Cereulid-Test: 33 Anfangsmilch-Chargen ohne Nachweis

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ÖKO-TEST hat 33 Anfangsnahrungen aus dem deutschen Handel auf Cereulid untersuchen lassen. In den geprüften Chargen lag das Toxin unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Schlafender Säugling
Foto: Christian Hermann on Unsplash

Für den Test kaufte ÖKO-TEST im Januar und Februar 2026 insgesamt 19 Pre-Nahrungen und 14 Anfangsmilchen 1 ein, darunter 13 Bio-Produkte. Ein Labor untersuchte die zubereiteten Proben ausschließlich auf Cereulid. Andere Qualitäts- oder Schadstoffparameter waren nicht Gegenstand dieses Tests.

Ergebnis gilt nur für die untersuchten Chargen

Der fehlende Nachweis ist eine gute Nachricht für die konkret getesteten Produkte. Er ist jedoch keine pauschale Entwarnung für alle Anfangsnahrungen und macht frühere Rückrufe nicht gegenstandslos. Die von Herstellern und Behörden zurückgerufenen Chargen sollten weiterhin keinesfalls an Säuglinge oder Kleinkinder verfüttert werden.

Welche Produkte und Chargen ÖKO-TEST eingekauft hat, ist in der veröffentlichten Testübersicht dokumentiert. Ein Ergebnis „nein“ bedeutet nach Angaben des Magazins, dass der Messwert unterhalb der Bestimmungsgrenze der verwendeten Methode lag.

Hintergrund der Rückrufe

Seit Dezember 2025 wurden in mehreren Ländern Säuglingsnahrungen verschiedener Marken und Chargen zurückgerufen. Ursache war Cereulid in Produkten, die mit verunreinigtem Arachidonsäureöl (ARA-Öl) hergestellt worden waren. Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von bestimmten Stämmen der Bakteriengruppe Bacillus cereus gebildet werden kann.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bewerteten die Wahrscheinlichkeit einer Exposition in der EU nach den umfangreichen Rückrufen im Februar 2026 als niedrig. Sie wiesen zugleich darauf hin, dass zurückgerufene Produkte noch in Haushalten vorhanden sein könnten.

Was Eltern beachten sollten

Cereulid kann kurz nach der Aufnahme Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen verursachen. Säuglinge unter sechs Monaten sind besonders empfindlich gegenüber Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten. Entwickelt ein Kind nach dem Verzehr einer zurückgerufenen Säuglingsnahrung Erbrechen oder Durchfall, sollte kinderärztlicher Rat eingeholt werden. Bei anhaltendem Erbrechen, deutlicher Austrocknung oder anderen schweren Beschwerden ist eine sofortige medizinische Beurteilung erforderlich.

Die wissenschaftlichen Grenzwerte und den behördlichen Hintergrund erläutert der Beitrag EFSA-Risikobewertung zu Cereulid in Säuglingsnahrung.

Fachgrundlagen: ÖKO-TEST: Test von 33 Anfangsnahrungen; EFSA/ECDC: gemeinsame Lagebewertung.

Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026

Quelle: oekotest.de