Schon bevor viele Menschen überhaupt den ersten Schritt in ein Geschäft setzen, wandert der Blick heute kurz auf das Smartphone.
Loyalty‑Apps begleiten diesen Moment fast automatisch und gehören für viele selbstverständlich zum Einkaufsalltag.

Grafik: MEDIA CENTRAL.
Nach Angaben von MEDIA CENTRAL nutzen 91 % der Befragten mindestens eine solche App. Die Studie „Beyond Loyalty‑Apps: Warum Kundenansprache mehr als digitale Treueprogramme braucht“, die MEDIA CENTRAL zusammen mit IFH MEDIA ANALYTICS vorstellt, deutet nach Einschätzung der Studienpartner darauf hin: Zwischen Nutzung und echter Loyalität liegt eine deutliche Lücke. Nach der Studienbeschreibung des IFH KÖLN beruht die Untersuchung vom März 2026 auf einer Befragung von 1.000 Konsumentinnen und Konsumenten. MEDIA CENTRAL bietet selbst Handels- und Angebotskommunikation an und hat daher ein wirtschaftliches Interesse am Thema. Die folgenden Prozentwerte und Schlussfolgerungen stammen aus dieser Kooperation.
Viele Apps, wenig Bindung
Der Studie zufolge nutzen neun von zehn Befragten mindestens eine Loyalty‑App. Gleichzeitig bleibt die durchschnittliche Zahl der Programme pro Person konstant. Im Schnitt verwenden KonsumentInnen 4,2 Apps, genau wie im Vorjahr. Während Heavy User fünf oder mehr Apps aktiv nutzen, beschränken sich Light User bewusst auf ein bis zwei.
Entscheidend ist jedoch, wie diese Apps tatsächlich genutzt werden. 78 % öffnen eine Loyalty‑App nur dann, wenn sich der Vorteil wirklich lohnt. Der Preis ist dabei der stärkste Treiber. 75 % wechseln für ein attraktives Angebot den Anbieter, unabhängig davon, welches Programm sie nutzen. Bei Light Usern steigt dieser Wert auf 85 %, bei älteren KonsumentInnen auf 80 %. Dies spricht nach Einschätzung der Studienpartner für eine starke Preisorientierung; aus der Befragung allein folgt jedoch nicht, dass Apps grundsätzlich keine Kundenbindung bewirken.
Der Alltag in den Apps: wenig Orientierung
Loyalty‑Apps sollen eigentlich helfen, relevante Angebote schneller zu finden. Viele KonsumentInnen erleben jedoch das Gegenteil. Rund zwei Drittel empfinden Push‑Nachrichten als störend. Das führt dazu, dass ebenso viele Angebote selbst suchen müssen. Fast die Hälfte verliert dabei schnell den Überblick oder entdeckt kaum neue Vorteile. Zudem geben 41 % an, dass sie nicht rechtzeitig an Angebote erinnert werden. Für Händler zeigt sich hier ein klares Muster. Selbst digitalaffine NutzerInnen empfinden viele Programme nicht als Unterstützung, sondern eher als zusätzlichen Aufwand.
Warum klassische Kanäle weiterhin überzeugen
Die Befragten äußern sich außerdem zu klassischen Angebotskanälen. Sie bieten Orientierung und Übersicht, ohne dass aktiv gesucht werden muss. 81 % entdecken im gedruckten Prospekt mehr neue Angebote als in der App, 82 % finden dort schneller Orientierung und 77 % erleben ihn als besonders hilfreich beim Geldsparen. Zudem geben 80 % an, dass Prospekte sie eher dazu motivieren, einen Händler zu besuchen. Auch Online‑Prospekte und POS‑Werbung zählen zu erfolgreichen Alternativkanälen. Diese Angaben beschreiben subjektive Einschätzungen, keine experimentell gemessene Werbewirkung oder nachgewiesene Ersparnis.
Einordnung für Händler
MEDIA CENTRAL und IFH MEDIA ANALYTICS empfehlen, Apps mit gedruckten und digitalen Prospekten sowie Werbung am Verkaufsort zu kombinieren. Ob diese Kombination bei einem bestimmten Händler zusätzliche Käufe oder langfristige Bindung auslöst, muss gesondert untersucht werden. Die Ergebnisse sind kein unabhängiger Wirksamkeitsnachweis für die Leistungen von MEDIA CENTRAL.
Quelle: media-central.com
