Hauberlinge als 300. Spezialität ins GenussErbe aufgenommen

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Gebäck mit päpstlichem Segen.

Laugenbreze, Weißwurst oder Schweinebraten: Diese bayerischen Spezialitäten kennt jeder. Aber das kulinarische Erbe Bayerns ist weitaus reicher an Köstlichkeiten mit Geschichte – wie die Hauberlinge. Das Online-Portal GenussErbe nahm das deftige Schmalzgebäck aus dem Raum Haag, Dorfen, Erding und Mühldorf als 300. Spezialität in seine Datenbank auf. Die Entstehung der Backwaren aus einem dunklen Hefe-Bierteig ist eng mit der bayerischen Tradition der Fastenzeit verbunden: Verärgert darüber, dass in der Zeit zwischen Fasching und Ostern nicht mit tierischem Schmalz gebacken werden durfte, beschwerte sich Graf Sigmund von Haag bei Papst Innozenz VIII. Er hatte Erfolg. Fortan durften die Einwohner seiner Grafschaft auch während der Fastenzeit Schmalzgebäck wie die beliebten Hauberlinge servieren.

Hier geht es zum Rezept: https://www.genusserbe.bayern.de/394424/index.php



„Die Hauberlinge zeigen anschaulich, dass Essen ein wichtiges Kulturgut ist und Bestandteil der regionalen Identität Bayerns. Wir am Kompetenzzentrum für Ernährung machen uns stark für gutes Essen in Bayern. Traditionelle Genüsse und Regionalität spielen bei unserer Arbeit eine wesentliche Rolle. Wir freuen uns daher sehr, dass wir im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft Forsten und Tourismus (StMELF) die GenussErbe-Datenbank stetig ausbauen und um die 300. Spezialität erweitern können“, so Alexander Hugel, Projektbetreuer am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

GenussErbe: Gerichte mit Geschichte

GenussErbe ist eine seit den 90er Jahren bestehende Datenbank des Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Seit 2011 ist das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) an der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft für die inhaltliche Betreuung der Plattform zuständig. Die GenussErbe-Datenbank erfasst typisch bayerische Spezialitäten, Produkte und Gerichte. Ergänzt wird die Plattform durch Museen und Rezepte. Ziel ist es, traditionelle Rohstoffe, Herstellungsverfahren und regionales Wissen dauerhaft zu sichern und sichtbar zu machen. Die Aufnahmekriterien für Spezialitäten in die Datenbank sind klar definiert: Eine Spezialität muss seit mindestens 50 Jahren in der Region hergestellt werden, eine enge historische Bindung zur Region aufweisen und von Verbraucherinnen und Verbrauchern als typisch bayerisch bzw. typisch für eine Region innerhalb Bayerns wahrgenommen werden. Mit der Aufnahme der Hauberlinge wächst die Datenbank nun auf 300 Einträge.

Hauberlinge: herzhaft & vielseitig

Hauberlinge – auch bekannt als Hauber Kücherl oder Hauberkiacherl – sind ein herzhaftes Gebäck aus einem Hefe-Bierteig mit Weizen- und Roggenmehl sowie Kümmel. Die kleinen Kücherl werden traditionell in Schmalz ausgebacken. Dabei bekommen sie eine braune Haube, die ihnen den Namen verliehen hat. Früher wie auch heute sind sie eine beliebte Beilage zu Suppen oder Wildgerichten. Aber sie schmecken auch pur zur Brotzeit oder zum Kaffee.