Hilft Erschrecken bei Schluckauf?

Schluckauf kann ein ziemlich nerviges Phänomen sein.

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Im Volksmund heißt es, dass sich Betroffene erschrecken lassen sollen, um den Schluckauf loszuwerden. Ob das wirklich hilft, erklärt die Leitende Medizinerin der BARMER, Dr. Ursula Marschall.

„Der Schluckauf wird durch Nervenkontraktionen in unserem Zwerchfell ausgelöst. Zu schnelles Schlucken, zu heiße oder kalte Lebensmittel, aber auch Stress und Nervosität können diese Reaktion auslösen. Normalerweise sind Atmung und Schlucken durch gezielte Nervenaktionen aufeinander abgestimmt, doch beim Schluckauf gerät diese Koordination aus dem Takt. Dadurch zieht sich das Zwerchfell ruckartig zusammen und lässt uns unwillkürlich einatmen.

Und jeder kennt die Situation, dass es gar nicht so einfach ist, den Schluckauf zu stoppen. Dazu muss man dafür sorgen, dass die Zwerchfellbewegung wieder in seinen normalen Rhythmus in Verbindung mit der Atmung kommt. In der Tat helfen mehrere Methoden, um den Schluckauf loszuwerden. Hier gibt es verschiedene Wege, die Koordination des vegetativen Nervensystems zu optimieren. Wenn sich jemand erschreckt, dann wird der Vagus-Nerv stimuliert, und der Reflex, der das Hicksen auslöst, wird unterbrochen.

Wenn man niemanden um sich hat, der erfolgreich erschrecken kann, hilft auch Gurgeln mit kaltem Wasser. Das stimuliert den Vagus-Nerv an der Rachenhinterwand und vertreibt den Schluckauf erfolgreich. Es gibt natürlich auch noch mehr Methoden, um das Hicksen loszuwerden. Sollte ein Schluckauf aber partout nicht weggehen und sich mehr als einen Tag halten, dann ist Vorsicht geboten. Betroffene sollten Kontakt zum Arzt aufnehmen, um mögliche Erkrankungen abzuklären. Dahinter könnte beispielsweise ein krankhafter Rückfluss des Mageninhalts stecken.“

Quelle: BARMER

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