Vollkornmehl im ÖKO-TEST 2026: 39 von 50 überzeugen

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ÖKO-TEST untersuchte 50 Vollkornmehle aus Weizen, Dinkel und Roggen. 39 Produkte erhielten eine gute oder sehr gute Gesamtbewertung, zwei fielen durch.

Vollkornbrot aus Vollkornmehl
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Einordnung: Der Test erschien in der Ausgabe 4/2026. Die Ergebnisse gelten für die untersuchten Produkte und Chargen. Die Noten beruhen auf den Bewertungskriterien von ÖKO-TEST.

Ergebnis des Tests

Unter den 50 Mehlen waren 35 Bio-Produkte. Nach Angaben von ÖKO-TEST überzeugten 39 Produkte. Schlusslichter waren Aurora Weizenmehl Vollkorn mit „mangelhaft“ und Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Vollkorn von Norma mit „ungenügend“.

Das Labor untersuchte unter anderem auf Schwermetalle, Mineralölkohlenwasserstoffe, Pestizidrückstände und Keime. Ein Nachweis führt nicht automatisch zu einem gesetzlichen Verstoß: ÖKO-TEST kann bereits Gehalte oder Mehrfachrückstände abwerten, die nach den eigenen, teilweise strengeren Maßstäben unerwünscht sind.

Cadmium und Nickel

Bei mehreren Mehlen beanstandete das Magazin Cadmium- oder Nickelgehalte. Beim Bio-Sonne-Dinkelvollkornmehl kritisierte es beide Metalle; Norma kündigte nach Angaben von ÖKO-TEST an, die geprüften Chargen aus dem Verkauf zu nehmen.

Cadmium kann sich wegen seiner langen biologischen Halbwertszeit insbesondere in Nieren und Leber anreichern. Das BfR geht auf Grundlage seiner MEAL-Studie davon aus, dass für die Mehrheit der Bevölkerung durch die gesamte Cadmiumaufnahme aus Lebensmitteln keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Gleichzeitig können einzelne Bevölkerungsgruppen die tolerierbare Aufnahmemenge erreichen oder überschreiten. Bei Nickel sind vor allem die gesamte Aufnahme und das Alter zu berücksichtigen; ein einzelner Laborwert beschreibt nicht das persönliche Risiko.

Mineralölkohlenwasserstoffe

Im Aurora-Weizenvollkornmehl fand das Labor MOAH. In zwei Dinkelmehlen beanstandete ÖKO-TEST erhöhte MOSH/MOSH-Analoga. MOAH sind komplexe Gemische; darunter können erbgutverändernde und krebserzeugende Verbindungen vorkommen. Aus einem Summennachweis lässt sich jedoch nicht ablesen, welche Einzelstoffe enthalten waren. MOSH können sich im Körper anreichern, wobei die EFSA die gegenwärtige Aufnahme über Lebensmittel 2023 nicht als gesundheitlich bedenklich bewertete.

STEC in Mehl: rohen Teig nicht essen

Im Spielberger-Mühle-Weizenvollkornmehl wies das Labor Shigatoxin-bildende Escherichia coli (STEC) nach. Mehl ist ein rohes Lebensmittel und grundsätzlich nicht zum direkten Verzehr bestimmt. Das BfR rät, Teig vollständig durchzubacken, Hände und Arbeitsflächen nach Mehlkontakt gründlich zu reinigen und Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Besonders kleine Kinder und immungeschwächte Menschen sollten keinen rohen Teig probieren.

Pestizidrückstände

Sechs Produkte wertete ÖKO-TEST wegen mehrerer Pestizidrückstände ab. Mehrfachnachweise bedeuten nicht automatisch, dass gesetzliche Rückstandshöchstgehalte überschritten wurden; sie sind Teil des eigenen Bewertungsschemas des Magazins.

Quellen

Redaktionell und fachlich aktualisiert: September 2026.