Wird ein Baby nicht oder nur teilweise gestillt, wird es mit Flaschennahrung gefüttert.
Die Auswahl auf dem Markt ist sehr groß, das kann verunsichern. Was Eltern wissen sollten.
Kann oder möchte eine Mutter ihr Baby nicht oder nicht voll stillen, füttert sie Flaschennahrung. Diese wird industriell hergestellt und ist von verschiedenen Anbietern erhältlich*. Ein Blick ins Supermarkt-Regal oder die Online-Shops kann jedoch schnell überfordern: Die Auswahl ist riesig und die Produktbezeichnungen vielfältig. Wichtig zu wissen ist, dass es in Deutschland zunächst einmal zwei Arten von Flaschennahrung gibt: Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen.
- Säuglingsanfangsnahrung eignet sich für das gesamte erste Lebensjahr und kann anstelle von Muttermilch als alleinige Nahrung gegeben sowie nach Einführung der Beikost weiter gefüttert werden. Innerhalb dieser Produktgruppe gibt es „Pre-“ und „1-Nahrungen“. Erstere enthalten, wie Muttermilch, nur Laktose als Kohlenhydrat. Letztere beinhalten zusätzlich weitere Kohlenhydrate, meistens Stärke. Dadurch sind sie oft dickflüssiger.
- Folgenahrung eignet sich erst ab sechs Monaten, wenn das Baby schon Beikost bekommt. Sie ist meist mit den Zahlen „2“ oder „3“ gekennzeichnet. Diese Nahrungen enthalten mehr Eisen als Säuglingsanfangsnahrungen, was dem im zweiten Lebenshalbjahr steigenden Eisenbedarf des Babys entgegenkommt. Das kann aber auch durch die Beikost erreicht werden. Entsprechend ist ein Wechsel von Säuglingsanfangs- auf Folgenahrung nicht zwingend notwendig.
Für Säuglinge mit besonderen Bedürfnissen gibt es außerdem Spezialnahrungen. Gründe können z. B. diagnostizierte Allergien oder eine Spuckneigung sein. Spezialnahrungen sollten nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt gegeben werden. Auch Flaschenmilch auf Sojaproteinbasis kann medizinisch sinnvoll sein, z. B. bei angeborenem Laktasemangel. Sie sollte jedoch nicht ohne gesundheitliche Gründe als Teil einer kuhmilchfreien oder veganen Ernährung anstelle der klassischen Flaschennahrung gegeben werden.
Die Hersteller haben zudem Nahrungen auf Basis von hydrolysiertem Protein im Sortiment. Eine allergievorbeugende Wirkung dieser HA-Nahrungen (Hydrolisierte Anfangsnahrung) ist bislang nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Entsprechend können Eltern, die ihr Kind nicht mit Muttermilch ernähren, es mit jeder Säuglingsanfangsnahrung füttern. Bei nachgewiesener Kuhmilcheiweißallergie eignen sich HA-Nahrungen nicht.
*Eltern sollen Flaschennahrung nie selbst herstellen, sondern immer das Industrieprodukt kaufen. Die Nahrung wird nach strengen Kriterien hergestellt und kontrolliert. Sie hat unabhängig von Marke oder Preis eine gesetzlich festgelegte Zusammensetzung an Nährstoffen. Diese ausgewogene Mischung lässt sich bei eigener Herstellung nicht erreichen.
