Gefährliches Nachsalzen? Vom weißen Gold zum salzigen Tod …. Fakenews!

Salz ist ein überlebenswichtiger Bestandteil unserer Ernährung – doch wie wirkt es sich auf unsere Gesundheit aus? Und wie viel sollten wir konsumieren? Lassen Sie sich nicht von der aktuellen Salzparanoia verrückt machen – lesen Sie weiter, um mehr über dieses essenzielle Mineral zu erfahren.

Mit-KI-erstellt-∙-8.-Juni-2024-um-1258-PM.jpg

Wie wichtig ist Salz für unsere Gesundheit?

Salz. auch Kochsalz genannt, besteht aus zwei essenziellen Mineralstoffen: Natrium und Chlorid – und da wir diese nicht selbst herstellen können, ist die Salzzufuhr für unseren Körper überlebenswichtig. Denn nur mit ausreichend „Salz im System“ laufen wichtige Stoffwechsel-Prozesse reibungslos. Dazu gehören unter anderem:

Wasserhaushalt: Salz reguliert die Verteilung von Wasser im Körper. Es sorgt dafür, dass die richtige Menge Wasser in den Zellen und im Blut bleibt und nicht unnötig verloren geht.

Nerven und Muskeln: Natrium und Chlorid aus Salz sind an der Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt. Ohne diese Signalübertragung könnten wir uns nicht bewegen und würden keine Empfindungen wahrnehmen.

Verdauung: Das im Salz enthaltene Chlorid ist Bestandteil der Magensäure. Diese besteht aus Salzsäure und ist für die Verdauung elementar. Salz ist als Bestandteil der Magensäure demnach auch für die effektive Verdauung der Nahrung nötig.

Blutdruck: Natrium spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks.

Immunsystem: Chlorid ist wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern (via Salzsäure im Magen) und unterstützt somit das Immunsystem..

Wie viel Salz sollte man täglich zu sich nehmen, um gesund zu bleiben?

Das ist absolut individuell und hängt vom persönlichen Lebensstil und Gesundheitsstatus ab. Bei gesunden Menschen spielt die körperliche Aktivität, die Arbeit, der Sport und vor allem das Schwitzen eine wichtige Rolle. Daher sollte jeder gesunde Mensch auf seinen individuellen guten Geschmack vertrauen: Essen Sie so „gesalzen“, dass es Ihnen gut schmeckt und Sie es gut vertragen.

Wie wirkt sich ein hoher Salzkonsum auf unsere Gesundheit aus?

Erstens weiß niemand, was „zu hoch“ konkret bedeutet. Und zweitens gilt für gesunde Menschen: Auch wenn wir zu viel Salz essen. dann haben wir noch unseren Durst, der für den den Salzausgleich durch ausreichend Trinken sorgt. Je mehr Salz man isst, desto mehr Durst hat man – denn das Wasser ist zum Ausgleich und Ausspülen wichtig.

Welche Rolle spielt Salz bei der Prävention und Behandlung von Krankheiten?

Welche Fakten zur „Schädlichkeit von Salz“ sind gesichert? Nichts Genaues weiß man nicht. Es gibt z.B. eine Subgruppe der Hypertoniker, also Menschen mit Bluthochdruck, die sind salzsensitiv. Hier kann eine Salzreduktion eventuell etwas bringen – das wird sich dann beim Arzt zeigen. Bei der Prävention von Krankheiten gilt: Ob Salzreduktion was bringt, das ist und bleibt reine Spekulation. Denn: Ernährungswissenschaften können herzu keine Beweise liefern. Entweder es liegen nur schwache Korrelationen statt Kausalitäten vor. Oder diese Studien liefern nur irrelevante und sinnlose Surrogatparameter – also Ersatzwerte wie „In 10 Wochen wurde bei 67 Probanden der Blutdruck durch Salzreduktion um 6 mmHg gesenkt“. Das besagt erstmal nichts. Entscheidend wären Studien, die eine Verhinderung der relevanten harten klinischen Endpunkte belegen würden – also weniger Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Demenz oder gar ein längeres Leben. Aber genau diese Daten existieren nicht. Welchen Nutzen bringen minimale Kurzzeit-Blutdrucksenkungen, wenn keiner der vorgenannten wichtigen Parameter positiv beeinflusst würde? Wahrscheinlich nichts. Vielleicht aber auch andere, negative Effekte. Das wäre dann besonders fatal.

Müssen wir also keine Angst vor zu viel Salz im Essen haben?

Nein, ganz im Gegenteil: Gesunde Menschen sollten sich freuen, dass Salz leicht verfügbar ist, unsere Mahlzeiten schmackhaft macht und so zu unserem Überleben beiträgt. Auch wenn unser Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sich als „Salzlos-Vegetarier“ bezeichnet – niemand muss Angst haben, seine Pommes zu salzen oder mit dem Essen „zu viel Salz“ aufzunehmen. Unser gesunder Körper weiß evolutionär, sehr gut damit umzugehen. Dafür haben wir auch unseren guten Geschmack. Denn wer isst schon gerne versalzene Speisen?

Gibt es Unterschiede in der Wirkung von Meersalz, Steinsalz und raffiniertem Tafelsalz auf unsere Gesundheit?

Nein. Salz ist Salz und bleibt Natriumchlorid. Nur die Konzentration und Intensität des Geschmacks ist unterschiedlich. Ergo, wer welches Salz verwendet, das basiert in der Regel auf individuellen Vorlieben.

Lesen Sie dazu auch die aktuelle Unstatistik des Monats.

____

Dieser Beitrag erschien im Original zuerst auf FOCUS online-Experte

____

Uwe Knop (*72) ist evidenzfokussierter Ernährungswissenschaftler (Dipl.oec.troph./JLU Gießen), Publizist, Referent und Buchautor (u.a. Erfolgreich abnehmen und schlank bleiben, Springer 2022). Seit mehr als 14 Jahren bildet die objektiv-faktenbasierte Analyse tausender aktueller Ernährungsstudien den Kern seiner unabhängigen Aufklärungsarbeit. Knop hat den mündigen Essbürger mit eigener Meinung zum Ziel, der umfassend informiert selbst und bewusst entscheidet, worauf er bei der wichtigsten Hauptsache der Welt – genussvolles Essen zur Lebenserhaltung – vertraut.