ÖKO-TEST untersuchte 2026 insgesamt 23 getrocknete Mischungen „Kräuter der Provence“, darunter neun Bio-Produkte. Fünf Mischungen erhielten die Note „gut“, sieben fielen nach den Kriterien des Magazins durch.

Ergebnisse des Produkttests
In allen untersuchten Mischungen wies das beauftragte Labor gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) nach, die ÖKO-TEST nach den eigenen Bewertungsmaßstäben als „erhöht“ oder „stark erhöht“ einstufte. In konventionell erzeugten Produkten fand das Labor außerdem jeweils Spuren von mindestens zwei Pflanzenschutzmittelwirkstoffen. Beim getesteten Ankerkraut-Produkt waren es zehn Spuren. Ankerkraut und Kania erhielten insgesamt „ungenügend“; fünf Bio-Mischungen wurden „gut“ bewertet.
MOSH-Befunde fachlich einordnen
MOSH können aus Rohstoffen, Verarbeitung, Verpackung oder Schmierstoffen in Lebensmittel gelangen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam 2023 zu dem Schluss, dass die gegenwärtige Aufnahme von MOSH über Lebensmittel keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis gibt; zu Langzeitwirkungen bestehen dennoch Datenlücken. Die von ÖKO-TEST verwendete Abwertung ist deshalb eine vorsorgliche Bewertung des Magazins und nicht automatisch der Nachweis eines akuten Gesundheitsrisikos.
Mehrfachrückstände bedeuten nicht automatisch einen Rechtsverstoß
Mehrere Pestizidrückstände in einem Produkt werden häufig als Mehrfachbefund bezeichnet. Ein solcher Befund bedeutet für sich genommen weder, dass ein gesetzlicher Rückstandshöchstgehalt überschritten wurde, noch dass eine konkrete Gesundheitsgefahr besteht. Entscheidend sind die einzelnen Wirkstoffe, ihre Konzentrationen, die Verzehrmenge und mögliche gemeinsame Wirkmechanismen. Die kombinierte Exposition wird in der europäischen Risikobewertung weiter untersucht.
Ein pauschaler Zusammenhang zwischen den hier gemessenen Spuren und Parkinson lässt sich aus dem Produkttest nicht ableiten. Aussagen zu möglichen chronischen Wirkungen einzelner Pestizide beziehen sich auf wissenschaftliche Gefahren- und Expositionsbewertungen und dürfen nicht mit dem Risiko einer Portion Kräutermischung gleichgesetzt werden. Das aktuelle europäische Rückstandsmonitoring bewertet das geschätzte Ernährungsrisiko für die meisten untersuchten Bevölkerungsgruppen und Stoffe als niedrig.
Grenzen der Aussagekraft
Der Test ist eine Momentaufnahme der 2026 untersuchten Chargen. Rezepturen, Rohstoffquellen und Rückstandsprofile können sich ändern. Die Noten geben die Bewertungskriterien von ÖKO-TEST wieder und sind nicht mit einer behördlichen Verkehrs- oder Sicherheitsbewertung gleichzusetzen.
Quellen
- ÖKO-TEST: Kräuter der Provence im Test 2026
- BfR: Mineralölbestandteile in Lebensmitteln
- EFSA: Pestizidrückstände in Lebensmitteln
- EFSA: Bewertung chemischer Mischungen
Produkttest von 2026 / fachlich eingeordnet und aktualisiert am 6. September 2026 / food-monitor / KI
Quelle: oekotest.de
