Bockshornklee wird in deutschen Küchen eher selten verwendet. Das ist schade, denn sein würziges, leicht bitteres Aroma kann Gerichten einen Hauch von Orient verleihen.

Besonders gut entfaltet sich der Geschmack in Kombination mit anderen orientalischen und indischen Gewürzen, deren Aromen er abmildert oder harmonisch ergänzt.
Die Samen des Bockshornklees sind oft ein wichtiger Bestandteil von Currypulvern und Gewürzmischungen internationaler Küchen – ob bengalisches „Panch Phoron“ oder die türkische Gewürzpaste „Cemen“. Aber auch allein verwendet setzen sie spannende Akzente – zum Beispiel in Gerichten mit Spinat und Kürbis, Nüssen und Hülsenfrüchten wie Linsen und Kichererbsen. In Südtirol ist Bockshornklee ein gängiges Gewürz für Brot und Käse. In Teemischungen kann er darüber hinaus appetitanregend wirken.
Roh schmecken die Samen leicht bitter bis scharf, was in erster Linie auf den Aromastoff Sotolon zurückzuführen ist. Werden die Samen ohne Fett kurz angeröstet, entwickeln sie eine karamellartige, leicht nussige Note. Ein Tipp: Da der Geschmack sehr intensiv ist, sollte Bockshornklee sparsam dosiert werden.
Neben den Samen eignen sich auch die getrockneten Blätter der Pflanze als Gewürz – etwa zum Verfeinern von Curry- und Gemüsegerichten. In Asien und Nordafrika dienen junge Blätter auch als Salat und Gemüse.
Selbst gekeimt ist Bockshornklee zunehmend beliebt: Die Sprossen eignen sich etwa als Brotbelag oder als frisches Topping für Salate und Sandwiches. Da sich beim Keimvorgang aller Sprossen unerwünschte Mikroorganismen vermehren können, sollten insbesondere Kinder, Schwangere, ältere oder kranke Menschen Sprossen nur ausreichend durcherhitzt essen.
Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) ist eine krautige Pflanze mit kleeförmigen Blättern aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Seine ursprüngliche Heimat liegt vermutlich im alten Persien und Ägypten. Heute ist die Pflanze im gesamten östlichen Mittelmeerraum und bis nach Indien und China verbreitet. Angebaut wird sie unter anderem in Ländern wie Indien, der Türkei, Marokko und Spanien. In den Fruchthülsen befinden sich bis zu zwanzig steinharte, hellbraune Samen. Die lange, gebogene und schmale Hülsenform erinnert an die Hörner eines Ziegenbocks, was der Pflanze ihren Namen gegeben hat.
Wer das aromatische Gewürz ausprobieren möchte, findet es in einigen Supermärkten, in Asia- und Bio-Läden und im Internet. Bockshornklee gibt es als getrocknete Blätter sowie als ganze oder gemahlene Samen, häufig auch in Bio-Qualität. Steht auf dem Etikett lediglich „Bockshornklee“, sind in der Regel die Samen gemeint. Zum Schutz der Qualität und des Aromas ist es empfehlenswert, nur kleine Mengen zu kaufen und diese trocken, gut verschlossen und kühl aufzubewahren.
Heike Kreutz, bzfe.de
