Stiftung Warentest untersuchte 2026 insgesamt 23 Tomatenketchups, darunter fünf speziell für Kinder vermarktete Produkte. Zwölf schnitten „gut“ ab; beanstandet wurden unter anderem Alternaria-Toxine, viel Zucker und eingeschränkte Recyclingfähigkeit einzelner Verpackungen.

So wurde getestet
Geschulte Prüfpersonen bewerteten Geruch und Geschmack nach einem standardisierten Verfahren. Labore untersuchten unter anderem Alternaria-Toxine, Zucker, Salz, Tomatenanteil und Tomatenqualität. Zusätzlich prüfte Stiftung Warentest experimentell, wie sich die leeren Verpackungen im Recyclingprozess verhalten.
Alternariol-Befund einordnen
Ein Produkt lag laut Stiftung Warentest beim Schimmelpilzgift Alternariol etwa achtmal über dem europäischen Richtwert und erhielt im Prüfpunkt Schadstoffe „mangelhaft“. Alternaria-Toxine können entstehen, wenn Tomaten von entsprechenden Schimmelpilzen befallen sind.
Der herangezogene EU-Wert ist ein indikatives Niveau, kein gesundheitsbasierter Grenz- oder Höchstwert. Bei seiner Überschreitung sollen Ursachen und Verarbeitung näher untersucht werden. Die EU-Empfehlung dient außerdem dazu, mehr Daten für eine belastbarere Risikobewertung zu gewinnen. Aus der bloßen Überschreitung folgt daher weder automatisch eine akute Gesundheitsgefahr noch ein Rechtsverstoß.
Zucker: Portion und Gesamtaufnahme zählen
Der klassische Heinz Tomato Ketchup enthielt im Test 26,6 Gramm Zucker je 100 Milliliter. Wie viel davon aufgenommen wird, hängt von der verwendeten Menge ab. Die WHO empfiehlt für Kinder und Erwachsene, freie Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen; eine weitere Senkung auf unter fünf Prozent kann zusätzliche Vorteile haben. Eine starre „maximale Tagesmenge“ ohne Alter, Energiebedarf und Portionsgröße ist dagegen missverständlich.
Zuckerreduzierte Varianten enthielten teils Süßstoffe und überzeugten die Prüfpersonen geschmacklich nicht immer. Zutatenliste und Nährwerttabelle helfen deshalb mehr als pauschale Produktkategorien.
Sensorik und Gesamtergebnisse
Born erhielt mit der Sensoriknote 1,0 die beste Geschmacksbewertung. Insgesamt wurden zwölf Ketchups „gut“ bewertet, die übrigen überwiegend „befriedigend“ oder „ausreichend“. Die Ergebnisse beziehen sich auf die 2026 gekauften Produkte und Chargen.
Recyclingfähigkeit der Flaschen
Neun von 16 geprüften Kunststoffflaschen erwiesen sich im nachgestellten Laborprozess als nicht recyclingfähig, unter anderem weil Etikettenkleber die Verwertung störten. Glas schnitt in diesem spezifischen Prüfpunkt besser ab. Daraus folgt nicht automatisch, dass Glas über den gesamten Lebenszyklus stets umweltfreundlicher ist; Transportgewicht, Mehrweg, Rücklaufwege und tatsächliche Sortierung spielen ebenfalls eine Rolle.
Quellen
- Stiftung Warentest: Ketchup im Test 2026
- EU-Empfehlung 2022/553 zu Alternaria-Toxinen
- WHO: Empfehlung zur Aufnahme freier Zucker
Produkttest von 2026 / fachlich eingeordnet und aktualisiert am 6. September 2026 / food-monitor / KI
