Nahrung von mehr als zwei Stunden bis zum Verzehr oder beim Abkühlen und Wiederaufwärmen bei Temperaturen über 5 °C sollten unbedingt vermieden und die Reste entsorgt werden.

Um das Risiko für einen Eintrag von Keimen bei der Zubereitung der Nahrung zu reduzieren, sollten die verwendeten Utensilien mit heißem Wasser und Spülmittel gründlich gereinigt werden. Insbesondere für die Zubereitung von Nahrung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten ist zusätzlich eine Sterilisierung der Utensilien durch Abkochen geboten. Diese Empfehlungen gelten für die Zubereitung von pulverförmiger Säuglingsanfangsnahrung für reif geborene, gesunde Säuglinge in Privathaushalten, Betreuungseinrichtungen und Kliniken.

In Kliniken sollten nach Auffassung des BfR für die Herstellung von Säuglingsnahrung möglichst Milchküchen eingerichtet werden, in denen umfassende hygienische Anforderungen berücksichtigt werden können. Dies gilt in besonderem Maß für die Nahrungszubereitung für frühgeborene und immungeschwächte Säuglinge. Darüber hinaus kann es die gesundheitliche Situation erfordern, dass für diese Säuglinge eine individuell angepasste Ernährungsempfehlung aus ärztlicher Sicht getroffen wird.

Die folgende aktualisierte Bewertung bezieht sich auf eine Verunreinigung von Säuglingsanfangsnahrung und Spezialnahrung für Frühgeborene mit Cronobacter spp.. Infektionen mit Cronobacter spp. sind zwar sehr selten, können aber schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie etwa eine Hirnhautentzündung verursachen. Gefährdet sind insbesondere Säuglinge mit einem Geburtsgewicht unter 2.500 g (Gramm) und immungeschwächte Säuglinge, weil deren körpereigene Abwehr keinen ausreichenden Infektionsschutz bietet. Die Empfehlungen, die sich aus der Risikobewertung ergeben, gelten nicht nur für die Vermeidung von Infektionen mit Cronobacter, sondern können auch vor Infektionen mit anderen Keimen schützen.

Vollständiger Beitrag

Quelle: BfR

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