DGE-Journalisten-Preis 2022

Medienvertreter*innen im Bereich Ernährungsjournalismus ausgezeichnet.

Die Preisträger*innen des diesjährigen DGE-Journalisten-Preises sind Katrin Saft, Sonja Fröhlich, Markus Metz, Doris Tromballa, Manuel Stark und das Redaktionsteam Markus Hellbrügge, Matthias Dachtler, Kevin Ebert, Robin Köhler und Sebastian Meinberg. Mit dieser Auszeichnung prämiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) herausragende ernährungsjournalistische Arbeiten in Wort und Bild. Dagmar von Cramm, Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium der DGE, überreicht die Urkunden auf dem Wissenschaftlichen Symposium am 31. August 2022.

Mit insgesamt 10 000 EUR Preisgeld würdigt die Fachgesellschaft publizistisches Arbeiten und zeichnet wissenschaftlich fundierte, originelle und zielgruppengerecht aufbereitete Arbeiten in 5 Medienkategorien aus. Ausführliche Informationen zu den Preisträger*innen 2022 und den ausgezeichneten Arbeiten sind unter http://www.dge.de/presse/journalisten-preis/ zusammengestellt.

Im Bereich Tages- und Wochenzeitungen prämiert die DGE Katrin Saft für ihren Artikel „Schmeckt‘s noch? bzw. Es schmeckt nicht mehr!“ in der Sächsischen Zeitung und Freien Presse vom 09.10.2021. In ihrem Beitrag nimmt Saft die Qualität der Gemeinschaftsverpflegung in Sachsens Kantinen unter die Lupe, in der der Trend zu gesunden, regionalen und Bioprodukten nicht ankommt. Der Preis scheint dabei nicht ausschlaggebend, wie ihre Recherche ergab und es auch die Umsetzung kreativer Köch*innen beweist. Doch wie viele andere und weitere Hürden es gibt, zeigt ihre umfassend und gut recherchierte, beschreibende Analyse der Situation auf. Ein Beitrag, der das große Potenzial und das notwendige Umdenken in der Gemeinschaftsverpflegung – auch im Hinblick auf den Klimawandel – verdeutlicht.

In der Kategorie Publikumszeitschriften zeichnet die Jury Sonja Fröhlich aus. Ihre im FOCUS Magazin 41/2021 veröffentlichte Titelstory „Besser essen – Die Ernährungswende“ befasst sich mit der Frage, wie wir mit besserer Ernährung uns und der Umwelt Gutes tun können. Dazu thematisiert sie diverse Aspekte wie Nahrung der Zukunft, Lebensmittel aus „Biofabriken“, die Massentierhaltung, die Ökolandwirtschaft, das Problem Adipositas und Lebensmittelverschwendung einerseits und andererseits den Hunger in der Welt sowie die Agrarpolitik oder das Engagement von Ernährungsräten. Damit ist ihr eine fundierte, gut strukturierte und allgemein verständliche Titelstory gelungen, die mit vielen Fakten, aussagekräftigen Grafiken und Bildern aufwartet.

Markus Metz erhält in der Rubrik Hörfunk/Podcast den Preis für sein Feature „Steak und Kartoffeln aus dem Biotank? Was wir in Zukunft essen“, gesendet im Zündfunk Bayern 2 am 02.05.2021. Ob mehr Bio, weniger Fleisch, weniger Pestizide und regionale Kreisläufe ausreichen, um Klimaerhitzung und Artensterben entgegenzuwirken? Dieser Frage geht Markus Metz in seinem originell umgesetzten Feature nach. Es widmet sich einem aktuellen sowie zugleich ernsten und zukunftsrelevanten Thema, das durch den originell gewählten Utopie-Ansatz einen hohen Unterhaltungswert bekommt, spannend erzählt, fundiert und tief recherchiert ist.

In Bereich Fernsehen wird Doris Tromballa für ihre Reportage „arte 42: Warum essen wir, was wir essen?“, in arte.tv vom 09.12.2021, ausgezeichnet. Ihr kurzweiliger, abwechslungsreicher und verständlicher Film berichtet über Ernährungsentscheidungen und wie Menschen sie treffen – ursprünglich intuitiv und heute geprägt durch die Ernährungsumgebung und industrielle Lebensmittelverarbeitung. Schon beim Frühstück fängt es mit bis zu 200 Ess-Entscheidungen täglich an: Müsli oder Spiegelei? Kaffee oder Tee? Doris Tromballa begibt sich in ihrem anschaulichen Beitrag auf die Spuren der evolutionären, physiologischen und psychologisch- emotionalen Hintergründe zur Lebensmittelauswahl. Sie ergründet, wie wir immer schlauer darin wurden Nahrung zu finden, zuzubereiten und für uns zu optimieren und wie komplexe Systeme im Körper uns konkreten Appetit auf bestimmte Dinge signalisieren – die sich sogar wissenschaftlich mittels moderner Methoden messen lassen.

In der Kategorie Internet/Social Media prämiert die Jury zwei Beiträge. Manuel Stark wird für seinen Beitrag „Viruserkrankungen in Getreide – Wie grüne Gentechnik dem Getreideanbau helfen könnte“, erschienen in ZEIT ONLINE am 08.10.20221 ausgezeichnet. In seiner Reportage geht es um den Einsatz von Gentechnik im Anbau von Pflanzen als einen möglichen Weg zur Lebensmittelsicherheit. Allerdings hat diese Lösung einen Haken: sie gilt nicht als natürlich genug. Natürlichkeit wird oft gleichgesetzt mit gut oder ungefährlich. Ein großes Missverständnis – sagen die Genforscher. So wagt der Autor mit seinem Beitrag einen provokanten Blick auf ein in Deutschland sensibles Thema – denn vier von fünf Deutschen wollen eine Landwirtschaft frei von Gentechnik. In seinem wissenschaftlich exzellent recherchierten Beitrag gelingt es ihm beispielhaft, ein komplexes Forschungsthema erzählerisch zu vermitteln und allein rein textlich für den Lesenden anschaulich zu machen.

Lukas Hellbrügge, Matthias Dachtler, Kevin Ebert, Robin Köhler und Sebastian Meinberg vom Redaktionsteam PULS Reportage erhalten den Preis für ihren Film „Carnivore Ernährung – Was macht so viel Fleisch mit mir?“ auf YouTube vom 31.03.2021. Diese Reportage über einen Selbstversuch betrachtet und beleuchtet einen unsinnigen und gefährlichen Trend eines auf Fleisch fokussierten Konsums. Begleitet durch eine Ernährungsberaterin/DGE des Klinikums Rechts der Isar der TU München und mit Bezug auf die DGE-Empfehlungen zu einer vollwertigen Ernährung begegnet das Team von Lukas Hellbrügge in diesem Film den Thesen der „Carnivoren-Bewegung“ kritisch und klärt über die gesundheitlichen und ökologischen Gefahren einer solch einseitigen Ernährungsform auf. Die Autoren decken Widersprüche auf, hinterfragen kuriose Heilversprechen und widerlegen fragliche Botschaften. Eine humorvolle und gleichzeitig sachlich- informative Reportage, die angemessen differenziert. Für den Zuschauenden prägnant, unterhaltsam und aufschlussreich.

Quelle: DGE

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